Schachnovelle

Schachnovelle (2021), Deutschland / Österreich
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: StudioCanal

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Schachnovelle Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Wien, 1938: Österreich wird vom Nazi-Regime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät.

Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Birgit Minichmayr | mehr Cast & Crew


Schachnovelle - Trailer




DVD und Blu-ray | Schachnovelle

Blu-ray
Schachnovelle Schachnovelle
Blu-ray Start:
10.03.2022
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Schachnovelle Schachnovelle
DVD Start:
10.03.2022
FSK: 12 - Laufzeit: 107 min.

Filmkritik Schachnovelle

Filmwertung: | 8/10


Gerade erst startete mit "DUNE" ein unverfilmbares Buch im deutschen Kino, da kommt bereits das Nächste. Dieses Mal jedoch direkt aus deutschem und österreichischem Hause. Ein Film, der genau das hat, was man in unserem Land immer wieder sieht und sich doch ganz anders anfühlt. Immer wieder wird dem deutschen Film nachgesagt, er könne nur stumpfe Komödien, langweilige Romanzen oder austauschbare Kriegsdramen erbringen. Die Filme, die mehr können, bleiben dem normalen Kinogänger verborgen. Natürlich wissen aber alle Cineasten und Filmbegeisterten, dass das nicht alles ist. An Filmen über den Krieg kommen aber auch diese Kinogänger nicht vorbei. Für gewöhnlich spielen diese aber direkt an der Front und zeigen das Geschehen in vollem Maße. In diesem Fall jedoch ist dies eher zweitrangig.

Albrecht Schuch in seiner Rolle als Franz-Josef Böhm
Schachnovelle: Albrecht Schuch in seiner Rolle als Franz-Josef Böhm © Studiocanal/ Walker + Worm Film /Julia Terjung
In dem (durch Stefan Zweig) erschienen Buch aus dem Jahr 1942 und dem nun frisch herausgekommenen Film von Phillip Stölzl, geht es um Wien im Jahre 1938. Österreich wurde vom Nazi-Regime besetzt und auch wenn die Situation brenzlig ist und zur dunkelsten Zeit der Weltgeschichte gehört, nimmt es der Protagonist Josef Bartok nicht sonderlich erst. Er hat seinen Adel, sein Ansehen und doch ab einem bestimmten Punkt gar nichts mehr. Bevor er nämlich mit seiner Frau Anna in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, dem Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Dort soll er Zugänge zu gewissen Konten verraten. Da er dies jedoch verweigert, kommt er in Isolationshaft... Über Wochen und Monate. Solange, bis er verrät was er soll oder stirbt. Aber wie lange kann ein Mensch diese Folter überleben, bevor er daran zugrunde geht? Und vor allem, was verliert er als Erstes? Sein Glauben oder sein Verstand?

Zuerst muss ich gestehen, dass ich das zugrundeliegende Buch weder gelesen habe, noch wusste, dass es existiert, als ich ins Kino gegangen bin, um mir diesen Film anzusehen. Umso besser konnte man sich dann aber in dieses Werk hineinversetzen und wusste nicht, was kommen würde. Der Trailer hat zwar viele Eindrücke hinterlassen und man könnte sogar sagen, auch schon den gesamten Film gezeigt. Trotzdem hatte dieser Wendungen, die man nicht erkennen konnte. Er macht schnell klar, dass wirklich alles passieren kann und auch wenn man denkt, man wüsste nach wenigen Minuten wie dieser Film endet, soll man doch nicht recht behalten. Man hätte im Trailer noch viel mehr zeigen können und doch, wäre manches Relevante verborgen geblieben. Da ein guter Film aber nur so gut ist wie sein Protagonist, kann man von Glück reden, dass man mit Oliver Masucci (Er ist wieder da), den wohl besten Mann für einen solchen Film gefunden hat. Er spielt den eingebildeten Mann, genauso fantastisch und genial, wie das gefolterte Haufen Elend.

Dr. Josef Bartok (Oliver Masucci) und Alfred Koller (Samuel Finzi)
Schachnovelle: Dr. Josef Bartok (Oliver Masucci) und Alfred Koller (Samuel Finzi) © Studiocanal/ Walker + Worm Film /Julia Terjung
Genau das ist in diesem Film auch nötig. Wäre nämlich eines davon stärker ausgeprägt als das andere, gäbe es ein schwieriges Ungleichgewicht. So jedoch kann man einem starken Schauspieler dabei zu sehen, wie er mit zwei sehr unterschiedlichen Arten eines Mannes einen solchen Film tragen kann. Es ist ein Film, der sich mit dem Thema Krieg befasst und ihn doch nicht zeigt. Es ist seltsam, einen Film aus dieser Zeit zu sehen und vom Krieg in erster Linie nichts zu merken. Der Hintergrund der Folter gehört zwar zur damaligen Zeit. Man hätte sie aber auch wunderbar in der Gegenwart oder Zukunft zeigen können, natürlich aber mit veränderter Geschichte. Auch heute, in der Zukunft oder in einer fiktiven Welt, hätte es eine solche Folter geben können. In dieser Zeit passt sie aber gut.

Als einzigen Contrapunkt jedoch, kann man diesem Film anmerken, dass er schon sehr sperrig und schwer zugänglich ist. Er strahlt eine gewisse Brutalität aus und zeigt klar, wie weit ein Mensch gehen kann und auch wenn man bei der Folter mehr hätte zeigen können, reicht dieses Gefühl aus, manch einen zu verstören. Man sieht also nicht viel, sollte aber trotzdem an einigen Stellen hartgesonnen sein.

Fazit:
So entsteht mit diesem Film eine Verfilmung eines sehr beliebten Kultromanes, die klar macht, dass man ein solches Buch doch gut verfilmen kann. Ebenso hat sie einen überzeugenden Hauptdarsteller, eine dichte Atmosphäre und bleibt bis zum Ende hin spannend, da es ein Film ist, wo alles passieren kann... Wird der König am Ende fallen oder gewinnt er diese Partie Schach?
by Peter Brauer

Bilder © StudioCanal