Sieben Minuten nach Mitternacht

A Monster Calls (2016), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama / Fantasy
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Sieben Minuten nach Mitternacht Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Sorgenfrei kann man das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) nicht nennen: Seine Mutter (Felicity Jones) ist schwer krank, er fürchtet seine strenge Großmutter (Sigourney Weaver), bei der er jetzt leben soll, und die großen Jungs, die ihn in der Schule verprügeln. Aber am schlimmsten ist der dunkle Albtraum, der ihn jede Nacht quält. Doch plötzlich wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet aufwacht, hat sich die alte Eibe vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt – und spricht zu ihm. Conor begreift schnell, dass er keine Angst haben muss. Stattdessen beginnt das Monster, ihm drei Geschichten zu erzählen. Immer um sieben Minuten nach Mitternacht trifft Conor das Monster, und seine Geschichten begleiten ihn auf dem Weg zu der ganzen Wahrheit hinter seinem Schmerz.

Lewis MacDougall, Felicity Jones und Sigourney Weaver | mehr Cast & Crew


Sieben Minuten nach Mitternacht - Trailer




DVD und Blu-ray | Sieben Minuten nach Mitternacht

Blu-ray
Sieben Minuten nach Mitternacht Sieben Minuten nach Mitternacht
Blu-ray Start:
19.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.
DVD
Sieben Minuten nach Mitternacht Sieben Minuten nach Mitternacht
DVD Start:
19.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Sieben Minuten nach Mitternacht

Filmwertung: | 8/10


Conor O’Malley (Lewis MacDougall) ist 13 Jahre alt. Ein Außenseiter. Ein Träumer. Gezeichnet von Schulkameraden, die ihn mobben, piesacken und solchen, die ihn einfach nur meiden, weil sie nicht wissen wie sie mit ihm umgehen sollen. Gezeichnet ist er aber auch von der tagtäglichen Sorge um seine kranke Mutter Lizzie (Felicity Jones). Sie bedeutet ihm einfach alles. Sieben Minuten nach Mitternacht SzenenbildSein Vater zog nach Amerika, mit seiner Großmutter gerät er nur aneinander und Freunde – die gibt es nicht. Conor kümmert sich so gut es geht um seine kranke Mutter. Getrieben von der Hoffnung, dass sie eines Tages wieder gesund sein wird.
Nach Außen will er Stärke zeigen, doch in seinem Inneren sieht es ganz anders aus. In der Nacht plagt ihn immer wieder der gleiche Albtraum und immer wieder endet er an derselben Stelle. Eines Nachts, als er an seinem Schreibtisch sitzt und zeichnet, ist es genau sieben Minuten nach Mitternacht, als er etwas hört. Er schaut aus seinem Fenster direkt auf den Friedhofshügel mit der alten Eibe, welche sich plötzlich selbstständig macht. Ein Monster mit einer tiefen Stimme kommt auf Conor zu und versucht ihm zu erklären, dass er das Monster gerufen hat. Ist es ein Traum oder Realität? Das Monster will Conor in den Folgenächten drei Geschichten erzählen. Noch ist er vollkommen ahnungslos was das Monster von ihm will und welchen Zweck seine Geschichten erfüllen sollen. Doch schon bald soll er verstehen lernen…

