Star Trek Beyond

Star Trek Beyond (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Action / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Star Trek Beyond Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Auf ihrer Forschungsmission gerät die Enterprise in einen gnadenlosen Hinterhalt. Unter Dauerbeschuss kann die Crew um Captain Kirk nur in letzter Sekunde auf fremdem Terrain notlanden. Doch statt in Sicherheit befindet sie sich plötzlich zwischen den Fronten eines scheinbar ausweglosen Konflikts. Getrennt voneinander und ohne Kontakt zur Außenwelt ziehen Kirk und sein Team in den Kampf gegen einen mysteriösen und übermächtigen Feind.

Chris Pine, Zachary Quinto und Karl Urban | mehr Cast & Crew


Star Trek Beyond - Trailer




DVD und Blu-ray | Star Trek Beyond

Blu-ray
Star Trek Beyond Star Trek Beyond
Blu-ray Start:
01.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.
Star Trek Beyond (3D Blu-ray) Star Trek Beyond (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
01.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.
Star Trek Beyond (4K Ultra HD) Star Trek Beyond (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
01.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.
DVD
Star Trek Beyond Star Trek Beyond
DVD Start:
01.12.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

Filmkritik Star Trek Beyond

Filmwertung: | 8/10


Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum von Gene Roddenberrys legendärer und zahlreiche Filme und TV-Serien umspannender „Star Trek“-Saga erscheint nun der dritte Film in der von J.J. Abrams erfolgreich wiederbelebten Reboot-Reihe. Abrams, der seinerseits mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ zu beschäftigt war, fungiert diesmal aber lediglich als Produzent. Star Trek Beyond SzenenbildDiesmal übernahm mit Justin Lin, der sich für den dritten bis sechsten Teil der „Fast & Furious“-Reihe verantwortlich zeichnete, die Regie des nun bereits 13. „Star Trek“-Films. Ebenso gab es auch einen Wechsel an der Autorenfront, denn nachdem das Skript des bisherigen Autoren Roberto Orci vom Studio abgelehnt wurde, übernahm Scotty-Darsteller und begeisterter Trekkie Simon Pegg höchstselbst mit Unterstützung von Co-Autor Doug Jung die große und verantwortungsvolle Aufgabe, die Abenteuer der Enterprise weiterzuspinnen. Trotz eines überaus straffen Zeitplans, um den Film rechtzeitig zu seinem Jubiläum ins Kino zu bringen, gelang dem Team um Lin, Pegg und Jung ein richtig guter, spektakulär inszenierter Film, dem es gelingen sollte, die Fans der neuen, actionreichen und mit modernem Glanz aufgefrischten Filme zu beglücken, aber auch den Anhängern der ursprünglichen Idee von Star Trek die Hand entgegen streckt, bei der es um die Erforschung neuer Planeten und die kameradschaftliche, fast schon familiäre Beziehung der Enterprise-Crew geht. Einen besonders interessanten Plot mit nachdenklichen philosophischen Zügen sollte man aber nicht erwarten, dafür enorm rasantes und gut aufgelegtes Unterhaltungskino, das seine Figuren und ihren Zusammenhalt ernst nimmt und nur wenig verkehrt macht.

In „Star Trek Beyond“ hat die Crew der Enterprise gerade die Hälfte einer fünfjährigen Forschungsmission absolviert, als sie auf einer Hilfsmission in unerforschtem Terrain von einem gigantischen Raumschiff-Schwarm attackiert und dazu gezwungen wird, das Schiff zu evakuieren. Gestrandet auf einem fremden Planeten ohne Aussicht auf Rettung bekommt es die Mannschaft von Captain Kirk (Chris Pine) mit Krall (Idris Elba) zu tun, der sich für die Zerstörung der Enterprise verantwortlich zeichnet. Star Trek Beyond SzenenbildKrall ist Angehöriger einer für den Film neu geschaffenen Spezies, der einen tief gehenden Groll gegen die Föderation hegt, die von der Enterprise vertreten wird. Die Crew ist überall auf dem Planeten zerstreut und muss versuchen zu überleben und möglichst auch einen Weg zu finden, den Planeten wieder zu verlassen. Hilfe bekommt sie von der Außerirdischen Jaylah (Sofia Boutella, „Kingsman: The Secret Service“), die ihre ganz eigene Agenda gegenüber Krall hat.

