Sons of Norway

Sønner av Norge (2011), Norwegen
Laufzeit: - Genre: Drama / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Alamode

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Sons of Norway Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Norwegen Ende der 70er-Jahre: Die Punkwelle schwappt aus England herüber und auch der 14-jährige Nikolaj ist sofort davon infiziert. Nach dem Unfalltod seiner Mutter scheitert er jedoch daran, gegen seinen Vater Magnus zu rebellieren, denn der alternde Hippie, Architekt und Freigeist unterstützt seinen Sohn, wo immer er nur kann. Selbst als Nikolajs Eskapaden, fast schon notgedrungen, immer wilder werden, steht Magnus ihm immer zur Seite und macht damit alles nur noch schlimmer...

Sven Nordin, Asmund Høeg und Sonja Richter | mehr Cast & Crew


Sons of Norway - Trailer




DVD und Blu-ray | Sons of Norway

Blu-ray
Sons of Norway Sons of Norway
Blu-ray Start:
09.11.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 88 min.
DVD
Sons of Norway Sons of Norway
DVD Start:
09.11.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Sons of Norway

Filmwertung: | 7/10


Die 70er – eine vielverfilmte, viel idealisierte, vielverkitschte Zeit der Rebellion, des grenzenlosen Lebens, und wohl am kennzeichnendsten: des knalligen Kontrasts. Ganz 70er Jahre skizziert auch die auf Autor Frobenius‘ Jugend beruhende Romanadaption „Sons of Norway“ das kantenvoll polare Bild einer Zeit des Aufruhrs, doch fängt Jens Liens in seinem achronischen Werk nicht nur den Zeitgeist einer ganzen Generation ein, sondern stellt ihn in den bewegend intimen Kontext der Familie. Das Resultat ist ein nachdenkliches, musikgetragenes Drama in dem stets hoffnungsvollen Schimmer frischer Situationskomik, das sich nicht nur als Tribut auf eine Zeit der Wende versteht, sondern mindestens genauso als Film über das Heranwachsen in einer brutalen Welt und die Unplanbarkeit des Lebens selbst. Anders als die meisten 70er Produktionen vor ihm legt „Sons of Norway“ keinen Wert auf grenzenlose Übersteigerung und klischeehafte Übertreibung, sondern portraitiert mit genauso viel Respekt wie düsterer Subkritik für die dargestellte Zeit ein höchstpersönliches Einzelschicksal, um in jenem, so individuellen Rahmen das Zeitgefühl der breiten Masse auszuführen. Kultklassiker Velvet Goldmine auf Norwegisch, versetzt in ein durchschnittsbürgerliches Milieu und geerdet auf dem ehrlichen, wenn auch kalten Boden der authentischen Realität – das ist es, was „Sons of Norway“ bedeutet.

Bildtechnisch passt Lien seinen Streifen dabei durch zeittypische Features wie Zooms und Slowmotion-Montagen ans 70er Jahre Gefühl an, doch schafft er es, die technische Authentizität nicht zu übertreiben und den schmalen Grad zwischen moderner Filmtechnik und 70er Tribut zu beschreiten. Durch sparsames Überblenden markiert Lien zielsicher Wendepunkte, genauso sparsam, doch gekonnt synchron gesetzte weiße Blenden stellen einen dramatischen Gesamtzusammenhang her. Angles finden tiefenpsychologische Nutzung, während Point of Views den Zuschauer gegen Ende von außen nach innen, vom Objektiven zum rein Subjektiven, von der Masse direkt ins Herz des Protagonisten Nikolai mitnehmen. Als Spiegel der Zeit fungiert währenddessen ein sinnvoll konzipierter Dialog, wobei der Streifen die Einführung seiner durchaus besonderen Charaktere unterdes eher grafisch direkt in seinen Handlungselementen verankert. Und dann ist da- wie könnte es bei einem 70er Streifen anders sein - noch der eigendynamische Wert des Soundtracks zu erwähnen, der verblüffend eigenständig als Handlungs- und Stimmungssteuer fungiert und dabei mal basslastig wabernd, mal locker rockig genauso viel Emotionsventil wie Emotionskatalysator bedeutet.

Kurz und knapp ist „Sons of Norway“ ein Film so laut, direkt und bewegend wie ein 70er Jahre Synthesizer. Doch genauso wie dessen Klänge nichts für den Durchschnittsmusikliebhaber sein dürften, verhält es sich mit der Zielgruppe des Dramas: den durchschnittliche Dramenfan mag der Streifen mit seiner steten Bemühung um auflockernde Situationskomik verstören. Goldrichtig dagegen sind 70er Fans, die nach einem etwas anderen und ganz persönlichen Tribut mit Tiefgang und Authentizität suchen.
by Sima Moussavian

Bilder © Alamode