St. Vincent

St. Vincent (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

St. Vincent Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Maggie (Melissa McCarthy), eine alleinerziehende Mutter, zieht mit ihrem 12-jährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) in ein neues Haus nach Brooklyn. Weil sie gezwungen ist, Überstunden zu machen, muss sie Oliver in die Obhut ihres Nachbarn Vincent (Bill Murray) geben, ein griesgrämiger Rentner mit Hang zu Alkohol und Glücksspiel. Zwischen ihm und dem Jungen entwickelt sich bald eine ganz besondere Freundschaft. Die schwangere Stripperin Daka (Naomi Watts) im Schlepptau, nimmt Vincent seinen Schützling mit auf alle Stationen seiner täglichen Routine: die Rennbahn, den Stripclub und die Kneipe nebenan. Während Vincent Oliver dabei hilft, ein Mann zu werden, beginnt Oliver in Vincent etwas zu sehen, was kein anderer sehen kann: einen missverstandenen Mann mit einem großen Herzen.

Bill Murray, Melissa McCarthy und Naomi Watts | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | St. Vincent

Blu-ray
St. Vincent St. Vincent
Blu-ray Start:
29.05.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
St. Vincent St. Vincent
DVD Start:
29.05.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

Filmkritik St. Vincent

Filmwertung: | 8/10


Nachdem sie zweimal für die Golden Globes 2014 nominiert wurde, läuft direkt zum Jahresstart die schwarze Komödie „St. Vincent“ von Theodore Melfi auch in den deutschen Kinos an. Darin brilliert Altmeister Bill Murray („Grand Budapest Hotel“, „Monuments Men“) als griesgrämiger Einzelgänger, der sich plötzlich inmitten einer ungewöhnlichen Freundschaft mit dem jungen Oliver (Jaeden Lieberher, „Playing It Cool“) wiederfindet.

Auf den ersten Blick wirkt „St. Vincent“ wie die unterhaltsame, aber simple Geschichte eines Scheusals, für den sich zuvor kaum jemand interessiert, der Unzufriedenheit in Unfreundlichkeit kompensiert und schließlich auf komische Art und Weise einen kleinen Jungen verderben wird. Mit (leider etwas zu wenig) bitterbösen Sprüchen und (genügend) Schmuddel-Attitüde ist er Olivers Mutter aus einsichtigen Gründen zwar suspekt, da sie aber mitten im Scheidungskampf steckt und sich nicht anders zu helfen weiß, lässt sie ihren Jungen nach der Schule beim groben Nachbarsgreis unterkommen. Jedoch steckt mehr hinter der Fassade der ausdrucksstarken Protagonisten. Lockt der Film gekonnt durch seinen sehr derben Humor im Trailer, entwickelt er sich zu einer gefühlvollen Tragikomödie, in der das Verhalten von Vincent gut nachvollziehbar wird. Die ein oder andere Träne wird sich nicht jeder verdrücken können. Die Freundschaft zum kleinen Nachbarsjungen Oliver rührt sehr und Vincent mausert sich langsam zum Ersatzopa. Ein Schicksalsschlag verändert die Leben komplett und beeinflusst auch den Werdegang des Films in eine Richtung, die zwar erwartungsgemäß, aber auch plausibel auftritt.

Mürrisch und zynisch gefällt Bill Murray dem Publikum am Besten, das beweist der Gute seit Beginn seiner Karriere. Und somit zieht er aufs Neue alle in seinen Bann und drückt seine sympathische Art zwischen den Zeilen trotzdem gekonnt aus. Der Mann weiß eben wie es geht. Und auch so ist „St. Vincent“ hochkarätig und abgestimmt besetzt worden.
Als Murray's Gegenseite wurde Jaeden Lieberher für seine erste Kinorolle engagiert. Und siehe da – auch er überzeugt das Publikum von seinem süßen und intelligenten Naturell. Seine Mutter wird von Melissa McCarthy („Tammy“) verkörpert. Obwohl es sich bei ihr ebenfalls um einen Superstar handelt, wird sie von den Hauptdarstellern in den Schatten gestellt. Eine bemerkens- und sehenswerte Verwandlung legt Naomi Watts („Diana“) hin. Hat man die Britin vor Allem in ernsten, einfühlsamen und geschmackvollen Rollen auf dem Schirm, lässt sie es sich nicht nehmen, als russische Prostituierte Daka aufzutreten – und das mit Erfolg.

„St. Vincent“ ist eine gut geschriebene Verfilmung über die unverhofften Züge des Lebens. Von den Darstellern authentisch gespielt fehlt dem Streifen nicht wirklich viel. Ob Witz, Empathie oder Tragik - „St. Vincent“ liefert alles und bekommt 8 Punkte von mir.

by

Bilder © Sony Pictures