Rush - Alles für den Sieg

Rush - Alles für den Sieg (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Sport / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

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Rush - Alles für den Sieg Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Zwei Leben auf der Überholspur, zwei Männer auf der Suche nach dem ultimativen Rausch in einer der gefährlichsten Sportarten der Welt. Anfang der 70er Jahre kämpfen die höchst unterschiedlichen Rivalen Niki Lauda (DANIEL BRÜHL) und James Hunt (CHRIS HEMSWORTH) um den Aufstieg in den Rennfahrer-Olymp. Während der disziplinierte Lauda ehrgeizig an seiner Karriere feilt, stürzt sich Naturtalent Hunt ins Jetset-Leben. Dabei haben beide nur ein Ziel: den ersten Tabellenplatz der Formel 1. Ihre Rivalitäten tragen sie nicht nur in spektakulären Rennen aus, sondern auch in heftigen Wortgefechten jenseits der Rennbahn. Immer wieder heißt es: Hunt gegen Lauda - der Rockstar der Formel 1, verheiratet mit dem erfolgreichsten Model seiner Generation, Suzy Miller (OLIVIA WILDE), gegen den messerscharfen Strategen. In der entscheidenden Saison 1975/76 steht Lauda auf dem ersten Tabellenplatz. Bis zum legendären Rennen am Nürburgring, der gefährlichsten aller Rennstrecken: Auf regennasser Fahrbahn baut Lauda einen dramatischen Crash, seine Frau Marlene (ALEXANDRA MARIA LARA) bangt um sein Leben. Doch mit schier übermenschlichem Willen kämpft er sich zurück und tritt nur wenige Wochen später zu einem erneuten Showdown mit Hunt in Japan an. Wieder regnet es stark, das Rennen soll abgebrochen werden, doch beide Rivalen liefern sich ein atemberaubendes Duell...

Daniel Brühl, Chris Hemsworth und Olivia Wilde | mehr Cast & Crew


Rush - Alles für den Sieg - Trailer


RUSH - Alles fr den Sieg Trailer (deutsch/german)


DVD und Blu-ray | Rush - Alles für den Sieg

Blu-ray
Rush - Alles für den Sieg Rush - Alles für den Sieg
Blu-ray Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Rush - Alles für den Sieg Rush - Alles für den Sieg
DVD Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

Filmkritik Rush - Alles für den Sieg

Filmwertung: | 5/10


Es war eine Zäsur in der Formel 1: Beim großen Preis von Deutschland am 1. August 1976 auf dem Nürburgring verunglückte der österreichische Rennfahrer Niki Lauda mit seinem Ferrari 312T2; er fiel kurzzeitig ins Koma, erlitt schwere Hautverbrennungen und Lungenverätzungen. Es war einer der bis dato schwersten Unfälle im Autorennsport, die Sicherheitsmaßnahmen wurden seitdem drastisch verschärft. Trotz der heiklen Verletzungen, die er davongetragen hatte, startete Lauda nur 42 Tage später erneut - beim Großen Preis von Italien. Die genauen Umstände des Unglücks konnten bis heute nicht vollständig geklärt werden, Ron Howard unternimmt dennoch einen filmischen Versuch: „Rush – Alles für den Sieg“ erzählt vom rasanten Aufstieg des jungen Rennfahrers Lauda (Daniel Brühls erste Hauptrolle in einem internationalen Kinofilm) in den 70er Jahren und auch von den schicksalsträchtigen Tagen vor und nach dem Unfall. Im Fokus des Films steht aber Laudas Fehde mit dem britischen Rennfahrer James Hunt („Thor“ Chris Hemsworth): Über Jahre hinweg umkreisen sie einander wie zwei Wagen, deren Fahrer die Kontrolle über das Steuer verloren haben, prallen immer wieder zusammen und beflügeln sich schließlich doch gegenseitig zu Höchstleistungen. „Rush“ ist ein Sportfilm in der Tradition von „Grand Prix“ (1966, R: John Frankenheimer) oder auch „Le Mans“ (1971, R: Lee H. Katzin) – aber auch die Geschichte einer befruchtenden Männer-Rivalität, einer Hassliebe, die für die Konkurrenten zum eigentlichen Motor wird.

