Source Code

Source Code (2011), USA / Frankreich
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Thriller / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Kinowelt

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Source Code Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Eine Eilmeldung im Fernsehen: Kurz vor Chicago explodierte ein Personenzug – es gab keine Überlebenden. Wenig später erwacht Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) in genau diesem Zug – im Körper eines anderen Mannes und an der Seite der jungen Christina (Michelle Monaghan). Nach und nach begreift der Kampfpilot: Er ist im „Source Code“. Dank dieser Technologie kann Stevens den Körper eines anderen Menschen übernehmen – für acht Minuten vor dessen Tod. Sein Auftrag: Finde die Bombe und schalte den Bombenleger aus. Wieder und wieder durchlebt Stevens die Katastrophe und setzt das Puzzle mit Christinas Hilfe zusammen. Die Zeit drängt, denn ein weiterer, viel größerer Anschlag droht.

Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan und Vera Farmiga | mehr Cast & Crew


Source Code - Trailer




DVD und Blu-ray | Source Code

Blu-ray
Source Code Source Code
Blu-ray Start:
03.11.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.
Source Code - Steelbook Source Code - Steelbook
Blu-ray Start:
18.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

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DVD
Source Code Source Code
DVD Start:
03.11.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.

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Filmkritik Source Code

Filmwertung: | 6/10


Mit seinem ersten Langfilm "Moon" brachte der britische Regisseur Duncan Jones (Sohn der Poplegende David Bowie) 2009 das Genre des klassischen Science-Fiction Films zurück in die Kinos und landete einen der vielleicht meist umjubelsten Überraschungshits der letzten Jahre. Dies bezieht sich nicht unbedingt auf das Boxoffice Ergebnis des Films, welches eher mäßig war. Doch durch die Teilnahme an zahlreichen Filmfestivals und die fast einstimmig guten Bewertungen von Kritikern und Publikum gelangte der Film zu einigem Ruhm. Die DVD bzw. Blu-ray gehört mittlerweile zum festen Inventar eines jeden Science-Fiction Liebhabers. Nach einem solchen Erfolg sind die Hollywoodproduzenten meist hoffnungsvoll gestimmt und haben stets den gleichen Plan: man nehme den Regisseur eines Überraschungserfolges, kreiere ein ähnliches Szenario, schmeiße ein paar angesagte Hollywoodstars dazu und fertig ist der neue Kassenerfolg. Diese Taktik kommt dem Einspielergebnis meist zu Gute, bessere Filme entstehen so jedoch nicht zwangsweise. Und so erinnert Jones' zweites Kinoprojekt "Source Code" auf vielen Ebenen stark an dessen Vorgängerfilm, fällt aber leider qualitativ in allen Belangen hinter diesen zurück.

Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) ist eigentlich als Hubschrauberpilot für die amerikanische Armee in Afghanistan stationiert. Momentan scheint er jedoch in einer Art Kapsel gefangen zu sein, ohne zu wissen wie er dort hingekommen ist und was er dort soll. Über einen Monitor ist es ihm lediglich möglich mit seinen Vorgesetzten Colleen Goodwin (Vera Farmiga) und Dr. Rutledge (Jeffrey Wrigth) zu kommunizieren, die ihm erklären, dass er tausende Menschenleben retten kann, wenn es ihm gelingt einen Attentäter ausfindig zu machen, der am gleichen Morgen bereits einen Passagierzug in Richtung Chicago in die Luft gesprengt hat und der plant eine weitere, deutlich größere Bombe im Zentrum der Stadt zu zünden. Mit Hilfe des geheimen Regierungsprogramms „Source Code“ wird Stevens Bewusstsein ein ums andere Mal in den Körper eines der Opfer des Zuganschlags übertragen, wodurch der Soldat die Möglichkeit bekommen soll, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Die Reisen in die junge Vergangenheit, die Stevens in den Körper des Lehrers Derek Frost katapultieren, sind jedoch zeitlich stark eingeschränkt und so bleiben dem Protagonisten bei jedem Versuch lediglich acht Minuten, um den Bomber ausfindig zu machen. Keine einfache Aufgabe, besonders dann nicht, wenn einem die charmante Christina Warren (Michelle Monaghan) gegenüber sitzt, die offenbar ein Auge auf Stevens Alterego geworfen hat. Aber nicht nur von anderen Zugpassagieren und deren dramatischen Schicksal lässt sich Stevens ablenken, auch die Frage nach seiner eigenen Existenz und welche Rolle diese im „Source Code“ Programm spielt, tritt im Laufe der Handlung immer mehr in den Vordergrund.

„Source Code“ ist ein durchaus spannend inszenierter Science-Fiction Thriller. Mit dem Motiv des tragischen Helden, der sich in einer Extremsituation gefangen sieht, über deren Sinn er sich erst langsam bewusst werden muss, spielt Jones, wie auch schon in „Moon“, gekonnt. Der schnelle Wechsel zwischen Zugsequenzen und Gegenwart verhilft dem Film zu einem temporeichen Rhythmus, der den Zuschauer prompt in seinen Bann zieht. Auch schauspielerisch gibt es wenig zu meckern. Vor allem die Jungstars Gyllenhaal und Monaghan wirken in den gemeinsamen Sequenzen wie ein eingespieltes Team und sorgen sogar für den ein oder anderen Lacher. Die gute Regiearbeit Jones' und die schauspielerischen Leistungen können jedoch die vorhandenen Schwächen des Drehbuchs von Ben Ripley nicht gänzlich ausgleichen. Diese offenbaren sich besonders zum Ende des Films. Die Antworten auf die Frage nach dem Bomber sowie die nach Stevens eigentlichen Schicksal wirken letztendlich wenig überraschend und zwischen Terror- und Existenzängsten entwickelt sich ein spirituell aufgeladenes Finale, welches eine geradezu naive Lösung des Terrorproblems andeutet. Und so wirkt „Source Code“ plötzlich wie die Wunschvorstellung derer, die sich in ständiger Angst eines weiteren 9/11 dem Glauben an eine schicksalhafte Lösung zuwenden; komme was wolle. Die vorher aufgebaute innere Logik des „Source Code“ Programms wird hier zugunsten eines Happy-Ends weitestgehend über Bord geworfen, was am klassischen Sci-Fi-Image des Films kratzt. Ob ein solches Ende allein den Studiobossen zu schulden ist, sei dahingestellt. Doch vielleicht sollte man hoffen, dass sich der talentierte Mr. Jones in Zukunft wieder mehr auf sein eigenes Gespür für gute Geschichten verlässt. Die Science-Fiction Fans dieser Welt werden es ihm danken.

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Bilder © Kinowelt