Sinister

Sinister (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Wild Bunch

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Sinister Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Der Schriftsteller Ellison Oswalt (Ethan Hawke) schreibt Bücher über wahre Verbrechen. Verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Erfolg zieht Ellison mit Frau und Kindern in eine Kleinstadt in Pennsylvania, wo vor Jahren ein Massaker geschah, das bis heute nicht aufgeklärt ist. Dass ihr neues Heim das Haus der Ermordeten ist, verschweigt der Autor seiner Familie. Seine Nachforschungen stoßen beim Sheriff auf wenig Gegenliebe. Auch bei der eigenen Familie kriselt es. Seine Frau Tracy (Juliet Rylance) hat die ewigen Umzüge satt. Der 12jährige Trevor (Michael Hall D’Addario) wird von Albträumen geplagt und die kleine Ashley (Clare Foley) vermisst einfach ihr altes Haus. Auf dem Dachboden findet Ellison eine Kiste mit alten Super 8-Filmen, die neben harmlosen Familienaufnahmen auch verstörende Szenen enthalten. Da die Polizei sich für die neuen Spuren nicht interessiert, ermittelt Oswalt auf eigene Faust. Je mehr sich der Autor mit den geheimnisvollen Bildern beschäftigt, desto mehr beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Zudem scheinen übernatürliche Mächte plötzlich von seiner Familie Besitz zu ergreifen.

Ethan Hawke, Juliet Rylance und James Ransone | mehr Cast & Crew


Sinister - Trailer




DVD und Blu-ray | Sinister

Blu-ray
Sinister Sinister
Blu-ray Start:
11.07.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.
DVD
Sinister Sinister
DVD Start:
11.07.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min.

Filmkritik Sinister

Filmwertung: | 9/10


Der moderne Horrorfilm will nicht mehr imaginär sein, sondern dokumentarisch. Bewusstseinsräume weichen nüchternen Realräumen, Kontrast weicht Einöde, die autonome Narrationskraft von Farbe verbleicht zum farblosen Abbild der scheinbaren Realität. Transparenz in Kameraumgang ist fast schon ein Fauxpas und verwackelte Found-Footage Bilder mit hoher Materialität sind es, was die Welt begeistert.

Doch ist das wirklich so? Denn wäre es wirklich so, könnte man sich den US-Erfolg von Scott Derricksons „Sinister“ kaum erklären. Kontinuität und Variation, Bewusstseinsräume und befremdliche wie verfremdende Kontraste – nein, Derricksons Regiewerk gleicht kaum einem modernen Film des vergangenen Jahres, vielmehr beweist er zwischen Genrekonvention und Originalität den Mut zum Klassiker, wiegt uns in wohliger Sicherheit und reißt uns Sekunden darauf mit in Schreckensszenarien zwischen klassischer Atmosphärik und modernem Kult, Schwarz und Weiß, Idylle und Horror. Auf die innerfilmische Leinwand projetziert er beängstigend verstörende Bilder, die ihn selbstreferentiellen Bezug auf sich und den Found-Footage Kult der Gegenwart nehmen lassen und intradiegetisch die Einbarkeit von Klassik und Moderne des Genres beweisen: Aufnahmen des Grauens, die dem guten Alten Horrorfilm in Stimmungshaftigkeit und visueller Affektnarration in nichts nachstehen, gibt Derrickson die äußerliche Form des modernkultigen Realmaterials und eint damit in innerfilmischen Kontrasten von Szenerie und Narration einen Kontrast der außerfilmischen Welt, der bisher uneinbar erschien: die authentische Horrormockumentary und den psychisch wirkungsvollen Imaginationshorror.

Schon die Eröffnungsszene funktionalisiert sich selbst genauso viel zu Stimmungs-, wie Formgeber und lässt uns dabei in einem emotionalen Schockzustand zurück, der uns scheinbar unerfüllbare Erwartungen an den nachfolgenden Film stellen lässt. Unerfüllbar sind sie nicht: tatsächlich erfüllt „Sinister“ sie nicht nur, er übersteigt sie und schafft einen 360°igen Bogen von Vergangenheit über Gegenwart zu allesübertreffender Zukunft: im Film eine Vergangenheit des irrealen Entsetzens, eine Gegenwart der höchstrealen Bedrängnis und eine Zukunft des ultimativen, Gegenwart in Vergangenheit verlagernden Grauens.

Dass Ethan Hawke es in durchweg glaubwürdiger und ausdrucksstarker Interpretation von Protagonist Ellison mit Leichtigkeit gelingt, uns emotional in die Schwere des narrativen (Teufels-)Kreises zu absorbieren, ist schließlich das letzte Tüpfelchen auf dem i der Intensität, welche die Effektivität von Derricksons kontrastiver Filmvision bestimmt.

Fazit: Der imaginär konzipierte Amityville Horror nach guter, alter Art gerahmt und akzentuiert vom modern authentischen Found-Footage Kult: jemand danke Gott für diesen teuflischen Film!
by Sima Moussavian

Bilder © Wild Bunch