Saphirblau

Saphirblau (2013), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Fantasy / Mysterie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Saphirblau Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn Shepherd (MARIA EHRICH), Zeitreisende wider Willen. Schließlich haben sie und Gideon (JANNIS NIEWÖHNER) ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. Beides nicht wirklich einfach! Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Gut, dass sie wichtige Ratgeber an ihrer Seite weiß: Ihre beste Freundin Leslie (JENNIFER LOTSI), der kleine Wasserspeier Xemerius (Stimme: RUFUS BECK), der Schulgeist James (KOSTJA ULLMANN) und ihr Großvater in jungen Jahren (BASTIAN TROST), der ihr in der Vergangenheit wichtige Tipps gibt. Doch als Gideon und Gwendolyn sich gegen eine gefährliche Allianz zur Wehr setzen müssen und in die Fänge des Grafen von St. Germain (PETER SIMONISCHEK) geraten, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt.

Maria Ehrich, Jannis Niewöhner und Josefine Preuß | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Saphirblau

Blu-ray
Saphirblau Saphirblau
Blu-ray Start:
05.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 116 min.
DVD
Saphirblau Saphirblau
DVD Start:
05.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 111 min.

Filmkritik Saphirblau

Filmwertung: | 7/10


Die deutsche Autorin Kerstin Gier begann erst nach Umwegen 1995 Romane zu schreiben. Dabei schreibt sie vor allem sogenannte Frauen-Literatur (wie das Buch „Männer und andere Katastrophen“ (1996), welches auch mit Heike Makatsch verfilmt wurde) und Jugend-Fantasy-Bücher wie die Edelsteintrilogie („Rubinrot“ (2009), „Saphirblau“ (2010) und „Smaragdgrün“ (2010)). Der zweite Teil wurde nun fürs Kino adaptiert, vom gleichen Team, das bereits den ersten Film „Rubinrot“ verwirklicht hat: „Saphirblau“ (Deutschland, 2014).

Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrlich) ist eigentlich das trottelige schwarze Schaf der Familie. Doch hat sie, statt ihrer jahrelang darauf vorbereiteten Cousine Charlotte (Laura Berlin), das Zeitreise-Gen der Familie Montrose geerbt. Damit wird ihr zusammen mit Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner), in den sie sich auch noch unsterblich verliebt hat, die wichtige Aufgabe zuteil, den Chronographen (eine Apparatur, um gezielt in der Zeit reisen zu können) mit dem Blut der früheren Zeitreisenden zu speisen und damit das große Geheimnis zu lüften, was schon immer im Interesse des zwielichtigen Grafen von St. Germain (Peter Simonischek) lag. Jedoch beginnt Gwendolyn, wie bereits die vorhergehenden Gen-Träger Lucy (Josefine Preuß) und Paul (Florian Bartholomäi), die den ersten Chronographen entwendet haben, an der Richtigkeit des Unternehmens zu zweifeln. Dadurch wendet sich Gideon, obwohl sie eine heimliche, wunderschöne Nacht zusammenbracht haben, langsam von ihr ab. Und so versucht Gwendolyn hinter das Geheimnis und an Gideons Herz zu kommen.

Schon während der Dreharbeiten zu Saphirblau arbeitete Katharina Schöde, die auch bereits das erste Buch adaptierte, an der Fassung für den zweiten Film. Zusammen mit Felix Fuchssteiner, mit dem sie seit zehn Jahren als Regie-Duo zusammenarbeitet, übernahm sie auch die Regie für den zweiten Teil der Trilogie. Dabei konzentrierte Schöde sich darauf, die Liebesgeschichte und deren Verwicklungen und Entwicklungen in den Mittelpunkt des Films zu stellen. Zwar nimmt auch die Zeitreisegeschichte an Tempo zu und wird immer spannender und action-reicher. Doch das Augenmerk liegt auf den Gefühlen Gwendolyns und ihrer ersten großen Liebe. Damit hoffen die Filmemacher eine stärkere Nähe zu den Zuschauern herzustellen, die sich womöglich mit ähnlichen Problemen herumschlagen müssen. Nicht nur bei der Gefühlslage versucht sich der Film dem Publikum anzupassen. Auch bei der Ausstattung und den Verkleidungen galt nicht wie im Roman eine historische Annäherung, sondern sie folgten dem Motto „schneller, bunter, wilder und lauter“. So fügt sich der Film noch ein Stückchen besser als die Bücher in die aktuelle Zeit ein und wird so dem Wunsch nach einer übertriebenen, unterhaltsamen Darstellung (obwohl es den Büchern auch überhaupt nicht an Unterhaltswert mangelt) gerecht. Für die besten Locations reiste das Team durch ganz Deutschland und bastelte so ihr perfektes London der unterschiedlichen Jahrhunderte zusammen. Wenn man sich auf diese entstandene Bonbon-Historie mit malerischen Schauplätzen und ausgefallenen Kostümen einlässt, entwickelt sie einen gewissen Charme und bietet einen guten Rahmen für die erzählte Liebesgeschichte. Auch der Soundtrack, welcher teilweise von der Weimarer Staatskapelle eingespielt wurde sowie teilweise aus modernen Popsongs und barocken Stücken von Händel und Bach zusammengesetzt wurde, passt sich der bunteren, unauthentischen Geschichte und dem Seelenleben der Figuren perfekt an. Die Darsteller Ehrlich und Niewöhner können wie bereits im ersten Teil in ihren Rollen überzeugen. Leider sind wieder nicht alle Nebendarsteller perfekt besetzt und wirken zu hölzern und künstlich (gerade unter der Erwachsenenriege).

Fazit: Der deutsche Film „Saphirblau“ hält sich dicht an an die Romanvorlage und schafft eine mädchengerechte und fantasievolle Umsetzung. Zwar lassen an manchen Stellen die schauspielerischen Fähigkeiten zu Wünschen übrig, doch unterhält der Film vor allem mit dem Stilmittel der Übertreibung und seiner aufwendigen Ausstattung den geneigten Zuschauer gut.

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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH