Storm Hunters

Into the Storm (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Storm Hunters Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Innerhalb eines Tages wird die Stadt Silverton von dem beispiellosen Angriff eines Tornados verwüstet. Die ganze Stadt ist der Gnade eines launischen und tödlichen Wirbelsturms ausgeliefert, und die Sturmjäger sagen voraus, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Die meisten Menschen suchen Schutz, doch einige bewegen sich auf den Wirbelsturm zu, um auszuprobieren, wie weit man als Storm Chaser geht für die eine Aufnahme des Lebens.
Erzählt aus der Sicht professioneller Sturmjäger, erlebnishungriger Amateure und mutiger Stadtbewohner schleudert „Storm Hunters“ den Zuschauer mitten ins Auge des Wirbelsturms und zeigt Mutter Natur in ihrer extremsten Form.


Richard Armitage, Sarah Wayne Callies und Jeremy Sumpter | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Storm Hunters

Blu-ray
Storm Hunters Storm Hunters
Blu-ray Start:
18.12.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 89 min.
DVD
Storm Hunters Storm Hunters
DVD Start:
18.12.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 86 min.

Filmkritik Storm Hunters

Filmwertung: | 6/10


Als ich das erste mal von Steven Quals' Katastrophenthriller "Stormhunters" hörte, löste das einen ungewollten Flashback aus. Ich musste an überzogene, unrealistisch dargestellte "Twister"-Filme aus den 90ern denken. Was kommt wohl diesmal auf uns Kritiker zu? Ich ging vom Schlimmsten aus und wurde sogar an den supertrashigen und billig produzierten "Sharknado" aus dem letzten Jahr erinnert. So gebranntmarkt hat man mich in den letzten Jahrzehnten.

Also beschloss ich einfach mit der Erwartunghaltung von "wird bestimmt ganz witzig" in den Kinosaal zu stapfen. Die Story war mir vorher nicht bekannt, denn der Trailer hat davon ja nichts preisgegeben. Weiter noch: Eine "richtige", plausible Story hätte ich generell bei einem mit Visual Effects getränkten Katastrophenfilm nicht für möglich gehalten. Dabei bin ich im Endeffekt froh, dass ich so voreingenommen war, denn dadurch konnte der Film mich ziemlich verblüffen.

Insgesamt gibt es in der Storyline drei Protagonistenteams. Zum einen lernt man eine Gruppe professioneller "Stormhunter", zu deutsch Sturmjäger, kennen. Im Mittelpunkt steht die Meteorologin Allison Stone, die von "The Walking Dead"-Schauspielerin Sarah Wayne Callies verkörpert wird. Sie machen sich auf die Suche nach Tornados, um als erste überhaupt von dem Inneren eines Wirbelsturms dem "Auge", zu Filmen. Das bringt neben den Erfahrungen für die Mitmenschen vorallem Geld und Lebensunterhalt mit sich. Eine weitere Gruppe besteht aus normalen Bügern des Städtchens Silverton. Gary Morris ("Richard Armitage aus der "Hobbit"-Reihe) ist stellvertretender Direktor einer Highschool und alleinerziehender Vater von zwei pubertierenden Jungs: Dem älteren Donnie, mit dem er ein paar Auseinandersetzungen hat und dem jüngeren und neugierigen Trey. Als der Sturm ausbricht, sind alle drei gezwungenermaßen mitten im Übel, da Trey und sein Vater sich auf die Suche nach Donnie machen müssen, der sich an dem Tag in einem alten Fabrikgebäude aufhält. Zu guter letzt trifft man während des Streifens auf die zwei Youtube-Amateure Donk und Reevis. Sie wollen einfach nur bekannt werden und erkennen den Ernst der Lage nicht. Deswegen reisen auch sie um gute und actionreiche Aufnahmen von sich zu bekommen dem Tornado hinterher.

Durch die einleuchtenden Gründe, wieso die Protagonisten so nah am Geschehen sind und an der Bandbreite an Charakteren findet jeder Zuschauer einen Sympathisanten. Ob es nun ein Familienvater mit Vorbildfunktion, aufmüpfige Jugendliche oder durchgeknallte Typen sind, die die schlimmen Szenen am Ende mit Witz wieder auflockern: Das identifizieren und auseinandersetzen mit der Frage "Was würde ich tun?" klappt hervorragend. Denn was schnell überzogen und natürlich auch absichtlich übertrieben dargestellt wird, ist gar nicht so abwegig. Als Vorlage für die monströsen Tornados steht der EF5 Tornado, der eine Windgeschwindigkeit von über 300 km/h erreichen kann und den es so auch in Wirklichkeit gibt. Ohne Frage soll der Film aber dennoch den Spaß beim Zuschauen und Verwüsten in den Fokus rücken.

Das Interessante ist, dass der Film beinahe komplett im dokumentarischen Stil gefilmt wurde. Nur Gebiets- und Kulissenaufnahmen sowie Einstellungen aus der sogenannten "Vogelperspektive" wurden nicht per von den Darstellern manuell bedienter Kameras gefilmt. Erstaunlicherweise macht es storytechnisch sogar Sinn, dass immer Kameras anwesend sind. Immerhin brauchen sowohl das Meteorologenteam sowie die Youtubeanhänger Kameras um ihre Ziele zu erreichen und Trey bzw. Donnie Morris arbeiten an einer Zeitkaspelproduktion, den Dreh der Abschlusszeremonie und an einem Projekt für eine Freundin namens Kaitlyn. Durch diesen am "Found Footage" angelehnten Drehstil wirken die katastrophalen Bilder noch erschreckender und realer, weil sich der Zuschauer quasi mittendrin befindet. Durch die sehr gut gemachten Special und Visual Effects lassen mir die Szenen den Atem stocken und mir entweicht kein vorbereitetes skeptisches Gekicher. Auch die detailgetreue Arbeit hat mich umgehauen. Viel Kleinschotter, der ein überdimensionales Verwüstungsszenario abbildet und null billig produziert aussieht, lässt es endgültig zum Leben erwecken.

Auf technischer Ebene ist der Film auf jeden Fall hochrangig einzustufen. Gerade für Fans des Genres ist der Film von gutem Wert. Natürlich soll er in erster Linie entertainen und actionreich sein. Er ist nicht anspruchslos, aber auch kein Meister dieser Kategorie. Wenn man den Film als das sehe, was er sein soll, verdient er gute 6 Punkte.
by Jennifer Mazzero

Bilder © Warner Bros.