Scream

Scream (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Horror / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Inhalt

Niemand ist sicher in Woodsboro … und jeder verdächtig! 25 Jahre nachdem eine Serie brutaler Morde das eigentlich ruhige Städtchen Woodsboro erschütterte, gibt es einen neuen Ghostface-Killer, der eine Gruppe von Teenagern ins Visier nimmt, um die tödlichen Geheimnisse der Stadt wieder aufleben zu lassen. Doch mit Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette stehen bekannte Gesichter des Horror-Franchise unter der Regie von Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett bereit, um Ghostface die Stirn zu bieten. Ob sie die Regeln noch kennen, um in einem Horrorfilm zu überleben?

Courteney Cox, David Arquette und Neve Campbell | mehr Cast & Crew


Scream - Trailer




Filmkritik Scream

Filmwertung: | 7/10


"Stehst du auf Horrorfilme?” - 25 Jahre sind vergangen, seitdem der berühmte Ghostface-Killer der unschuldigen Casey Becker (Drew Barrymore) anrief und sie mit dieser Frage konfrontierte. Eine ganze einfache Frage, die zu einem tödlichen Spiel einlud. Das Telefonat zwischen Casey Becker und dem Ghostface-Killer zählt zu einer der prägendsten Eröffnungssequenzen der jüngeren Horrorfilmgeschichte. Wes Craven erfand mit dem allersten Scream im Jahre 1996 das totgeglaubte Slasher-Genre wieder neu, indem er die Regeln dieses Genres dekonstruierte und neu bestimmte.

Das Wiederbeleben des Genres kann sowohl Fluch als auch Segen sein. Es brachte nicht nur unzählige Nachahmer, sondern auch drei weitere Sequels der Scream-Reihe. Pünktlich zum 25-jähirgem Jubiläum, folgt bereits die fünfte Verfilmung der Slasher-Reihe. Alle Sequels haben zwar nie die Qualität des Originals übertrumpfen können, haben sich aber als gutgemachte Fortsetzungen bewiesen. Gelingt das dem neuen Regieduo um Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (Ready Or Not - Auf die Plätze, fertig, tot)?

Szene aus Scream 5
Szene aus Scream 5 © Paramount Pictures
Ghostface ist zurück! In der verschlafenden und traumatisierten Kleinstadt Woodsboro vermehren sich wieder Angriffe des maskierten Killers, was sowohl die neue Generation der Einwohner:innen, als auch die Überlebenden in Sorge versetzen. Im Fokus von Scream 5 steht das Geschwisterpaar Samantha (Melissa Barrera) und Tara Carpenter (Jenna Ortega). Samantha, die ihre ganze Familie vor Jahren im Stich ließ, kehrt nach Woodsboro zurück, als ihre Schwester Opfer eines Ghostface-Angriffs wurde. Es dauert nicht lange, bis der Killer sich den engen Bekanntenkreis der Geschwister annähert und Samantha ins Visier nimmt. Samantha trägt nämlich ein großes Geheimnis mit sich, das sie plagt und durch Ghostface wieder ans Tageslicht gebracht wird. Doch bevor die Angelegenheit eskaliert, sucht Samantha einen Überlebenden der Reihe auf: Dewey Riley (David Arquette). Dieser macht sich nach kurzem Zögern auf, Samantha zu helfen und besorgt sich Hilfe von alten Bekannten: Gale Weathers (Courtney Cox) und der berühmten Sidney Prescott (Neve Campbell).

Eine der großen Besonderheiten der Scream-Reihe waren die Meta-Ebenen innerhalb der Handlung und Dialoge. Wes Craven setzte sich schon mit Wes Craven’s New Nightmare (1994) mit dem Slasher-Genre auseinander und dekonstruierte Horrorikone Freddy Krueger in weiten Teilen. Mit Scream ging er dann All-In und bot einen Film, der sich stets bewusst war, was für eine Geschichte erzählt werden würde. Horrorfilme existieren im Universum von Scream, ebenso die Formelhaftigkeit des Genres. Es war eine wahre Neuheit, dass ein Horrorfilm-Charaktere sich dieser Regeln bewusst waren und versuchten diese außer Kraft zu hebeln. Ebenso interessant ist die Tatsache, dass alle Sequels der Reihe die Ereignisse, die zuvor stattfanden, auch auf der großen Leinwand wiedersehen durften, anhand der Stab-Reihe. Also einen Film im Film.

Szene aus Scream 5
Szene aus Scream 5 © Paramount Pictures
Scream 5 setzt genau an dieser Stelle erneut an. Die Stab-Reihe hat bereits schon ihren 8. Teil erlebt und dieser wurde von Fans der Reihe verrissen und regelrecht gehasst, was sehr stark an die Shitstorms von großen Franchise-Filmen wie bspw. Star Wars Ep. 8 erinnert. Wieder reflektieren die Charaktere über mögliche Motive und über die Tatsache, dass jede Person aus dem Bekanntenkreis als Täter:in in Frage käme. Spannend ist dazu der Ansatz, dass es sich bei Scream 5 um ein Requel handelt, eine Mischung aus Sequel und Remake. Gleichzeitig soll die altbekannte Geschichte neu erzählt werden, aber auch sämtliche Handlungsstränge fortsetzen. Gillett und Bettinelli-Olpin haben sich als große Fans der Reihe mächtig ins Zeug geschmissen, um Scream 5 einen originellen Touch zu verleihen, aber auch Respekt vor den Werk Wes Cravens zu haben.

Wie bereits in den anderen Fortsetzungen der Reihe, schafft auch Scream 5 eine ausgewogene Mischung aus neuen und alten Charakteren zu kreieren. Melissa Barrera als neue Protagonistin schafft es sich die nötige Emotionalität und Toughness einer Neve Campbell anzueignen und eigenständig in diesem Film für große Momente zu sorgen. Der restliche Cast fügt sich organisch in die neue Geschichte ein und lockt einige sehr unterhaltsame Momente hervor, wie z.B. die Diskussion, ob man alleine in die Garage gehen sollte, während der Killer in der Nähe sein könnte.

Szene aus Scream 5
Szene aus Scream 5 © Paramount Pictures
Insgesamt ist Scream eine ausgewogene Mischung aus altbekannter Scream-Formel, die aber im weiteren Verlaufe der Handlung schafft, sich selbst zu dekonstruieren. Sowohl die alteingesessenen Fans als auch die neue Generation kommen auf ihre Kosten. Es bleibt die Frage offen, ob auch neue Ideen für einen 6. Teil existieren – die Zeichen stehen gut für einen weiteren Ghostface-Angriff.

Fazit:
Für Franchise-Fans definitiv ein Blick wert, aber auch die neue Generation sollte sich Scream 5 nicht entgehen lassen. Clevere Dekonstruktion von altbekannten Mechanismen, die dennoch das Vermächtnis von Wes Craven nicht beschmutzen.
by Kenan Hasic

Bilder © Paramount Pictures Germany


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