Im Herzen ist hier ein richtig guter Film zu finden, der hin und wieder nur von dem oft zugegebenermaßen virtuos inszenierten Effekt-Spektakel-Getöse unterzugehen droht. In seinem Kern ist „Star Trek Beyond“ jedoch zweifelsohne endlich wieder ein Film, der den Geist der Originalfilme und -serie in sich trägt. Hier wird eine originelle und neue Geschichte erzählt, mit neuen Figuren, einem neuen Bösewicht und sogar einer vollkommen neuen Alienrasse. Man greift nicht wie in „Star Trek Into Darkness“ auf bekannte Gegenspieler zurück und variiert auf ungelenke Weise ikonische Szenen, sondern wählt dankbarerweise einen ganz frischen Ansatz. Das ist wohl ein Hauptverdienst von Ober-Trekkie „Scotty“ Simon Pegg, der hier beim Drehbuch federführend war und seine Leidenschaft für Roddenberrys Schöpfung spürbar macht. Star Trek Beyond SzenenbildEine große Stärke des Films ist seine Figurenzeichnung und die Darstellung von Kameradschaft. Hier bekommt jeder der Crew etwas zu tun (aber auch Sofia Boutellas starke Figur), jedes Mitglied hat seine Momente und schon frühzeitig spürt man in hübsch gemachten stillen Szenen, dass sich – ganz „Star Trek“-typisch – hier eine echte Familie entwickelt hat. Am ehesten profitiert hier wohl der dauerhaft mürrische Dr. Leonard „Bones“ McCoy (Karl Urban), der einige gelungene Szenen mit dem bekanntlich frustrierend rationalen Spock (Zachary Quinto) teilt. Hier kommt auch etwas zum Tragen, was bereits in der überraschend lustigen Eröffnungsszene zum Vorschein kommt: „Star Trek Beyond“ verfügt über viel geistreichen Humor, der sich meist in Form von sympathischen Wortgeplänkeln wiederspiegelt und die Stimmung immer wieder angenehm auflockert. Die Balance zwischen Drama und Humor stimmt jedenfalls. Wenn eines der Crewmitglieder etwas zu wenig zu tun hat, ist es wohl leider Anton Yelchins Chekov. Immer wenn der vor kurzem tragisch verstorbene Yelchin (dem der Film gewidmet ist) zu sehen ist, ist Film und Realität nur schwer zu trennen, gerade in seiner ungewollt subtil emotional nachhallenden letzten Szene.

In Sachen Bösewicht gelingt es Pegg und Co-Autor Doug Jung eine Figur zu erschaffen, die in ihrer wilden und von blindem Hass erfüllten Erscheinung ernsthaft furchteinflößend wirkt. Die Motivation von Krall bleibt lange Zeit undurchsichtig, wenn es jedoch zum obligatorischen, durchaus überraschenden Erklär-Monolog im dritten Akt kommt, wird deutlich, dass dieser Charakter durchaus Tiefe besitzt und sein schmerzhafter und emotional grundierter Hass auf die Föderation nachvollziehbar ist – auch wenn er aus verständlichen Gründen mittlerweile dem Wahnsinn verfallen ist und sein Masterplan am Ende vielleicht nicht untypisch für diese Art von Film etwas arg verworren wirkt. Star Trek Beyond SzenenbildEin ganz großer Wurf und ikonischer Bösewicht ist Krall womöglich nicht, ein Upgrade gegenüber Benedict Cumberbatchs übertrieben affektiertem Khan wohl schon.

Eingepackt ist diese wirklich mit Herzblut und mit Liebe für die Figuren konzipierte Geschichte in den wohl lautesten, rasantesten, hektischsten, wildesten, explosivsten und actionreichsten „Star Trek“-Film aller Zeiten. Hier ist die Handschrift von Trekkie Justin Lin zu spüren, der bereits die „Fast & Furious“-Reihe erfolgreich revitalisiert hat. Er erweist sich zunächst als unkonventionelle Wahl für den Regiestuhl, denn „Fast & Furious“ ist sicher nicht gerade für seinen Intellekt und philosophische Tiefe bekannt, die einst für „Star Trek“ stand. Doch der gebürtige Taiwanese ist auch bereits seit Kindheitstagen Fan von der ikonischen Weltraum-Reihe und erfüllte sich mit „Beyond“ entsprechend einen lange gehegten Traum. Hier darf erneut nicht unerwähnt bleiben, dass der Film in Rekordzeit entstanden ist, was man dem finalen Produkt absolut nicht ansehen kann. Gerade mal knapp über ein Jahr vor seiner Veröffentlichung begannen erst im Juni 2015 die Dreharbeiten. Eine ungewöhnlich kurze Zeitspanne für die Produktion eines Films dieser gigantischen Größenordnung, gerade wenn man den gehörigen Aufwand in Sachen visuelle Effekte bedenkt.

