Spider-Man: Homecoming

Spider-Man: Homecoming (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / 3D
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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Spider-Man: Homecoming Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Immer noch euphorisch von dem packenden Kampf mit den Avengers kehrt Peter in seine Heimat zurück, wo er mit seiner Tante May (MARISA TOMEI) und unter dem wachsamen Auge seines neuen Mentors Tony Stark (ROBERT DOWNEY, JR.) lebt. Es fällt ihm jedoch nicht leicht, sich im Alltag zurechtzufinden – vielmehr will er beweisen, dass er mehr ist als nur der sympathische Spider-Man aus der Nachbarschaft. Als aber The Vulture (MICHAEL KEATON) als neuer Gegenspieler auftaucht, gerät plötzlich alles, was Peter im Leben wichtig ist, in große Gefahr.

Tom Holland, Robert Downey Jr. und Marisa Tomei | mehr Cast & Crew


Spider-Man: Homecoming - Trailer




DVD und Blu-ray | Spider-Man: Homecoming

Blu-ray
Spiderman: Homecoming Spiderman: Homecoming
Blu-ray Start:
23.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.
Spiderman: Homecoming (3D Blu-ray) Spiderman: Homecoming (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
23.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.
Spiderman: Homecoming - Steelbook (PopArt) (Limited Edition) Spiderman: Homecoming - Steelbook (PopArt) (Limited Edition)
Blu-ray Start:
23.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.
Spiderman: Homecoming (4K Ultra HD) Spiderman: Homecoming (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
23.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.
DVD
Spiderman: Homecoming Spiderman: Homecoming
DVD Start:
23.11.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.

Filmkritik Spider-Man: Homecoming

Filmwertung: | 8/10


Mittlerweile ist es gängiger Industrie-Standard, dass man jungen, hungrigen Regisseuren schon nach einem oder zwei kleinen Independent-Filmen ein Riesenbudget in die Hand drückt. Vor kurzem war es etwa Jordan Vogt-Roberts, der nach „The Kings of Summer“ die Großproduktion „Kong: Skull Island“ übernehmen durfte. Spider-Man: Homecoming SzenenbildEin ähnlich steiles Upgrade erfuhr nun auch Jon Watts, dessen „Clown“ und vor allem der minimalistische Thriller-Geheimtipp „Cop Car“ kaum darauf deuteten, dass sich dort der potentielle Regisseur eines weiteren Spider-Man-Reboots verbarg. Nach Sam Raimis Comicverfilmungs-Meilenstein in Form der ersten „Spider-Man“-Trilogie und Marc Webbs weniger gelungenen Neuauflage mit Andrew Garfield stellte sich zudem die Frage, ob nach so kurzer Zeit ein dritter Anlauf nötig ist. Diese Ängste schienen mit Peter Parkers spritziger Einführung im letztjährigen „The First Avenger: Civil War“ tatsächlich unbegründet, denn Tom Hollands nun bereits dritte Inkarnation des ikonischen Spinnenmannes stahl mit seinem jugendlich-aufgedrehten Charme jeden Moment und machte Lust auf mehr.

Auf eine weitere Ursprungsgeschichte konnte man mit dem bereits sechsten Spider-Man-Film „Homecoming“ also dankbarerweise verzichten. Watts beginnt seinen erfrischend lockeren Film mit einem cleveren Rückblick auf die Ereignisse von „Civil War“ aus Peter Parkers Sicht in Form von eigenen Smartphone-Aufnahmen. Dieser adäquat schnippige Einstieg, der mit den Worten „A Film by Peter Parker“ beginnt, passt nicht nur zu seiner frechen Hauptfigur, sondern auch zur gesamten flippig-jugendlichen Tonalität des Films. Hier geht es um einen tatsächlich 15-jährigen Peter Parker, der sich seiner neugefundenen Mächte und der Bekanntschaft mit Tony Stark (Robert Downey Jr.) erfreut und es gar nicht erwarten kann, Teil der Avengers zu werden. Doch Stark hält Parker vorerst in Form eines „Praktikums“ an der langen Leine, denn der frischgebackene Superheld soll erst mal Kleinkriminellen als „freundliche Spinne von nebenan“ in seiner Heimatstadt New York City das Handwerk legen. Zugleich ist dann da natürlich noch der ganz normale High-School-Alltag, den Peter bewältigen muss...

Spider-Man: Homecoming Szenenbild Eine der wesentlichen Stärken des Films ist zweifelsohne Michael Keatons Darstellung des Antagonisten Adrian Toomes. Während gerade die Rolle des Bösewichtes im MCU häufig der größte, oft klischeebehaftete und uninspirierte Schwachpunkt war, stellt Keatons Toomes einen überaus willkommenen, frischen Kontrast dar. Hier wird eine menschlich überaus nachvollziehbare Persönlichkeit gezeichnet, deren Motivation alles andere als weit hergeholt sind, auch wenn die angewandten Methoden natürlich etwas überzogen erscheinen. Diese Motivation wird bereits im acht Jahre zuvor spielenden Prolog effektiv etabliert, als Entsorgungsunternehmer Toomes bei den Aufräumarbeiten nach der außerirdischen Massenzerstörungsorgie am Ende der „Avengers“ von Tony Starks Unternehmen des Platzes verwiesen wird.

Toomes ist hier der kleine Mann, der Hypotheken aufnehmen, Trucks kaufen und Mitarbeiter rekrutieren musste, nun aber vom einen zum anderen Moment mit leeren Händen da steht. Erst dann wird aus Familienmann Toomes der gerechtigkeitssuchende Opportunist, der ein Stück vom großen Kuchen abhaben möchte und fortan mit dem bereits gesammelten Alien-Schrott Superwaffen baut, die er auf dem Schwarzmarkt verscherbeln kann. Natürlich wäre er auch kein richtiger Bösewicht ohne passenden Aufzug, weshalb er bald in geflügelter Hightech-Montur durch die Gegend fliegt – zugegebenermaßen ein sehr ironischer Anblick nach Keatons Auftritt in „Birdman“, der allerdings etwas erzwungen wirkt.

Spider-Man: Homecoming Szenenbild Keaton gibt seiner Arbeiterklasse-Figur willkommene Dimension und moralische Ambivalenz, womit er sowohl ein sehr gelungener Gegenspieler zu Peter Parker, als auch zu Tony Stark ist, der immer wieder in die Handlung eingreifen muss. Die üblichen megalomanischen Weltherrschaftspläne bleiben hier dankbarerweise aus, denn Toomes ist im Endeffekt nicht viel anderes als ein desillusionierter Jedermann, der zu unorthodoxen Methoden greift, um zu Geld zu kommen.

Auch bei „Spider-Man: Homecoming“ kriegt man den Eindruck von Marvels Drang zum Eingliedern in ihr Cinematic Universe nicht richtig los, gerade weil Tony Stark immer wieder entscheidend eingreift und Parker sogar seinen eigenen multifunktionellen Hightech-Anzug zur Verfügung stellt. Das eigenbrötlerisch arbeitende Genie Peter Parker, das in den vorigen Filmen autark gehandelt hat, vermisst man hier jedenfalls ein wenig. Auch werden dem übermotivierten und ganz und gar nicht fehlerfrei agierenden Parker immer wieder die Grenzen von seinem neuen Mentor Tony Stark aufgezeigt, der sogar manche entscheidende Situation für ihn retten muss. Dennoch macht das alles für einen ersten Film irgendwie Sinn und ist charmant anzusehen, denn der oft unbeholfene Parker muss hier noch einiges lernen und erst zu der Figur wachsen, die so ikonisch ist.

Leider spielt sich der Film größtenteils an der Oberfläche ab und will eigentlich nur Spaß haben, womit man sich zur gefälligen Fast-Food-Mentalität des MCU einreiht. Es fehlt die Tiefe und vor allem die Seele und Aufrichtigkeit, die noch Raimis stilistisch sehr eigenständige Spidey-Trilogie ausgemacht hat. Und auch wenn Marc Webbs zweiter Aufguss der Spider-Man Ursprungsgeschichte insgesamt recht überflüssig war, kann man gerade dem ersten Film kaum absprechen, dass er über genannte Qualitäten verfügt. Spider-Man: Homecoming SzenenbildPlatz für richtige Gefühle und Konflikte ist in Watts Film zumindest erst mal noch nicht, hier geht zunächst darum, dass Peter Parker sich wie ein Kind an seinen Kräften und Spielzeugen mit staunenden Augen ergötzt, ohne an Konsequenzen zu denken. So muss aus „Spider-Boy“ erst „Spider-Man“ werden, ohne jedoch die üblichen moralinsauren Botschaften zu vermitteln. Daraus resultiert eine bisweilen hyperaktive und oft auch mitreißende Tonalität, die irgendwann aber auch etwas anstrengend wird. „Homecoming“ lässt mit seinem rastlos-hektischen Stil wahrlich kaum Zeit zum Durchatmen, man hat kaum Zeit, um Peters massenhafte One-Liner zu verarbeiten.

Dennoch, das ist insgesamt Meckern auf recht hohem Niveau, denn „Spider-Man: Homecoming“ macht sehr viel richtig gut und ist ein insgesamt überaus gelungenes, unterhaltsames und freches Stück Popcorn-Kino, das wirklich Spaß macht. Die Besetzung ist durchweg hervorragend aufgelegt, man spürt den Spaß aller Beteiligten, den sie an der Sache haben. Die lockerleicht-rotzige Machart, die eben auf jede Schwere verzichtet, ist letztlich auch irgendwo erfrischend im Vergleich zu den vorangegangenen Spider-Man-Auftritten. Das liegt vor allem daran, dass Watts „Homecoming“ in seinen besten Momenten als High-School-Film ausrichtet, was im Endeffekt wie ein zeitgemäß aufgepimpter John Hughes-Film auf Steroiden daherkommt. Letztlich sind Parker, sein bester Freund Ned (hervorragend besetzt: Jacob Batalon) und auch ihre Klassenkameradin Michelle (Zendaya) waschechte, verschrobene und uncoole Nerds, die sich wie reale, oft ungeschickte Jugendliche verhalten und ganz normale Probleme haben.

Spider-Man: Homecoming Szenenbild Der Film funktioniert eben dann am besten, wenn er das normale High School-Leben auf herrlich spritzige und sehr komische Art und Weise zeigt. Das Zusammenspiel der überaus charmanten Freunde Peter und Ned harmoniert auf spielerische Weise, ebenso wie zwischen Peter und Tony Stark. Der High School-Alltag ist erfrischend unbeschwert, realistisch und amüsant dargestellt, gefällt aber durch seine ganz nebensächliche kulturelle Vielfalt.

Watts Actioninszenierung ist insgesamt solide, wenn auch sicher längst nicht so einzigartig und aufregend wie etwa Sam Raimis eindrucksvolle Actionszenen. Es sind jedoch solch augenzwinkernde Momente wie etwa Spider-Mans chaotische Verfolgungsjagd von Toomes Gangstern durch diverse Vorgärten, die überdeutlich auf „Ferris macht blau“ anspielt und „Homecoming“ so charmant machen. Überhaupt ist es oft spaßig mitanzusehen, wie Peter sich eben noch etwas ungeschickt in seiner neuen Rolle als Verbrechenskämpfer anstellt. Spannender wird es dann aber bei einem packenden Actionhöhepunkt am Washington Monument, wo man die tickende Uhr und erhöhte Gefahr für die Beteiligten spüren kann. Auch das typisch überbordende CGI-Finale zwischen Toomes und Spider-Man kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn es hier stellenweise etwas zu chaotisch wird. Den positiven Eindruck, den der Film gemacht hat, bestätigt dann schließlich auch ein perfekter Schlusspunkt, der der bislang noch etwas wenig genutzten Marisa Tomei als Tante May gehört. Zudem liefert der Film die bislang wohl beste Post-Credits-Szene des MCU, weshalb sich ein wenig Abwarten diesmal tatsächlich lohnt.


Fazit:
„Spider-Man: Homecoming“ ist eine erstaunlich gut aufgelegte und spritzige Neuauflage des Mythos um den Spinnenmann, die einiges an Spaß bietet. Auch wenn echte Emotionen und Tiefe noch ausbleiben, ist hier dennoch ein sehr sympathischer und amüsanter Film gelungen. Am besten funktioniert der Film als High School-Film, der die Superhelden-Action nur als Extra versteht.
by

Bilder © Sony Pictures