Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Fantasy / Action / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Als er in die Machenschaften der mysteriösen Organisation „Zehn Ringe“ verwickelt wird, ist Shang-Chi (Simu Liu) gezwungen, sich seiner Vergangenheit zu stellen, die er hinter sich gelassen zu haben glaubte. An der Seite des ersten asiatischen Marvel-Superhelden und Kung-Fu-Meister ist in dem 25. Blockbuster aus dem Marvel Cinematic Universe ein internationaler, starbesetzter Cast zu sehen.

Simu Liu, Tony Leung und Awkwafina | mehr Cast & Crew


Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings - Trailer




Filmkritik Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Filmwertung: | 7/10


Mit „Loki“, „WandaVision“ „The Falcon and the Winter Soldier“ und „What If…“ sind dieses Jahr schon vier Marvel-Serien an den Start gegangen und „Black Widow“ hat das MCU wieder ins Kino gebracht, nachdem das Jahr 2020 für Marvel-Fans sicherlich keine leichte Zeit war. Mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ expandiert das MCU weiter und reist nach Asien, um eine kurzweilige Geschichte zu erzählen, die vor allem durch die hervorragenden Kampf-Choreos richtig Spaß macht.

In „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ wird die Origin-Geschichte des Superhelden Shang-Chi (Simu Liu) erzählt, der als kleiner Junge von seinem Vater (Tony Leung) zu einem hochklassigen Attentäter erzogen wird. Im Jugendalter löst sich Shang-Chi jedoch von ihm und fängt ein neues Leben in den USA an. Doch selbst einige Jahre später, lässt sein Vater ihn nicht los, weshalb er sich ihm gegenüberstellen muss, um das kriminelle Geschäft endgültig zu beenden. Hilfe bekommt er dabei von seiner besten Freundin Katy (Awkwafina). Zusammen reisen sie nach Asien, um die Vergangenheit des Superhelden zu konfrontieren…

Simu Liu und Michelle Yeoh in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Simu Liu und Michelle Yeoh in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings © Disney
Die Kampf-Sequenzen des Marvel Cinematic Universe waren zwar immer hochklassig produziert, leider hat der Schnitt und die Kamera es nur in den seltensten Fällen geschafft, diese in langen übersichtlichen Einstellungen zu zeigen. „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ bricht mit dieser generischen Inszenierung und sorgt für ein Fest an epischen langen Action-Szenen. Die Action ist die kreativste aller Marvel-Filme, denn anstatt schnell und viel zu schneiden, haben sich Regisseur Dessin Daniel Cretton und seine Crew tolle Kamerafahrten ausgedacht, die wirklich faszinieren. Die Liebe für das alte asiatische Action merkt man stetig, eben weil sich Cretton an diesem orientiert und die verschiedensten Untergenres zeitgleich vermischt. Viele Straßenkämpfe wirken inspiriert von Ikonen wie Bruce Lee, es sind aber gerade diese Wuxia-Elemente die „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ ausmachen.

Simu Liu in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Simu Liu in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings © Disney
Unser Protagonist wird von Simu Liu („Kim´s Convenience“) verkörpert, der vollends sympathisch ist. Marvel schafft es wieder einen sympathischen Superhelden zu inszenieren, auf den man sich in weiteren Werken freut. Der große Star des Filmes ist aber Tony Leung („In the Mood for Love“, „Hero“) als gebrochener Vater und Antagonist. Leung gehört zu den großen Stars des asiatischen Kinos und überzeugte schon in zahlreichen Actionfilmen, auch dem MCU drückt er seinen Stempel auf. Seine ganze Geschichte ist so tragisch, dass seine Intention wirklich nahbar und emotional wird, womit er zu den bisher besten Marvel-Bösewichten gehört. Awkwafina („The Farewell“), als Freundin Katy, überzeugt dafür durch ihr gutes Timing und ihre liebenswürdige Ausstrahlung. In Nebenrollen spielen zudem Newcomerin Meng’er Zhang, Ronny Chieng („Godzilla vs Kong“) und Michelle Yeoh („Tiger and Dragon“) mit. Vielleicht taucht sogar der eine oder andere Liebling aus vorherigen Marvel-Filmen auf, dies müsst ihr jedoch selber herausfinden.

Simu Liu und Michelle Yeoh in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Simu Liu und Michelle Yeoh in Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings © Disney
Trotzdem leidet auch „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ an den immer gleichen MCU-Krankheiten. Gerade bei dieser sehr persönlichen Geschichte wäre es schön gewesen, wenn nicht jede emotionale Szene mit einem Witz enden muss. Der klassische Marvel-Humor darf nicht fehlen und wiedermal zerstört dieser einige berührende Szenen. Natürlich funktionieren dennoch einige Witze, insbesondere durch Awkwafina, Problem sind eher die nervigen Oneliner. Das CGI fällt leider ebenfalls negativ auf. In vielen Momenten sieht es überraschend schlecht aus. Die Greenscreen-Hintergründe kann man beinahe zählen, wodurch den epischen Kampf-Sequenzen etwas die Magie geraubt wird. Selbst im großen Finale überzeugt es nicht. Ultra-Fans von Marvel werden sich daran aber wahrscheinlich nicht stören.

Fazit:
„Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ ist eine wilde Achterbahnfahrt nach Asien, die gerade durch die phänomenale Action sehr viel Spaß macht. Mit Tony Leungs Mandarin bekommen wir sogar einen der tragischsten MCU-Bösewichte aller Zeiten serviert, wodurch die gesamte Geschichte deutlich persönlicher und emotionaler wird. Nur einige kleine Schönheitsfehler sorgen letztendlich dafür, dass „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ nicht zu den ganz großen Filmen des Franchise aufsteigt.
by Lukas Weinandy

Bilder © Walt Disney


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