Spider-Man: No Way Home

Spider-Man: No Way Home (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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Inhalt

Zum ersten Mal in der Filmgeschichte von Spider-Man ist unser freundlicher Held aus der Nachbarschaft unmaskiert und es ist ihm nicht mehr möglich, sein normales Leben von seinen Einsätzen als Superheld zu trennen. Als er Doctor Strange um Hilfe bittet, wird die Lage nur noch gefährlicher und er muss erkennen, was es wirklich bedeutet, Spider-Man zu sein.

Tom Holland, Zendaya und Benedict Cumberbatch | mehr Cast & Crew


Spider-Man: No Way Home - Trailer




Filmkritik Spider-Man: No Way Home

Filmwertung: | 8/10


Vor fünf Jahren wurde Spider-Man durch „The First Avenger: Civil War“ in das MCU eingeführt und seitdem ist viel passiert. Mit „Spider-Man: Homecoming“ und „Spider-Man: Far from Home“ wurde die Geschichte der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft weitererzählt, dazu kommen die Auftritte in den „Avengers“-Filmen. Nun findet die „Spider-Man“-Trilogie von Jon Watts („Spider-Man: Far from Home“) ein vorläufiges Ende. Auch der Vertrag von „Spider-Man"-Darsteller Tom Holland endet mit „Spider-Man: No Way Home“. Um die Trilogie gebührend zu verabschieden, wird das Multiversum eingebaut und das sorgt für ziemliche Unterhaltung.

Tom Holland ist Spider-Man in Spider-Man: No Way Home
Tom Holland ist Spider-Man in Spider-Man: No Way Home © CTMG/Marvel
„Spider-Man: No Way Home“ setzt direkt an „Spider-Man: Far from Home“ an. Mysterio (Jake Gyllenhaal) hat die Identität von Peter Parker (Tom Holland) offenbart und in dem Enthüllungsvideo wird das Finale des Vorgängers so dargestellt, als hätte Spider-Man bewusst Mysterio getötet, damit er das Erbe von Iron Man antreten kann. Ein normales Leben ist nun aber nicht nur für Peter unmöglich, seine Freunde (Zendaya & Jacob Batalon) werden ebenfalls für den Drohnenangriff verantwortlich gemacht. Aus diesen Gründen besucht Peter Doctor Strange (Benedict Cumberbatch), um ihn zu bitten, die Welt vergessen zu lassen, dass er Spider-Man ist. Der Zauber schlägt jedoch fehl, wodurch das Multiversum eröffnet wird…

Mit dem Multiversum wird nun natürlich ein Feld eröffnet, das unendliches Potential bürgt und dieses wird mit „Spider-Man: No Way Home“ vollkommen ausgereizt. Wie schon erste Trailer gezeigt haben, darf man sich auf Alfred Molina („Spider-Man 2“) als Doctor Octopus, Willem Dafoe („Spider-Man“) als Green Goblin und Jamie Foxx („The Amazing Spider-Man 2“) als Electro freuen. Dazu gesellen sich noch weitere Überraschungen, welche an dieser Stelle aber nicht vorweg genommen werden sollen. Vor allem Molina und Dafoe sind überragend und verkörpern ihre ikonischen Rollen so gut wie vor 17 Jahren. Somit bricht das „Spider-Man“-Franchise sogar mit einem eigenen kleinen Fluch. Wer sich zurückerinnern kann, dem wird auffallen, dass sowohl die Sam Raimi-Trilogie als auch die zwei „The Amazing Spider-Man“-Filme durch mittelmäßige Blockbuster beendet wurden, in welchen großes Durcheinander durch zu viele Bösewichte herrscht. Genau dieses Durcheinander findet man in „Spider-Man: No Way Home“ nicht, denn der Fokus bleibt immer auf Tom Hollands Peter Parker, der in diesem Film mit Konsequenzen für sein Handeln leben muss und genau dieser Aspekt ist ein Novum im MCU.