Lin inszeniert den Film mit ständig voranpreschendem Momentum, wobei es wie eingangs erwähnt immer wieder wichtige stille Charaktermomente gibt, die den ganzen Radau effektiv grundieren. So bekommt man gerade in den ersten halben Stunde ein gutes Gespür für die Figuren und ihre Umgebung. Star Trek Beyond SzenenbildDa wäre eine schöne kleine Szene in der Bordbar zwischen Kirk und McCoy, die hier bei einem freundschaftlichen Gespräch einen Whiskey verköstigen. Die Enterprise wirkt hier schlichtweg wie ein realer Ort. Ebenso fantastisch ist dann die gigantische, transparente planetenartige Raumstation Yorktown, in deren Innern ein sich selbst versorgendes Stadtsystem liegt. Die majestätische Größe dieses Ortes wird auch erstaunlich spürbar gemacht wird und wirkt damit enorm glaubhaft. Man zweifelt nicht an der realen Existenz dieses gigantischen, atemberaubend designten Komplexes und kann sich regelrecht darin verlieren. Die elegante, sehr flüssige Kameraführung beim Eintritt der stolzen Enterprise in Yorktown ist ein berauschender und atemberaubender Moment. Lin weiß einfach, wo er die Kamera zu positionieren hat, um den maximalen Effekt beim Zuschauer zu erzielen.

Eine bemerkenswerte Sequenz und wahrscheinlich einer der ganz großen Actionmomente der letzten Jahre ist die fulminante und regelrecht markerschütternde und animalische Zerstörung der Enterprise von Kralls Männern. Die Sequenz hält lange an und es gelingt Lin innerhalb der Szene einen überraschend effektiven Spannungsbogen und ein echtes Gefühl für Gefahr, Größe und Vernichtung zu erschaffen. An Computereffekte denkt man in dieser virtuos gemachten Szene nie. Unglaublich bedrohlich und vernichtend wirken hier die unzähligen kleinen Raumschiff-Pods, die Krall lossendet und die wie ein Schwarm unkontrollierbarer Heuschrecken die Enterprise an allen Stellen explosiv durchbohrt und für heilloses, todbringendes Chaos sorgt. Nach und nach wird das Schiff zerlegt, sodass der Schmerz der Besatzung und die reale Zerstörung des eleganten und mächtigen Weltraum-Giganten regelrecht spürbar werden. Star Trek Beyond SzenenbildGanz großes wuchtiges, überlebensgroßes Kino, das auf der größtmöglichen Leinwand genossen werden muss. Der gesamte Film ist durchzogen von wilden und explosiven Actionmomenten, ruhig ist es hier jedenfalls nie lange. Letzten Endes wirkt das dann doch alles – wie so häufig bei großen Filmen dieser Art – etwas ermüdend und mechanisch, doch das Fundament des Films ist letztlich zu stark, um ihn ernsthaft ins Wanken zu bringen. „Star Trek Beyond“ ist nicht perfekt, hat aber das Herz am richtigen Fleck und ist letztlich ein überraschender Triumph, dem es vor allem gelingt Spaß zu machen.


Fazit:
Der 13. Spielfilm der „Star Trek“ Saga bietet visuell oft virtuos inszeniertes Science-Fiction-Action-Kino und zahlreiche glanzvoll-majestätische Momente, die einem den Atem rauben. Inmitten des lauten und rasanten Spektakels schlägt aber trotz einer recht einfachen Story ein großes nostalgisches Herz, das seine Figuren und ihre familiäre Kameradschaft respektiert und gelungen einfängt.
by

Bilder © Paramount Pictures Germany