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ stammt aus der Feder des US-amerikanischen Schriftstellers Patrick Ness, der in seinen Romanen von den Abgründen, Tumulten, der Wut und Freude in der Kindheit erzählt. Die Idee zum Roman hatte ursprünglich seine Schriftstellerkollegin Siobhan Dowd, die durch ihren frühen, tragischen Krebstod nicht mehr weiter an der Geschichte schreiben konnte.
Sieben Minuten nach Mitternacht Szenenbild Die Drehbuchadaption setze der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona (The Impossible, Das Waisenhaus) um, mit Unterstützung von Patrick Ness. Wer in das Buch schon einen Blick geworfen hat, wird auch schnell erkennen, dass der Zeichenstil, der im Film erzählten Geschichten, den Illustrationen des Buches ähnelt, welchen Ness letztlich zwei renommierte Preise zu verdanken hat. Wie in einem Bilderbuch werden die Geschichten des Monsters dem Zuschauer nahe gebracht. Die Zeichnungen wirken recht düster und schaurig, wodurch die eher schwere Atmosphäre des gesamten Stücks noch verstärkt wird. Dennoch passt dieser Look sehr gut und macht den Film interessant.
Was auch auffällt, ist die Liebe zum Detail. Regisseur Bayona hat sehr gezielt mit ausdrucksstarken Nahaufnahmen gearbeitet. Gerade in Kombination mit den vielen Illustrationen und auch in Bezug auf die Thematik, muss man Bayona eines lassen: Bildgestalterisch hat er alles richtig gemacht!
Sein Werk lebt aber vor allem durch seine Darsteller. Sigourney Weaver (Ghostbusters, Exodus: Götter und Könige) spielt Conors Großmutter, die durch die Krankheit ihrer Tochter verzweifelt und angespannt ist. Dass Sigourney Weaver, wie sie selbst sagt, noch nie zuvor in der Rolle der Großmutter war, merkt man so gar nicht. Sieben Minuten nach Mitternacht SzenenbildDie strenge, bevormundende Frau, die im Grunde das komplette Gegenteil von ihrer Tochter ist, spielt sie einfach unglaublich authentisch und mit sehr viel Herz. Der Zustand von Lizzie geht ihr von Szene zu Szene näher und genau das spürt man. Felicity Jones (Rogue One: A Star Wars Story, Die Entdeckung der Unendlichkeit) hat in „Sieben Minuten nach Mitternacht“ als Conors Mutter ein besonders schweres Päckchen zu tragen. Regisseur und Autor setzten sich zum Ziel, den Verlauf von Lizzies Krankheit so realistisch wie möglich darzustellen. Um dem gerecht zu werden, nahm Felicity Jones letztlich auch extra einige Kilos ab. Als Conors Mutter und zugleich engste Freundin, berührt sie den Zuschauer, wie sie es wahrscheinlich in keiner anderen Rolle zuvor getan hat. Ihr Leidensweg und ihre Traurigkeit darüber, dass sie für Conor nicht mehr die Mutter sein kann, die er haben sollte, lässt garantiert auch den dickhäutigsten Zuschauer schlucken. Hut ab!
Für den schottischen Jungschauspieler Lewis MacDougall (Pan) war die Figur des Conor seine erste große Hauptrolle. 109 Minuten lang ist er im Kampf mit sich selbst und seiner Umwelt. All die Wut, die Verzweiflung und Trauer, mit der er lernen muss umzugehen, stellt MacDougall so authentisch dar, dass es nie langweilig wird seine Entwicklung bzw. die Etappen zu verfolgen, die er durchlebt. Eine wirklich ganz große Leistung!

Sieben Minuten nach Mitternacht Szenenbild „Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist de facto eine unglaublich emotionale und vor allem traurige Geschichte, die bildstark umgesetzt wurde und mit großartiger, lyrischer Musik den Zuschauer an die Leinwand bannen wird. Einige wenige Szenen sind zwar durch ihre Machart fast etwas übertrieben bzw. anstrengend und sehr früh wird auch klar, wo die Reise von Conor hingeht - dennoch bleibt es spannend. Die Entwicklung der Charaktere und die verschiedenen Geschichten des Monsters machen den Film zu einem Kinoerlebnis, das einen mitziehen und definitiv sehr an die Nieren gehen wird. Es ist im Grunde egal, ob man sich nun mit dem Inhalt identifizieren kann oder nicht – denn in gewisser Weise ist das Thema allgegenwärtig. Und für all die jungen Erwachsenen und Kinder, die vielleicht bereits eigene Erfahrungen mit schweren Erkrankungen in der Familie machen mussten, ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ schon fast eine Art Leitfaden für den Umgang mit derartigen schweren Situationen.


Fazit:
„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist sicherlich Geschmackssache für den ein oder anderen. Aber es ist ein Film mit einer gewaltigen Ladung Emotionen, mit grandiosen Darstellern, starken Bildern und er wird garantiert jeden berühren. Also: Taschentücher nicht vergessen!
by

Bilder © StudioCanal