Howard nimmt den Titel seines Films ernst: „Rush“ startet mit lautem Motorengeheul, man meint das Benzin fast zu riechen - und plötzlich wird man förmlich hineinkatapultiert in das Geschehen. Howard filmt aus der Perspektive des Rennfahrers, überträgt dessen Empfindungen – die Angst, den Nervenkitzel, das Adrenalin – spielend auf den Zuschauer, die Stimme aus dem Off indes lässt keinen Zweifel daran, dass der Film in dem Nihilismus der Sportler – Tag für Tag ihr Leben zu riskieren mit dem einzigen Zweck, im Kreis zu fahren und dabei möglichst der Schnellste zu sein – etwas geradezu Heldenhaftes entdeckt. Dann führt er die auf den ersten Blick durch und durch unterschiedlichen Kontrahenten ein: Lauda, keine sonderlich imposante Erscheinung, dafür ausgestattet mit einer spitzen Zunge, einer gewissen Listigkeit und einem Mindestmaß an Ehrgeiz; und Hunt, der klassische „Womanizer“ - langes, blondes Haar, groß, muskelbepackt -, der für seinen Traum, die Nummer Eins zu werden, jedoch allenfalls das Nötigste tut – und für eine gute Party oder schnellen Sex selbst darauf verzichten würde, denn: „Irgendwie klappt es schon“. Schon während ihrer ersten Begegnung kommt es zum ersten Zusammenstoß: Lauda nennt Hunt „Arschloch“, dieser kontert mit „Ratte“. „Glaubst du, dass es mich stört, wenn du mich 'Ratte' nennst, nur weil ich so ausschaue?“, entgegnet Lauda, dessen Wienerisch Daniel Brühl nahezu perfekt imitiert, und fügt hinzu: „Ratten sind intelligent und extrem überlebensfähig“. Die Rollen sind verteilt, der Beginn einer höchst ambivalenten Beziehung markiert.

Eine Ambivalenz, mit der Howard letztlich wenig anzufangen weiß: Er kennt das kleine Einmaleins des Unterhaltungskinos auswendig und ist als Filmemacher, der zwischen allen Stühlen steht, zwar überall zu Hause, damit gleichzeitig aber auch nirgends. Seine mittlerweile 24 Filme starke Filmographie umfasst unter anderem Weltraum-Abenteuer („Apollo 13“), Entführungs-Thriller („Kopfgeld – Einer wird bezahlen“), Weihnachts-Komödien („Der Grinch“), Verschwörungs-Krimis („The Da Vinci Code – Sakrileg“), Neo-Western („The Missing“) und semi-biografische Charakter-Dramen („A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“): Was diese thematisch so divergenten Werke eint, ist leider nicht die unverwechselbare Handschrift ihres Regisseurs, sondern der konsequente Weg der Mitte, den dieser seit jeher geht – was auch immer Ron Howard anfasst, ist am Ende solides Genre-Kino, das beharrlich an der Oberfläche kratzt und garantiert niemandem wehtut. So lernen wir auch Lauda und Hunt selten tatsächlich kennen, über ihre augenscheinlichen Differenzen blickt der Film kaum hinaus - und als Lauda schließlich seinen Unfall hat, vergisst Howard vor lauter Bewunderung das, was in einer physischen und psychischen Extremsituation wie dieser eigentlich von Interesse wäre: Laudas Schmerz, seine inneren Zweifel. Weit mehr Energie wendet er dafür auf, Laudas Rückkehr zu feiern – und geizt dabei nicht mit Kitsch und Pathos. Howard ist ein guter Handwerker; die zahlreichen Rennsequenzen sind fabelhaft inszeniert, bei einer Lauflänge von fast zwei Stunden kommt selten Langeweile auf. Besonders viel Substanz hat „Rush“ hingegen nicht: Ins filmische Langzeitgedächtnis gelangt er vermutlich in erster Linie bei eingefleischten Formel-1-Fans.
by Siegfried Bendix

Bilder © Universum Film