Spider-Man: No Way Home: Otto Ocatvius ist wieder dabei...
Spider-Man: No Way Home: Otto Ocatvius ist wieder dabei... © CTMG/Marvel
Das MCU hatte in der Vergangenheit immer wieder Probleme damit, echte Konsequenzen für die Figuren zu erschaffen, da die Geschichte, wie bei einer Endlos-Serie, immer fortgesetzt wird. Selbst der Blip, welcher die Hälfte der Bevölkerung für fünf Jahre ausgelöscht hat, nimmt keine große Rolle im Universum mehr ein. Es fehlen echte Konsequenzen und mit dieser Schwäche bricht „Spider-Man: No Way Home“ zum ersten richtigen Mal. Der ganze Film und die gesamte Tragik, die dadurch entsteht, werden nämlich durch das fehlerhafte Verhalten von Peter ausgelöst. So wird Tom Hollands Peter Parker wirklich nahbar und dies in Kombination mit dem sehr persönlichen Schauspiel des Darstellers sorgt schließlich dafür, dass man in einigen Momenten zu Tränen gerührt wird. Aus erzählerischer Sicht ist „Spider-Man: No Way Home“ das perfekte Ende für Tom Holland.

Natürlich steckt in „Spider-Man: No Way Home“ aber nicht nur ein sehr berührender Abschluss, sondern auch ein ziemlich unterhaltsamer und kurzweiliger Blockbuster. Die 150 Minuten verfliegen und das liegt insbesondere an dem hervorragenden Pacing. Außerdem überzeugt ebenfalls die Action. Zwar darf man keine ausgeklügelten Kampfchoreografien wie bei „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ erwarten, jedoch finden sich trotzdem einige längere Einstellungen bei den Action-Sequenzen. Nur ein zentraler Faustkampf gegen Ende ist leider dem Schnittgewitter verfallen. Das CGI ist bei dieser sehr teuren Produktion selbstverständlich auf dem neusten Stand und Green-Screens fallen nicht andauernd negativ auf.

Spider-Man: No Way Home: ...ebenso wie der Grüne Kobold
Spider-Man: No Way Home: ...ebenso wie der Grüne Kobold © CTMG/Marvel
Klassisch für das MCU ist auch sein Humor, der leider häufig ernsteren Momenten die Bedeutung nimmt. Gerade bei „Eternals“ war dieses Problem wieder sehr präsent. „Spider-Man: No Way Home“ macht es zum Glück anders und nimmt den vielen berührenden Szenen nicht die Strahlkraft. Wenn der Film ernst sein will, bleibt er ernst. Trotzdem wird viel mit Humor gespielt und vor allem das Multiversum ist prädestiniert, viel mit Meta-Witzen zu spielen. Unzählige Punchlines sind sehr selbstreferenziell und das sorgt für einige richtig laute Lacher. Watts baut viele schöne Details ein, die man erst wertschätzen kann, wenn man alle vorherigen „Spider-Man“-Filme noch einmal aufgefrischt hat. Es kann sein, dass für einige Zuschauer zu viel auf Nostalgie und Fanservice gesetzt wird, da „Spider-Man: No Way Home“ aber nie seinen Blick von Peter Parkers sentimentaler Geschichte richtet, bleibt kein negativer Eindruck hängen. Nie steht nämlich Nostalgie über dem Plot. Im Endeffekt unterstreicht dieser Fanservice auch nur das Herz des Filmes und seinen einzigartigen Status im MCU.

Fazit:
„Spider-Man: No Way Home“ ist das wahrscheinlich größte Superhelden-Spektakel seit „Avengers: Endgame“. Jon Watts vollendet seine „Spider-Man“-Trilogie mit einem Knall, der noch lange im MCU zu hören sein wird. Endlich werden die bekannten Marvel-Schwächen ausgemerzt, wodurch echte Konsequenzen für die Figuren spürbar werden. Einer der besten Blockbuster des Jahres!
by Lukas Weinandy

Bilder © Sony Pictures