Skyscraper

Skyscraper (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Skyscraper Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Einst war Kriegsveteran Will Sawyer (Dwayne Johnson) Geiselnahme-Experte beim FBI, heute verantwortet er die Sicherheit von Wolkenkratzern. Als er in China einen Auftrag annimmt, steht dort plötzlich das höchste und sicherste Gebäude der Welt in Flammen, wofür er verantwortlich gemacht werden soll. Doch damit nicht genug – oberhalb der Feuerlinie sitzt Wills Familie in der Falle...

Dwayne Johnson, Neve Campbell und Chin Han | mehr Cast & Crew


Skyscraper - Trailer




DVD und Blu-ray | Skyscraper

Blu-ray
Skyscraper Skyscraper
Blu-ray Start:
15.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.
Skyscraper (3D Blu-ray) Skyscraper (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
15.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.
Skyscraper (4K Ultra HD) Skyscraper (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
15.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.
DVD
Skyscraper Skyscraper
DVD Start:
15.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Filmkritik Skyscraper

Filmwertung: | 6/10


In diesem Kinosommer, der mittlerweile fast ausschließlich von Sequels, Reboots und Remakes gesäumt ist, bildet Dwayne Johnson mit „Skyscraper“ nach „Rampage“ überraschenderweise bereits zum zweiten Mal eine originelle Ausnahme. Hier zeigt sich, dass Johnson mittlerweile zu den letzten Relikten des Starsystems gehört, dessen Name alleine und unabhängig von Franchises für Erfolg steht. Schon in „San Andreas“ hat der so charismatische Ex-Wrestler vor drei Jahren sein Faible für das Irwin Allen-Katastrophenkino der 70er Jahre gezeigt, mit seinem neuesten Streich „Skyscraper“ huldigt er scheinbar dem Hochhaus-Thriller „Flammendes Inferno“. Viel mehr ist Johnsons neuester Blockbuster allerdings seine ganz eigene Variante von „Stirb langsam“ und der Art von High-Concept-Actioner, wie sie Schwarzenegger, Stallone, Willis und Co. früher mal gemacht haben. Das fasst dieses feurige und herrlich überzogene Spektakel auch schon perfekt zusammen und sollte keine Zweifel über die Erwartungshaltung an diesen spaßigen, aber wenig originellen Film aufkommen lassen.

Skyscraper: Dwayne Johnson spielt Will Sawyer
Skyscraper: Dwayne Johnson spielt Will Sawyer © Universal Pictures
Johnson spielt den Ex-FBI-Mann Will Sawyer, der seit einem fehlgeschlagenen Geiselnahme-Einsatz versucht wieder auf die Beine zu kommen – ganz im wörtlichen Sinne, denn bei dem explosiven Einsatz hat Sawyer ein Bein verloren, das nun von einer metallenen Prothese ersetzt wird. Sein Freund und ebenfalls bei dem Einsatz gebrandmarkter Ex-FBI-Kollege (Pablo Schreiber) verschafft Sawyer einen hochdekorierten Job als Sicherheitsbeauftragter im höchsten Wolkenkratzer der Welt – das Pearl in Hongkong, doppelt so groß wie das Burj Khalifa, dreimal so hoch wie das Empire State Building. Zhao Min Zhi (Chin Tan), Besitzer und brillanter Architekt des sich selbst versorgenden und aufgrund ausgefeilter Brandschutzmaßnahmen unzerstörbaren High-Tech-Komplexes inklusive Parkanlage mit Wasserfall, hat sich jedoch Feinde gemacht: So wird das Pearl plötzlich von schwer bewaffneten Terroristen überfallen, die im 96. Stockwerk einen Brand legen und das Löschsystem außer Kraft setzen. Sie wollen an etwas, das sich im Besitz von Zhi befindet, der sich im oberen Penthouse in der 220. Etage verbarrikadiert hat. Dass sich unerwarteterweise Sawyers Frau Sarah (Neve Campbell) noch mit ihren beiden Kindern im Appartement oberhalb des in Brand gesetzten Stockwerks befindet, war jedoch nicht Teil des Plans. Will ist nun zu allem bereit, um seine Familie aus der flammenden Falle zu befreien...

Skyscraper: Neve Campbell spielt Sarah Sawyer
Skyscraper: Neve Campbell spielt Sarah Sawyer © Universal Pictures
„Skyscraper“ macht von der ersten Sekunde an deutlich, dass er eine maximal auf pures Eskapismuskino gebürstete Unterhaltungsmaschine sein will, die an purem, ungefiltertem Spektakel nicht geizt. Nach einer Rückblende zu Sawyers schicksalhaftem Einsatz zehn Jahre zuvor springt der Film auch schon in die Gegenwart, wo sich der Held auf sein Vorsprechen mit seinem neuen Arbeitgeber vorbereitet. Hier wird auch seine Familie kurz und bündig etabliert, wodurch schnell klar gemacht wird, dass Sawyer ein fürsorglicher Bilderbuch-Vater und -Ehemann ist. Neve Campbell, die seit den „Scream“-Filmen eigentlich nie im Mainstream vorzufinden war und sich überhaupt rar gemacht hat, ist hier sicher eine überraschende und inspirierte Wahl. Besonders viel zu tun hat sie in „Skyscraper“ aber leider nicht, auch wenn sie später durchaus selbst austeilen kann.

