Sightseers

Sightseers (2012), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: MFA

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Sightseers Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Tina ist 34 und lebt noch immer bei ihrer Mutter. Völlig aus dem Häuschen ist diese, als Tina ankündigt, mit ihrem neuen Freund Chris im Wohnmobil das ländliche Yorkshire erkunden zu wollen. [...] Die Frischverliebte zieht mit gepacktem Koffer inklusive eigens gehäkelter altrosa Reizwäsche von dannen. Was Tina jedoch nicht ahnen kann: Ihr angebeteter Chris ist ein psychopathischer Serienkiller. Schon an der ersten Sehenswürdigkeit gerät der extrem reizbare und cholerische Mann mit einem Schmutzfinken aneinander, den er kurz danach auf dem Parkplatz über den Haufen fährt. Das ist natürlich unschön. Doch darf sich eine in Lust entbrannte Frau von derlei Umständen den hart erkämpften Urlaub vermiesen lassen?

Alice Lowe, Steve Oram und Eileen Davies | mehr Cast & Crew


Sightseers - Trailer




DVD und Blu-ray | Sightseers

Blu-ray
Sightseers Sightseers
Blu-ray Start:
20.08.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Sightseers Sightseers
DVD Start:
20.08.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

Filmkritik Sightseers

Filmwertung: | 8/10


Wer der Meinung ist, dass der schwarze Humor aus Großbritannien stammt und dort auch die besten Komödien dieses Genres gedreht wurden, wird durch „Sightseers“ (Originaltitel: „Sightseers“, GB, 2012) nur bestätigt.

Tina (Alice Lowe) und Chris (Steve Oram) sind frisch verliebt und planen einen Wohnwagen-Urlaub, bei dem sie sich die Sehenswürdigkeiten in Yorkshire ansehen wollen. Schon vor der Abfahrt gibt es Probleme: Die 34-jährigen Tina lebt noch bei ihrer ständig unzufriedenen Mutter Carol (Eileen Davies), welche die Reise der beiden verhindern möchte. Ungeachtet dessen brechen sie auf, aber schon am nächsten Halt entpuppt sich die wahre Natur von Chris. Er bestraft einen Umweltverschmutzer, indem er ihn kurzerhand überfährt. Trotz dieses Ereignisses setzen Tina und Chris die Reise fort.

Der Film stammt aus der Feder der beiden Hauptdarsteller Alice Lowe und Steve Oram. Sie sind beide Stand-up-Comedians, die sich bei einer Live-Show kennenlernten und zusammen die Idee für diese Geschichte entwickelten. Über Jahre formten sie ein Drehbuch aus der anfänglichen Charakterisierung der beiden Figuren. Nachdem der Regisseur Ben Wheatley (bekannt für seine Filme „Down Terrace“ (2009) und „Kill List“ (2011)) in das Projekt einstieg, ohne das Drehbuch vorher gelesen zu haben, wurde das Skript mit Rückblicken, Traumsequenzen und einem erhöhten Maß an Grausamkeit erweitert. Dabei herausgekommen ist eine spritzige, bitterböse Tragikkomödie, die es schafft den Zuschauer zu unterhalten und zu schockieren. Der Film besteht aus vielen Gegensätzlichkeiten. Auf der einen Seite wird die recht normale Liebesgeschichte eines Paares und deren Urlaub erzählt, doch wird diese durch teils abstruse und immer im Affekt ausgeübte Morde durchbrochen. Dadurch entsteht zusätzlich noch ein Portrait über Psychopathen. Die Grausamkeit der Morde steht im Kontrast zu der wunderschönen Landschaft Yorkshires mit ihren teils skurrilen Sehenswürdigkeiten. Für alle einzelnen Punkte haben die Autoren genauestens recherchiert. Dies verleiht dem Film einen authentischen Look neben der nicht realistisch wirkenden, übertriebenen Geschichte, die eine Art Fantasie darstellt, wie es wäre, ohne moralische Grenzen zu leben. Zusätzlich ist „Sightseers“ überhaupt nicht vorhersehbar und kann den Zuschauer immer wieder überraschen. Der Film lebt von seinen witzigen, pointierten Dialogen, die größtenteils improvisiert waren und der passenden teils satirischen Musikuntermalung. Dazu sind die beiden Hauptdarsteller Alice Lowe und Steve Oram perfekt mit ihren Figuren verschmolzen, welche sie ja selbst jahrelang entwickelt haben und in denen sie viel von ihren eigenen Persönlichkeiten einfließen ließen, so dass der Zuschauer sie sich kaum in einer anderen Rolle vorstellen kann.

Fazit: Der Film „Sightseers“ schafft es, sich nahtlos in die Serien-Killer-Pärchen-Filme, wie „Natural Born Killers“ (1994) und „Bonnie & Clyde“ (1967) einzureihen und kann dazu noch mit einer großen Portion schwarzen Humor bestechen.

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Bilder © MFA