Stichtag

Due Date (2009), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

Stichtag Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Peter Highman (Robert Downey Jr.) ist werdender Vater. Der berechnete Geburtstermin seiner Frau ist in fünf Tagen, daher muss sich Peter beeilen, um den Flug in Atlanta zu erreichen und rechtzeitig zur Geburt nach Hause zu kommen. Doch das geht gründlich schief, denn als er den hoffnungsvollen Nachwuchsschauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis) kennen lernt, führt das zu heillosen Verwicklungen. Peter und Ethan müssen per Anhalter gen Westen fahren. Während dieser Reise bleiben nicht nur etliche Autos und viele Freundschaften auf der Strecke, sondern vor allem Peters Nerven.

Robert Downey Jr., Zach Galifianakis und Juliette Lewis | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Stichtag

Blu-ray
Stichtag Stichtag
Blu-ray Start:
04.03.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 95 min.
DVD
Stichtag Stichtag
DVD Start:
04.03.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

Filmkritik Stichtag

Filmwertung: | 4/10


Peter Highman (Robert Downey Jr., „Iron Man“, „Sherlock Holmes“) hatte einen Traum. Er träumte, dass er bei der Geburt seines ersten Kindes nicht an der Seite seiner Frau in Los Angeles sein konnte und an seiner statt ein Bär die Nabelschnur durchtrennte. Er werte dies als gutes Zeichen, sagt Peter beim Telefonat mit seiner Frau (Michelle Monaghan, „Eagle Eye – Außer Kontrolle“), doch ein Blick in seine Augen verrät: dieser Traum war nicht lustig für Peter, noch fiebert er der Niederkunft seiner Frau mit der nervösen Vorfreude eines werdenden Vaters entgegen. Nein, denn Peter ist tatsächlich voller Angst und Unsicherheit. Dies bestätigt sich, als er mit einer besonderen Ernsthaftigkeit und Akribie die von seiner Frau vorgeschlagenen Vornamen für ihren Sohn durchgeht. Nur keinen Fehler bei der Namenswahl machen, dieser könnte dem Jungen womöglich für sein ganzes Leben negativ anhängen. Später erfahren wir, dass Peter als Kind von seinem Vater verlassen wurde – ein traumatisches Ereignis, dass ihm anscheinend Angst vor seiner zukünftigen Rolle als Vater macht.

Peter stößt am Flughafen von Atlanta auf Ethan Tremblay (Zack Galifianakis „Hangover“), einem Mensch gewordenen dummen Bären. Sind Bären wirklich dumm? Manche Menschen jedenfalls schon, und Ethan ist einer von ihnen. Der Mann mit der Einfalt eines Kleinkindes kommt gerade von der Beerdigung seines Vaters und ist auf dem Weg nach Hollywood, wo er als Schauspieler Karriere machen will. Durch Ethans Dummheit werden beide aus dem Flugzeug geworfen und landen auf der No-Fly-Liste. Peter steht plötzlich ohne Geld, Gepäck und Papiere da und hat keine Ahnung, wie er pünktlich zur Geburt seines Kindes in L.A. sein kann, welches dort am Freitag per Kaiserschnitt zur Welt kommen soll. Im Gegensatz zu Peter bleibt Ethan alles erhalten, sodass er sich einen Wagen mieten kann und den mehrtätigen Weg nach Los Angeles nun per Auto zurücklegen will. Peter bleibt nichts anderes übrig, als mit Ethan eine Zwangsfahrgemeinschaft einzugehen. Der Beginn einer Odyssee, die, trotz diverser Ansätze, nur wenig an eine Komödie erinnert. Zum einen lädt der Charakter des Peter Highmann nicht gerade zum Schmunzeln ein: Zu seiner inneren Unsicherheit kommt noch das Problem einer unkontrollierten Aggressivität, bei der er schon mal handgreiflich wird – woher diese stammt, bleibt ungeklärt. Peters Ausraster hätte Regisseur, Produzent und Co-Autor Todd Phillips („Hangover“) auf eine lustige Art und Weise nutzen können, hat er aber nicht. Statt dessen bleibt Peter den ganzen Weg lang ernst und trägt einen traurig-tragischen Zug, dem man schwerlich etwas Amüsantes abgewinnen kann. Robert Downey Jr. beweist hierbei allerdings einmal mehr, wie ausdruckstark sein Minenspiel ist. Schade nur, dass sein komisches Talent nicht genutzt wurde. So hängt die Komödie an seinem Gegenpart Zack Galifianakis als Ethan Tremblay, der, auf der anderen Seite, eine schauspielerische Bandbreite von ganzen drei Gesichtszügen zum Besten gibt: Lächeln, ausdruckslos gucken oder einfach nur dämlich drein schauen. Ob dies der Absicht des Regisseurs entspricht oder Zack Galifianakis mehr zu bieten hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Witzig ist diese Darbietung jedenfalls nicht. Der Film hat hier und da schon seine Momente, die jedoch niemals voll ausgereizt werden. Auch geht Todd Phillips mit seinem Humor bis an die Grenze des guten Geschmacks: Kinder schlagen und einen prügelnden Rollstuhlfahrer empfinden die meisten nun mal nicht als unterhaltend oder gar lustig - jedenfalls nicht, wenn die Szenen wie in „Stichtag“ mit einer gefährlichen Ernsthaftigkeit vorgetragen werden, anstatt sie durch witzige Einfälle auf die Spitze zu treiben. Fazit: Als Komödie verschenkt.

by

Bilder © Warner Bros.