Besonders eindrucksvoll ist dann die Präsentation des dynamisch geformten Hauptschauplatzes, ein tollkühner, hypermoderner und brillant konzipierter Hochglanz-Turm, der mit seinem hochtechnisierten Erfindungsreichtum durchaus fasziniert. Gerade die namensgebende, an der Spitze liegende Kugel begeistert mit einer atemberaubenden Überraschung, die hier nicht verraten werden soll. Dass dieses Setting nicht nur reine Deko, sondern schließlich Schauplatz des an einen Orson Welles-Klassiker angelehnten Finales ist, sollte nicht nur Genre-Kennern früh bewusst sein. Überhaupt wird hier fast kein Element eingestreut, das nicht zu einem späteren Zeitpunkt nochmal aufgegriffen wird. Nach dieser Figuren- und Schauplatzeinführung dauert es auch nicht lange, bis Regisseur und Autor Rawson Marshall Turber seiner actionreichen Prämisse folgt und dem Spektakel seinen Lauf lässt.

Skyscraper: Will Sawyer (Dwayne Johnson)
Skyscraper: Will Sawyer (Dwayne Johnson) © Universal Pictures
Gerade eine Sequenz, bei der Johnson einen gigantischen Baukran auf dem Gebäude gegenüber erklimmt, um dann auf den Bereich oberhalb des Brandes zu gelangen, erweist sich als schwindelerregende und die Physik sprengende Angelegenheit, die ihr Potential Moment für Moment weiter ausreizt und gleichermaßen für Beklemmung wie puren, bekloppten Spaß sorgt. Dass Johnsons Beinprothese nicht nur Ausdruck seines inneren Traumas ist, sollte bei einem Film wie diesem auch klar sein. Denn recht schnell kommt es hier zu einem irrsinnigen Küchenfight zwischen Sawyer und einem Widersacher, bei dem allerhand Utensilien genauso zweckentfremdet werden wie eben auch Swayers Beinprothese. Das soll dann auch wahrlich nicht das letzte Mal sein, dass besagter Beinersatz kreativ eingesetzt wird.

Überhaupt ist „Skyscraper“ permanent darauf bedacht, Dwayne Johnson in möglichst ausweglose und absurde Situationen zu bringen, durch die er sich mit nahezu übermenschlichen Fähigkeiten und Erfindungsreichtum kämpft. Das ist hochgradig unterhaltsam und nimmt sich angenehmerweise auch nie allzu ernst, auch wenn Thurber das Ganze schon mit ernster Miene durchspielt. Dadurch kommt das Absurde allerdings nur noch komischer zum Vorschein und lädt eher dazu ein mitzulachen als darüber zu lachen. Gerade wenn sich Johnson zum wiederholten Male in bester MacGyver-Manier mit Isolierband und anderen gerade auffindbaren zweckentfremdeten Gegenständen etwas bastelt und dann im Angesicht eines weiteren lebensmüden Plans „Das ist bescheuert" proklamiert, spricht er natürlich augenzwinkernd die Gedanken der Zuschauer aus.

Skyscraper: Hannah Quinlivan
Skyscraper: Hannah Quinlivan © Universal Pictures
Der selbstironische und komödiantische Unterton kommt nicht von ungefähr, wenn man bedenkt, dass Thurber zuvor Flachwitzspektakel wie „Voll auf die Nüsse", „Wir sind die Millers" und „Central Intelligence" zu verantworten hatte. Dennoch überrascht der Regisseur mit diesem doch ernsthafteren Tapetenwechsel, der ihm auch weitestgehend gelingt. „Skyscraper“ ist visuell gelungen und begeistert mit spektakulären, wenn auch meist eher zweckdienlichen Bildern, für die sich Oscar-Gewinner und Paul Thomas Anderson-Stammkameramann Robert Elswitt verantwortlich zeichnet. Erzählerisch ist der Film natürlich wahnwitziger Humbug voller hochhausgroßer Logiklöcher, gerade wenn schließlich die absurde Motivation der von Roland Møller angeführten Terroristen zum Vorschein kommt. Aber auch ansonsten ist die Erzählung lediglich eine platte Entschuldigung, um Johnson möglichst viele Gelegenheiten für wahnwitzige Actionsequenzen zu bieten, die in immer rascherer Abfolge erscheinen. Dadurch erinnert der Film zunehmend an ein Jump`n Run-Videospiel inklusive immer anspruchsvollerer Level, wobei Glaubwürdigkeit zunehmend aus dem Fenster geworfen wird.

Das macht auf ganz oberflächlicher Ebene durchaus Spaß, dennoch hinterlässt der Film eine gewisse Leere. Johnson und Thurber zielen hier auf niederste Instinkte. Johnson versteht sich mittlerweile wohl abgesehen von mancher Ausnahme als Lieferant anspruchslosester Blockbuster-Kost. So ist „Skyscraper“ gewissermaßen nettes Füllwerk, bis Christopher McQuarrie in wenigen Wochen mit „Mission: Impossible: Fallout" hoffentlich einen echten Adrenalinschub auf höchstem Niveau bietet. „Skyscraper“ ist nett anzusehen und treibt den Puls durchaus an manchen Stellen hoch, insgesamt geht der Film über passablen Durchschnitt dann aber nicht hinaus.


Fazit:
Was auf „Skyscraper“ drauf steht, ist auch drin. Hier wird irrwitziges Spektakel in oft schwindelerregender Höhe geboten, das meist durchaus Spaß macht und nur unterhalten will. Doch trotz aller Schauwerte ist dieser  aus zahlreichen bekannten Versatzstücken zusammengesetzte Film ganz klar die Dwayne Johnson-Show, bei dem sich der aktuell größte Filmstar von einer aberwitzigen Situation zur nächsten hangelt, kämpft und springt. 
by

Bilder © Universal Pictures Intl.