Stoker

Stoker (2013), USA / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Mysterie
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Stoker Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihres Vaters (Dermot Mulroney), taucht Indias (Mia Wasikowska) Onkel Charlie (Matthew Goode), dessen Existenz ihr bis dahin unbekannt war, auf, um bei ihr und ihrer psychisch labilen Mutter (Nicole Kidman) zu leben. Schon kurz nach seinem Einzug vermutet sie, dass dieser mysteriöse und charmante Mann Hintergedanken hegt. Doch anstatt darüber empört zu sein oder gar Angst vor ihm zu haben, beginnt India, die sonst keine Freunde hat, immer mehr für ihn zu schwärmen.

Nicole Kidman, Mia Wasikowska und Dermot Mulroney | mehr Cast & Crew


Stoker - Trailer


STOKER - Die Unschuld endet - Trailer


DVD und Blu-ray | Stoker

Blu-ray
Stoker - Die Unschuld endet Stoker - Die Unschuld endet
Blu-ray Start:
20.09.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Stoker - Die Unschuld endet Stoker - Die Unschuld endet
DVD Start:
20.09.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.

Filmkritik Stoker

Filmwertung: | 9/10


Der visionäre südkoreanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Park Chan-wook gilt seit Filmen wie "Oldboy", "Lady Vengeance", "I'm a Cyborg, But That's OK" und "Durst" als eines der wichtigsten Talente, die das Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Mit "Stoker" inszeniert er, bewaffnet mit einem sehr inspirierten Drehbuch und einer Weltklasse-Besetzung, seinen ersten englischsprachigen Film, der eindeutig seine exzentrische Handschrift wieder erkennen lässt.

India Stoker (Mia Wasikowska) verliert ihren Vater Richard (Dermot Mulroney) bei einem Autounfall und lebt fortan mit ihrer labilen Mutter Evelyn, genannt Evie (Nicole Kidman) in der Einöde ihres Familiengrundstücks in einer ruhigen Kleinstadt. Noch als das introvertierte Mädchen um den Verlust trauert, kommt ihr Onkel Charlie (Matthew Goode) zu Besuch, von dessen Existenz sie bislang gar nichts wusste. Als er schließlich bei ihr und ihrer Mutter einzieht, glaubt India, die Lücke in ihrem Leben könnte geschlossen werden. Doch der zugleich mysteriöse und charmante Mann scheint unheilvolle Absichten zu haben, was bei India aber kein Gefühl von Furcht, sondern eher von Betörung auslöst. Schon bald jedoch wird sie in Charlies furchtbares Geheimnis involviert.

Für seinen britisch-amerikanischen Psychothriller "Stoker" fiel Park Chan-wook das großartige Drehbuch von Wentworth Miller ("Prison Break") in die Hände, das jener sich nur traute unter dem Pseudonym Ted Foulke anzubieten, damit es nicht vorab als Schreibversuch eines Serienstars belächelt werden konnte. Als Beweis aber für die Qualität landete es 2010 auf der Black List der besten unproduzierten Skripte Hollywoods. Und es war ein wahrer Segen, dass ausgerechnet Kultregisseur Park es auf der Resterampe ausfindig gemacht hat, der prompt grandiose Darsteller für das Projekt gewinnen konnte. Allem voran das australische Supertalent Mia Wasikowska ("Jane Eyre"), die für die Rolle der India Stoker prädestiniert scheint und zusammen mit Nicole Kidman und Matthew Goode ein denkwürdiges familiäres Gefüge abliefert. Nachdem Wasikowska um das Potential dieser Rolle wusste und alle Kugeln im heiß begehrten Casting-Roulette gefallen waren, wurde "Stoker" im September 2011 an 40 Drehtagen überwiegend in Nashville, Tennessee realisiert.

Parks neuestes Werk, das zugleich als Horrorfilm, Familiendrama und psychologischer Thriller fungiert, unterläuft die Erwartungen des Publikums absichtlich, um es mit reizvollen visuellen Tricks zu beschäftigen und sich in der Story wie ein Magnet über einem moralischen Kompass zu bewegen. Der aufgrund seiner Subversivität eindeutig als Arthouse-Film einzuordnende "Stoker" stützt sich stark auf beunruhigende Visuals und Sounds und eine rastlose Kamera, die die gruselige, dunkle Welt erzeugt, in der India lebt. Das Kriechen einer Spinne an Indias Bein oder der Sound eines reißendes Eies, das sie mit der Schale über den Tisch rollt, inszeniert Park in Bild und Klang so stark, dass es der Zuschauer in der Magengrube fühlt. Und wenn India droht, ihr erstes Mal durch eine Vergewaltigung erleben zu müssen, ihr Onkel dem Täter per Genickbruch die Tour vermasselt und sie sich anschließend vor Erregung in der Dusche selbst befriedigt, weiß sich der geneigte Cineast endgültig in einem so noch nie da gewesenen, subversiven, in der Interpretation von Indias Rolle großartig ambivalenten Meisterwerk, das Park endgültig in einer Liga mit Tarantino und Lynch etabliert.

"Stoker" ist ein Kunstwerk von einem Thriller, verzaubert und verwirrt den Zuschauer zugleich mit seiner beunruhigenden kühlen Intensität und trägt den Stempel einer brillanten Mia Wasikowska, die die India so rätselhaft introvertiert, von sexuellen Untertönen nahezu elektrifiziert spielt.

by

Bilder © 20th Century Fox