Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

The Shape of Water (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

-> Trailer anschauen

Shape of Water - Das Flüstern des Wassers Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

In einem geheimen Regierungslaboratorium auf der Höhe des Kalten Krieges in den USA geschieht ein visuell umwerfendes, emotional aufwühlendes Wunder der Imagination. Der Meistergeschichtenerzähler Guillermo del Toro vermischt auf magische Weise das Pathos und den Thrill des klassischen Monsterfilm-Genres mit den dunklen Schatten des Film Noir, um daraus eine unvergleichliche Liebesgeschichte entstehen zu lassen, die sich mit unseren eigenen Fantasien überlagert – mit den Geheimissen, die wir nicht kontrollieren können und den Ungeheuerlichkeiten, denen wir ins Auge sehen müssen. | mehr Wissenswertes zum Film

Sally Hawkins, Doug Jones und Michael Shannon | mehr Cast & Crew


Shape of Water - Das Flüstern des Wassers - Trailer




Filmkritik Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Filmwertung: | 9/10


Mit The Shape of Water - Das Flüstern des Wassers meldet sich Guillermo del Toro eindrucksvoll als Regisseur zurück. In seinem neuesten Fantasy-Drama versammelt er mit Sally Hawkins, Doug Jones, Michael Shannon, Octavia Spencer und Richard Jenkins einen beachtlichen Cast vor der Kamera. Was wir von dem Film halten, erfahrt ihr hier.

Michael Shannon (Strickland), Sally Hawkins (Elisa) und Octavia Spencer (Zelda)
Michael Shannon (Strickland), Sally Hawkins (Elisa) und Octavia Spencer (Zelda) © Twentieth Century Fox
Mitten im kalten Krieg arbeitet die stumme Elisa (Sally Hawkins) in einem streng geheimen Labor. Angestellt ist sie als Reinigungskraft. Unterschätzt und übersehen geht sie Tag ein, Tag aus ihren Routinen nach. Die einzigen Freunde, die sie hat, sind ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) und ihr kautziger Nachbar Giles (Richard Jenkins). Doch eines Tages bringt der zwielichtige Sicherheitschef Strickland (Michael Shannon) einen ominösen Behälter in das Labor. Sie weiß es noch nicht, aber der Inhalt dieses Behälters wird Elisas Leben grundlegend ändern.

Der Film an sich strotzt nur so vor verschiedenen Themen. Da haben wir beispielsweise Freundschaft, Moral oder der Kampf der Ideologien. Doch was eindeutig im Mittelpunkt steht, ist hier die Schönheit und der Anmut des Andersseins. Jeder sieht und erlebt die Welt auf seine Weise, doch nicht jeder kann so an ihr teilnehmen, wie er es möchte. Wie schwer es ist unter diesem Druck das Richtige zu tun, wird hier eindrucksvoll zur Schau gestellt.

Sally Hawkins (Elisa) und Doug Jones
Sally Hawkins (Elisa) und Doug Jones © Twentieth Century Fox
Dieses Thema berührt auf ganzer Linie. Die Inszenierung dieses Themas durch Guillermo del Toro tut dem Ganzen keinen Abbruch. Bereits der Einstieg in den Film ist irgendwie herzerwärmend. Dabei versteht es del Toro mit sicherer Hand, wie er Schönheit abseits von gängigen Schönheitsidealen erschaffen kann. Dabei nimmt sich der Film auch die Zeit, die er benötigt, um sich in seinem vollen Umfang zu entfalten. Nichts mit schnellen Schnitten. Nichts wird dadurch kaschiert. Nichts wirkt hektisch. Alles steht irgendwie in einem starken Kontrast zum derzeitigen Mainstreamkino. Das ist wohltuend und unheimlich erfrischend. Hier sieht man, dass das Sprichwort “Gut Ding will Weile haben” immer noch Früchte trägt und alles andere als überholt ist. Sehr schön!

Was die schauspielerische Leistung angeht, weiß ich im Grunde nicht, wo ich anfangen soll. Jeder Akteur wirkt auf seine Weise dermaßen skurril, dass es ziemlich schwer ist, das zu bewerten. Aber das allein ist ja bereits eine Bewertung. Mit dem ziemlich langsamen und ausschweifenden Erzähltempo erhält jeder Darsteller genügend Screentime, um seinen Charakter mit ausreichend Tiefe zu versehen. Das gelingt durch die Bank weg, obwohl hier und da die Frage aufkommt, ob der eine oder andere Charakterzug auch tatsächlich nutzbringend für den Film an sich ist. Aber geschenkt, denn ob überflüssig oder nicht, der Sympathie oder eben Antipathie der Figuren ist diese vertikale Charakterzeichnung äußerst zweckdienlich und wird durch jeden der Darsteller mit Bravour getragen.

