Simpel

Simpel (2017), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Simpel Filmplakat

Inhalt

Seit Ben (Frederick Lau) denken kann, sind er und sein Bruder Barnabas ein Herz und eine Seele. Barnabas, „Simpel“ genannt (David Kross), ist 22 Jahre alt, aber geistig auf dem Stand eines Kindes. Quasilorten (Erdbeeren) sind sein Lieblingsessen und draußen im Watt entdeckt er mit seinem Stofftier Monsieur Hasehase neue Kontinente. Simpel ist anders und oft anstrengend, aber ein Leben ohne ihn ist für Ben unvorstellbar. Als ihre Mutter unerwartet stirbt, soll Simpel in ein Heim eingewiesen werden. 
Die einzige Person, die diesen Beschluss rückgängig machen könnte, ist ihr Vater David (Devid Striesow), zu dem die Brüder seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Die Suche nach ihm entwickelt sich zu einer turbulenten Odyssee, bei der Simpel und Ben auf die Medizinstudentin Aria (Emilia Schüle) und ihren Kumpel, den Sanitäter Enzo (Axel Stein) treffen. Keiner der vier ahnt, dass sich hier eine große Freundschaft entwickelt - und vielleicht ein bisschen mehr. Gemeinsam fahren sie in die große Hansestadt, wo Simpel die Bekanntschaft mit Chantal vom Kiez macht und bei einem Koch-Versuch Arias Küche in Flammen setzt, während Ben ihren Vater David aufsucht und eine Entscheidung treffen muss, die ihm keiner abnehmen kann.
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David Kross, Frederick Lau und Emilia Schüle | mehr Cast & Crew


Simpel - Trailer





Info und Wissenswertes zum Film

Schneetreiben im Wattenmeer, Prügel auf der Reeperbahn – die Dreharbeiten

Die erste Klappe zu SIMPEL fiel Ende Februar 2016 unter widrigen Umstände – bei null Grad Außentemperatur im niedersächsischen Wattenmeer.
„Es ist selten so, dass ich mit meinem Team bibbere, weil ich glaube, es gehört zu unserem Job auch ein Stück weit dazu, mit dem Wetter zu leben“, sagt Produzent Michael Lehmann: „Aber es war wahnsinnig kalt, und von einem Moment auf den anderen wechselten sich Schneefall und Sonne ab – das war schon extrem anstrengend für das Team.“

Die Polizei holt Simpel (DAVID KROSS) ab. Ben (FREDERICK LAU) verabschiedet sich.
Die Polizei holt Simpel (DAVID KROSS) ab. Ben (FREDERICK LAU) verabschiedet sich.© Universum Film
Aber wohl für keinen mehr als für David Kross, der in der Anfangssequenz als Simpel nur mit Unterhose bekleidet hinaus ins Watt zieht, und so antwortet Kross auf die Frage, wie er die Dreharbeiten in Erinnerung hat, auch mit: „arschkalt“. Kross weiter: „Das Lustige ist, dass es im Film so aussieht, als ob strahlender Sonnenschein und es überhaupt nicht kalt gewesen wäre. Zwischen den Takes habe ich natürlich gefroren und gezittert, aber während den Takes vergisst der Körper das dann einfach mal – das finde ich erstaunlich.“

Bis zum Drehschluss Mitte April hatte sich das Wetter deutlich in Richtung Frühling bewegt – für Markus Goller, der bevorzugt on location dreht, und sein Team eine deutliche Erleichterung. „Ich versuche halt immer, den ganzen Fluss einer Szene in einem Move hinzubekommen“, sagt Goller: „Das ist immer spannend, denn man merkt gleich, ob’s funktioniert. Wir machen das mehr oder weniger in einer Einstellung. So machen wir es, mein Kameramann Ueli Steiger und ich, schon seit FRIENDSHIP! (Sonst Wiederholung siehe Satz davor). Das ist für mich die größte Herausforderung, beim Dreh gewissermaßen gleich mitzuschneiden. Aber wenn wir in einer Szene bei Sonnenschein anfangen und am Ende im Schnee stehen, müssen wir eben noch einmal drehen...“

Die fantastische Energie, die Michael Lehmann dem Team bescheinigt, half auch über weitere Widrigkeiten hinweg: So war das Haus am Deich, in dem die Geschichte beginnt, nur über eine schmale Straße zu erreichen, die für LKW ungeeignet war, so dass das ganze Equipment umgeladen werden musste. Und in Hamburg waren insbesondere für die Continuity die Szenen eine Herausforderung, in denen Ben und Simpel in Hamburg mit Bus und Bahn unterwegs sind. Auch wenn Hamburg im Film nie explizit benannt wird, wird es durch die Motivauswahl keineswegs versteckt – „man wird nicht übersehen, dass wir in Hamburg gedreht haben“, sagt Markus Goller. Vom Fischmarkt, wo Ben und Simpel zunächst landen, über Arias Wohnung im Schanzenviertel bis hin zur Reeperbahn (wo Ben und Simpel sich mit den Falschen anlegen und Prügel beziehen), boten die Drehorte für den (in Berlin lebenden) Münchner Goller durchaus noch viele Entdeckungen – und auch Chancen, die Emotionalität der Geschichte noch zu verstärken: „Auf der Reeperbahn war ich so noch nie unterwegs, es war immer wie ein Mythos für mich. Aber wenn du nicht im Party-Modus unterwegs bist, sondern hier die ganzen Hinterzimmer kennenlernst und die Menschen siehst, die hier normal verkehren, finde ich es erschütternd, weil’s schon ganz schön fertig ist und ganz schön traurig. Da kommt eben unser Sonnenschein Simpel rein in diese Welt, so erlebe ich es, und bringt Licht ins Dunkel.“ Für die Darsteller war Markus Gollers Regiestil ein ganz großes Plus über die gesamte Drehzeit hinweg. Frederick Lau erklärt, wie das dem Film zugutekam: „Markus ist ganz, ganz sensibel und feinfühlig, er vertraut einem. Und als Schauspieler kann man gar nicht anders, als ihm dieses Vertrauen zurückzugeben. Ich finde es wunderbar, wenn man etwas schafft, das sich gut und richtig anfühlt, und er einen dabei unterstützt und sich darüber freut, dass etwas Schönes, etwas Magisches passiert ist.“ So hat es auch David Kross empfunden: „Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Regisseur auch so viel geweint hat bei den Dreharbeiten, weil er in der Szene gefühlsmäßig total dabei ist. Das ist toll als Schauspieler, weil du dann direktes Feedback hast – das pusht einen total.“

David (DEVID STRIESOW) ist der Vater von Ben und Simpel.
David (DEVID STRIESOW) ist der Vater von Ben und Simpel.© Universum Film
Und auch der Zusammenhalt der Darsteller hätte nicht besser sein können. Emilia Schüle, die nicht nur mit David Kross, sondern auch mit Frederick Lau (u. a. in TOD DEN HIPPIES! ES LEBE DER PUNK!) schon gemeinsam vor der Kamera stand, sagt es so: „Es war voll das Heimspiel mit den Jungs; hier zu drehen, war wie Zuhause sein.“ Und auch Axel Stein fand sich in die Gruppe ein – schnell war eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe eingerichtet, und Schüle stellte fest: „Wir waren echt eine coole Gang, es war sehr lustig mit den drei Jungs.“

Ein Extra-Lob reserviert sie dabei für einen der Jungs, David Kross: „Ich finde, David war gar nicht wiederzuerkennen. Er spielt so eine krasse Rolle, und er macht das so großartig. Ich habe ihm so gerne zugeschaut, ich konnte gar nicht weggucken und mich auf mein eigenes Spiel konzentrieren. Er war die ganze Zeit in der Rolle drin.“ Ähnlich ging es Axel Stein, was das Zusammenspiel von Kross und Lau betraf: „Ich habe den beiden unheimlich gern zugeguckt, weil das so ehrlich war. Und es war interessant zu beobachten, wenn zwei Männer keine Scheu haben, sich gegenseitig anzufassen, was dann auch wirklich authentisch als Brüderliebe rüberkommt.“
Und Frederick Lau ergänzt: „Es war vom ersten Tag an fantastisch. Man macht sich natürlich so seine Sorgen und denkt: Mal sehen, wie ich den Charakter hinkriege; man hat ja doch immer ein bisschen Respekt davor. David hat mir aber großartig geholfen. Es hat gleich gepasst, dass wir Brüder spielen.“

BESETZUNG

David Kross als Simpel
David Kross, 1990 im schleswig-holsteinischen Bargteheide geboren, spielte schon als Elfjähriger Theater; mit zwölf Jahren stand er für HILFE, ICH BIN EIN JUNGE (2002) vor der Kamera. Es folgten kleinere Fernsehrollen. Der Durchbruch gelang David Kross mit Detlev Bucks kontrovers diskutiertem Film KNALLHART (2006), der mit drei Deutschen Filmpreisen und auf der Berlinale mit dem Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet wurde.
Ben (FREDERICK LAU) und Simpel (DAVID KROSS).
Ben (FREDERICK LAU) und Simpel (DAVID KROSS). © Universum Film
Marco Kreuzpaintner besetzte Kross in der Titelrolle seines Films KRABAT (2008) nach Otfried Preußlers gleichnamigem Buch, der mit über 1,8 Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres gehörte.
Für seine herausragende schauspielerische Leistung in Stephen Daldrys DER VORLESER (2008) an der Seite von Kate Winslet wurde Kross u. a. mit der Trophée Chopard, dem Deutschen Hörfilmpreis und dem österreichischen Kultur- und Medienpreis Romy ausgezeichnet. Weitere markante Rollen spielte Kross in Detlev Bucks SAME SAME BUT DIFFERENT (2010) und DIE VERMESSUNG DER WELT (2012), Hans Steinbichlers DAS BLAUE VOM HIMMEL (2011), Sherry Hormanns ANLEITUNG ZUM UNGLÜCKLICHSEIN (2012) und Özgür Yildirims Thriller BOY 7 (2015) wie auch in internationalen Produktionen, darunter in Steven Spielbergs GEFÄHRTEN (2011), Petter Naess’ INTO THE WHITE (2012), MICHAEL KOHLHAAS (2013) und Ariel Zeitouns ANGÉLIQUE - EINE GROSSE LIEBE IN GEFAHR (2013). 
2016 war er in der ARD-Produktion „Die Akte General“ zu erleben; zu Kross’ weiteren Projekten gehörten Stephen Hopkins’ Sportdrama ZEIT FÜR LEGENDEN (2016), RICO, OSKAR UND DER DIEBSTAHLSTEIN (2016) von Neele Leana Vollmar, Daniela Amavias GET LOST, die irische Culture-Clash-Komödie HALAL DADDY von Conor McDermottroe und die Titelrolle in TRAUTMANN, Marcus H. Rosenmüllers Biopic über den Fußballtorwart Bert Trautmann.

Frederick Lau als Ben
Frederick Lau, geboren 1989 in Berlin, hat sich in den letzten Jahren als einer der herausragenden Darsteller seiner Generation etabliert.
Mit DIE WELLE (2008) wurde Frederick Lau endgültig einem breiten Publikum bekannt: Für seine Rolle des Tim in Dennis Gansels Schuldrama erhielt er den Deutschen Filmpreis für den besten Nebendarsteller und den Undine Award als Bester jugendlicher Charakterdarsteller. Nach einem bayerischen Fernsehpreis für „Neue Vahr Süd“ (2011) wurden Frederick Laus schauspielerische Leistungen mit einem weiteren Deutschen Filmpreis für Sebastian Schippers VICTORIA (2015) ausgezeichnet.
Ben (FREDERICK LAU) und sein Vater (DAVID STRIESOW) haben sich lange nicht gesehen.
Ben (FREDERICK LAU) und sein Vater (DAVID STRIESOW) haben sich lange nicht gesehen.© Universum Film
Frederick Lau stand schon als Kind für erste Fernsehrollen vor der Kamera, darunter in Serien wie „Achterbahn“, „Die Polizistin“ und „Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen“. Erste Kinorollen übernahm er in DREI STERN ROT (2002), DER BRIEF DES KOSMONAUTEN (2002) und DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER (2003) Bereits als Jugendlicher hatte Frederick Lau den Preis der Kinderjury beim Filmfest Goldener Spatz für seine Rolle in WER KÜSST SCHON EINEN LEGUAN? (2004) gewonnen. Seine erste Kino-Hauptrolle spielte er in Andreas Kleinerts FREISCHWIMMER (2007) mit August Diehl und Fritzi Haberlandt, es folgten der große Erfolg mit DIE WELLE und weitere Rollen, u. a. in Uwe Timms DIE ENTDECKUNG DER CURRYWURST (2008) Wolfgang Fischers Thriller WAS DU NICHT SIEHST (2009), PICCO (2010) von Philip Koch, TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER (2012), OH BOY (2012), UMMAH – UNTER FREUNDEN (2012), DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE (2012), SEIN LETZTES RENNEN (2013) mit Dieter Hallervorden, 3 TÜRKEN & EIN BABY (2015), TRAUMFRAUEN (2015) und Oskar Roehlers TOD DEN HIPPIES! ES LEBE DER PUNK! (2015).
Auch für das Fernsehen war Frederick Lau in den vergangenen Jahren aktiv: Angefangen mit dem Frankfurt-„Tatort“ „Bevor es dunkel wird“ (2007) mit Andres Sawatzki, spielte er Rollen in diversen Folgen der Krimiserie, zuletzt im Lena-Odenthal-„Tatort“ „Der Wald steht schwarz und schweiget“ (2012). Außerdem gehören zu Frederick Laus Fernseharbeiten die Serie „Die Snobs“ (2010), Uwe Jansons Mehrteiler „Laconia“ (2011), „Bornholmer Straße“ (2014) und „Mordkommission Berlin 1“ (2015).
Frederick Laus jüngster Kinoerfolg war Sebastian Schippers VICTORIA, der 2015 im Wettbewerb der Berlinale lief und mit mehreren Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde.
Auch 2016 war Frederick Lau im Kino sehr präsent: mit Philip Kochs neuem Film OUTSIDE THE BOX, Henrik Regels WIE MÄNNER ÜBER FRAUEN REDEN, Max Zähles Komödie SCHROTTEN!, Viviane Naefes SEITENWECHSEL, Karoline Herfurths SMS FÜR DICH und mit der Märchenverfilmung DAS KALTE HERZ.
Die TNT-Produktion „4 Blocks“ hatte gerade auf der Berlinale 2017 Weltpremiere, weitere von Frederick Laus aktuellen Projekten umfassen den Mysterythriller GUTLAND, Robert Schwentkes Kriegsdrama DER HAUPTMANN und Matthias Luthardts DER FUCHS.

