Surrogates - Mein zweites Ich

Surrogates (2009), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

Surrogates - Mein zweites Ich Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein College-Student wird auf mysteriöse Weise ermordet. Im Zuge ihrer Ermittlungen finden die FBI-Agenten Greer (Bruce Willis) und Peters (Radha Mitchell) heraus, dass der Tote mit einem Mann namens Canter (James Cromwell) in Verbindung stand. Dieser ist der Schöpfer eines revolutionären Hightech-Systems, mit dessen Hilfe sich makellose Roboterkopien von Menschen herstellen lassen - gesunde, fitte und gutaussehende Maschinen, die sich gemütlich vom Wohnzimmersofa aus steuern lassen... Aber wenn Roboter stellvertretend für einen Menschen leben können, können sie da nicht auch Dinge für einen tun, die man sonst selbst nie gewagt hätte? Damit nicht genug. Diese Prämisse macht auch die Mörderjagd zunehmend schwieriger. Wer ist echt, wer ist Kopie in einer Welt voller Maschinenmenschen und Masken? Kann man da überhaupt noch jemandem trauen? Greer und Peters setzen trotzdem alles daran, ihren Job zu Ende zu bringen. Doch irgendeine geheimnisvolle Macht hat etwas dagegen. Und die macht weder vor Menschen noch vor ihren Klonen halt...

Bruce Willis, Radha Mitchell und Rosamund Pike | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Surrogates - Mein zweites Ich

Blu-ray
Surrogates - Mein zweites Ich Surrogates - Mein zweites Ich
Blu-ray Start:
20.05.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.
DVD
Surrogates - Mein zweites Ich Surrogates - Mein zweites Ich
DVD Start:
20.05.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Surrogates - Mein zweites Ich

Filmwertung: | 4/10


Mit Filmen wie „Stirb Langsam“ stieg Bruce Willis in den Actionhimmel auf und steht seit über 20 Jahren für visuelle Männerfreude, ähnlich wie Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone vor ihm. Seit einiger Zeit wurde es stiller um den „Yippie-Kay-Yeah-Schweinebacke“-Mann, doch nun ist er mit seinem neuen Film „Surrogates“ zurück und will den geneigten Zuschauer dabei mit in die Welt der Zukunft nehmen. Dort versucht er einmal mehr die Welt als FBI-Agent zu retten, doch ob der Film es schaffen wird den Nervenkitzel und die spannende Action in ein futuristisches Szenario zu tragen?

Zu Beginn sei erwähnt, dass der Film auf den ersten Blick sehr danach aussieht, als hätte sich Regisseur Jonathan Mostow („Terminator 3“) ganz stark von bestehenden Werken wie „I Robot“ oder auch „Terminator“ inspirieren lassen, denn so kommt einem bereits das Setting von Menschen, die lieber durch Roboter handeln, sehr bekannt vor. Dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Film und so entsteht der Eindruck, dass man einen großen Teil der Actionszenen bereits schon einmal gesehen hat und auch die „Surrogates“, sprich die Roboter, wirken oft nicht anders als „Sunny“ aus „I Robot“ oder den im Kampf verletzten Maschinen aus Terminator. Das ist besonders schade, da die Idee einer derartigen Zukunftsvision durchaus Potenzial hat. So ist die Vorstellung, dass die Menschheit von Liegestühlen aus mechanische Wesen steuern, die beliebig aussehen können, und durch sie ihr Leben genießen können, durchaus interessant. Leider gab es vor kurzem in dem Film „Gamer“ eine ähnliche Thematik, die ebenfalls eine Zukunftsvision im Stile eines realen „Second-Lifes“-Onlinespiels geschaffen hat und das Ganze besser löste.

Sieht man allerdings von diesen auffälligen Parallelen ab, bekommt man einen Standard-Actionfilm serviert, der zwar durch Mittelmäßigkeit glänzt, nicht jedoch durch den Mut seinen eigenen Weg zu gehen. Sowohl die Effekte als auch die Actionszenen sind heutzutage nur noch als „normal“ einzustufen, sprich nichts Besonderes, was schade ist, da die Zukunftsthematik doch so viel mehr Spielraum für kreative Ergüsse gegeben hätte. Wenn man z.B. es schafft Menschen-ähnliche Klone zu kreieren, warum fahren dann trotzdem alle Bewohner mit normalen Autos herum oder kämpfen mit normalen Waffen?

So undurchdringlich wie diese Logikfehler ist stellenweise auch die Story mit den leider blassen Charakteren, denn kann man Bruce Willis in jeder Szene als den Alleinunterhalter akzeptieren und sich gut mit seinem Charakter anfreunden, bleiben alle anderen um ihn herum nichts weiter als schattenhafte Schachfiguren in einer Verschwörungsgeschichte. Weder die Puppen (Surrogates) noch deren Puppenspieler schaffen es einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und zwischenzeitlich verliert man als Zuschauer gänzlich den Überblick, wer nun in der Realität als Mensch agiert, wer welchen „Surrogate“ besitzt und auf wessen Seite die betreffende Person steht.

Ein großes Problem in diesem Film ist leider die pure Mittelmäßigkeit, die sich wie beschrieben bei den Actionsequenzen offenbart, aber auch in den Dialogen und Charaktermodellen bekommt man als Filmfreund nichts weiter als durchschnittliche Kost serviert, ohne jegliche Höhepunkte. Das Ganze verkommt sogar soweit, dass man sogar komplette Stränge der Handlung vorhersehen kann und einem schnell klar wird, in welche Richtung sich der Film bewegen will und wo er am Ende landet. Leider verzichtet man bei dieser Inszenierung völlig darauf Bruce Willis einen gleichwertigen Gegner oder zumindest Partner an die Seite zu stellen, sodass man die gesamte Last des Films auf seine Schultern lädt und er es gar nicht schaffen kann, dieses Szenario in akzeptable Höhen zu tragen.

So bleibt unter dem Strich gewiss kein schlechter Film, jedoch ist man von Willis und diesem Zukunftsthema bereits so viele (bessere) Filme gewohnt, dass es zwar nachvollziehbar war, warum der Regisseur sich bei diesen bediente, doch leider schafft er es zu keinem Zeitpunkt den nötigen Geist herüber zubringen. Dem Film fehlt es beinahe völlig an einer stimmigen Atmosphäre, einer aufregenden Handlung und geschickten erzählerischen Wendungen, sodass dieses Werk in der absoluten Grau-Zone der Filmwelt landet.
by Sven Hensel

Bilder © Walt Disney