Richard Jenkins (Giles) und Sally Hawkins (Elisa)
Richard Jenkins (Giles) und Sally Hawkins (Elisa) © Twentieth Century Fox
Das wahre Highlight des Films ist jedoch die Ausstattung. Die Kulissen und die Kostüme zeugen von der immensen Detailverliebtheit von del Toro. Alles wirkt irgendwie vertraut und doch so skurril. Aber allem voran ist zu nennen, dass das “Monster” (Doug Jones) nicht durch CGI realisiert wurde. Dies lässt die Interaktionen mit ihm in allen Belangen deutlich natürlicher anmuten, als es des öfteren der Fall ist, wenn hier auf reine CGI-Effekte gesetzt wird. Alles in allem haften jeder Kulisse, jedem Drehort und jedem Szenenbild die für del Toro typische Kunstfertigkeit an, die eindeutig bezeugt, dass die Werke Lovecrafts schon immer einen enormen Einfluss auf seine Arbeit genommen haben. In diesem Sinne, hat der gesamte Film einen heimelig unheimlichen Flair, der eine stetige lauernde Furcht mit sich führt und die Spannung solange aufrechterhält bis das “Ungewisse” auf uns Zuschauer hereinbricht und die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Das ist auch bei The Shape of Water der Fall und fällt hier auch äußerst gelungen aus.


Fazit:
The Shape of Water ist ein Beweis dafür, dass ein guter Film nicht immer auf den großen Bombast angewiesen ist. Vielmehr zeigt der Film, dass eine kleine, sehr persönliche Reise immer noch zu unterhalten vermag. Mehr scheint der Film auch nicht sein zu wollen. Hier und da kommt der Film einem wie eine Hommage an einen oft unterschätzten, aber doch Stil prägenden Schriftsteller vor, ohne dass sich del Toro jedoch in dieser Hommage verliert und nichts Eigenständiges abliefert. Der Film ist ein Beweis dafür, dass die Liebe der Macher für ihre Figuren und ihre Geschichten immer noch der Garant dafür ist, uns Zuschauer vom Anfang bis zum Ende zu begeistern. Ein Film, der einfacher anmutet, aber eine subtile Tiefgründigkeit in sich trägt, die einfach fesselt und fasziniert. Ein toller Film, von einem tollen Regisseur, wenn man ihn sein Ding durchziehen lässt. Äußerst empfehlenswert.
by

Bilder © 20th Century Fox


Info und Wissenswertes zum Film

Del Toro beginnt seine Geschichte unter Wasser. Von dort wird der ganze Film zu einer atemlosen submarinen Erfahrung, die den Zuschauer in eine Sixties-Welt voller Dinge entführt, die wir heute nur zu gut wiedererkennen – Macht, Wut, Intoleranz, aber auch Einsamkeit, Entschlossenheit und plötzliche, ansteckende Gemeinsamkeiten. Ein außergewöhnliches Wesen aber ist darunter, das vollkommen neu und unbekannt ist. Diese geheimnisvolle Kreatur, die die US Regierung für den kalten Krieg benutzen will, dazu eine stumme Putzfrau, die sich in diese Kreatur verliebt, und ihre beiden besten Freunde, sowie ein sowjetischer Spion und ein mutiger Raub – all das fließt in einer einzigartigen Liebesgeschichte zusammen, die alle Grenzen sprengt.

In den Hauptrollen: die mit Oscar Nominierungen, Golden Globes, BAFTA Awards und vielen anderen Preisen vielfach ausgezeichnete Sally Hawkins (‚Happy go Lucky‘, ‚Paddington‘, ‚Godzilla‘, ‚Blue Jasmine‘), der Oscar nominierte Richard Jenkins (‘The Visitor’), Michael Shannon (‚Midnight Special‘) und Oscar Preisträgerin Octavia Spencer (‚The Help‘, ‚Hidden Figures‘). Regie, Drehbuch, Story und Produzent: einer der kreativsten, visionärsten Geschichtenerzähler des gegenwärtigen Hollywood, Guillermo del Toro (Oscarnominierung für ‚Pans Labyrinth‘).