Emilia Schüle als Aria
Emilia Schüle wurde im russischen Blagoweschtschensk geboren und kam als Kind mit ihrer Familie nach Deutschland. Ihr Kinodebüt gab sie in Ute Wielands FRECHE MÄDCHEN (2008); die Hauptrolle der Mila nahm sie für die Fortsetzung FRECHE MÄDCHEN 2 (2010) wieder auf.
Aria (EMILIA SCHÜLE) verarztet Bens (FREDERICK LAU) Verletzung.
Aria (EMILIA SCHÜLE) verarztet Bens (FREDERICK LAU) Verletzung.© Universum Film
Im Folgenden war sie in zahlreichen Kinofilmen zu sehen, darunter in Rainer Matsutanis GANGS (2009) mit Jimi Blue Ochsenknecht und Wilson Gonzalez Ochsenkrecht, Mike Marzuks ROCK IT! (2010), UNTER FRAUEN (2012), MANN TUT WAS MANN KANN (2012), in einem Cameoauftritt in VATERFREUDEN (2014) mit Matthias Schweighöfer, in Ute Wielands BESSER ALS NIX (2014), Oskar Roehlers TOD DEN HIPPIES!! ES LEBE DER PUNK! (2015), BOY 7 (2015), SMARAGDGRÜN (2016) und jüngst in Florian Gaags LENALOVE (2016) sowie in Martin Schreiers UNSERE ZEIT IST JETZT (2016).
Zu ihren aktuellen Projekten zählen die Hauptrolle in Hendrik Hölzemanns AXEL DER HELD; Alain Gsponers JUGEND OHNE GOTT (2017), Anika Deckers Komödie HIGH SOCIETY (2017) mit Katja Riemann und Iris Berben, Ilker Çataks ES WAR EINMAL INDIANERLAND und PROFESSOR WALL IM BORDELL von Stefan Krohmer.
Das Fernsehpublikum kennt Schüle u. a. auf den gerade ausgestrahlten Mehrteilern „Charité“ (2017) und „Ku’damm 56“ (2016), aus der „Tatort“-Doppelfolge „Wegwerfmädchen“ und „Das goldene Band“ (2012) mit Maria Furtwängler, für die Emilia Schüle 2014 mit der Goldenen Kamera als beste Nachwuchsschauspielerin sowie mit dem Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet wurde. 2017 steht sie mit ihrer Hauptrolle in der 2. Staffel von Berlin Station (Epix/ Paramount) erstmalig für eine internationale Produktion vor der Kamera