Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin

Ruby Sparks (2012), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Fantasy / Romanze
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Calvin (Paul Dano) ist ein junger Schriftsteller, der gleich zu Beginn seiner Karriere einen phänomenalen Bucherfolg hatte, aber seitdem mit dem Schreiben hadert. Privat ist er ein totaler Einzelgänger und sein Liebesleben quasi nicht existent.
Eines Tages hat Calvin eine zündende Idee und schreibt wieder Tag und Nacht. Fokus seiner neuen Geschichte ist die fiktive Person Ruby Sparks (Zoe Kazan), die er aus seiner Fantasie entstehen lässt und die ihn zu neuen literarischen Höhen inspiriert.
Als Ruby aber plötzlich zu Hause auf seiner Couch sitzt und in seiner Küche kocht als wäre sie real, muss Calvin völlig überrascht feststellen, dass seine geschriebenen Worte irgendwie zum Leben erwacht sind...


Zoe Kazan, Paul Dano und Alia Shawkat | mehr Cast & Crew


Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin - Trailer




DVD und Blu-ray | Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin

Blu-ray
Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin
Blu-ray Start:
30.03.2013
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin
DVD Start:
30.03.2013
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

Filmkritik Ruby Sparks - Meine fabelhafte Freundin

Filmwertung: | 9/10


Eine Schreibblockade stellt für einen Schriftsteller häufig ein psychisches und auch existentielles Problem dar. Wer träumt in dieser Misere nicht davon, einer sehr besonderen Frau zu begegnen, sei es im Traum, die einen zu einer Story inspiriert. Wenn dieses fabelhafte Wesen dann analog zum geschriebenen Wort, plötzlich auch noch im eigenen Haus steht und Rührei macht, hüpft des Literaten Herz, wobei er konstatieren muss, dass ihm die Realität das Du entzogen hat.

Einen überwältigenden Bucherfolg hatte Calvin (Paul Dano) gleich zu Beginn seiner jungen Karriere, die dann jedoch ins Stocken geriet, weil ihm die Ideen ausgingen. Die Schaffenskrise durch seine Schreibblockade ist ein Problem, die Tatsache, dass Calvin ein totaler Einzelgänger und quasi ohne Liebesleben ist, ein anderes.

Eines Tages aber träumt Calvin von einer jungen Frau, was ihm eine Initialzündung für eine neue Buchidee ist. Er schreibt nun Tag und Nacht, wobei die fiktive Person Ruby Sparks (Zoe Kazan) im Fokus seiner neuen Geschichte steht. Er reibt sich verwundert die Augen, als seine Romanfigur Ruby ein paar Tage später plötzlich zu Hause in seiner Küche steht und kocht, als wäre sie real. Calvin stellt völlig überrascht fest, dass seine geschriebenen Worte anscheinend zum Leben erwacht sind. Nach kurzer Zeit fängt es zwischen den beiden an zu knistern.

Mit "Ruby Sparks" liefert das Regisseurpaar Valerie Faris und Jonathan Dayton nach "Little Miss Sunshine" ihre zweite Independent-Komödie ab. Das Drehbuch für den heiter-skurrilen Film stammt von Ruby-Darstellerin Zoe Kazan höchstselbst, welche auch noch als Produzentin in Erscheinung getreten ist. In Nebenrollen haben es sich Antonio Banderas und Annette Bening nicht nehmen lassen, bei dieser ambitionierten Arbeit ihre Visitenkarte abzugeben. Im Zentrum der Handlung aber glänzen Paul Dano als der herrlich nerdige Jungautor Calvin und allem voran Zoe Kazan als die herzzerreißend liebenswerte Romanfigur Ruby Sparks. Die Jungschauspielerin mit Yale-Abschluss scheint mit diesem Drehbuch schon gespürt zu haben, dass sie eine Titelfigur mit Kultpotential erschaffen hat, die sie sicherheitshalber auch gleich selbst spielen wollte.

"Ruby Sparks" ist eine gleichzeitig leichtfüßige, aber auch melodramatische Komödie, die ihrem Vorgänger "Little Miss Sunshine" in Punkto Verrücktheit und Herzenswärme in nichts nachsteht. Auch hier genießt der nerdige Außenseiter den vollständigen Respekt seines gesellschaftlichen Umfeldes, und das spürbar nicht nur seines genialen Potentials wegen. Somit ist auch dieser Film Balsam für die Seelen aller, die anders sind. Dem Zuschauer wird klar, dass Calvin trotz der Schreibblockade mit seinen intellektuellen Möglichkeiten wohl nie verhungern wird. Ebenso wird aber auch klar, dass die zum Leben erweckte Ruby so sehr das sprudelnde Leben ist und alles verkörpert, was sich ein Mann im Traum von einer Frau wünscht, dass sie nicht reell sein kann und dass Calvin der Tag des harten Erwachens bevorsteht. Gut nur, dass der Aufprall zum Schluss doch ein weicher ist, nachdem sich Calvin seinen Herzschmerz vom Leib geschrieben hat.

"Ruby Sparks" nimmt die Gefühle seiner Figuren und somit auch die der Zuschauer ernst und zeigt auf niemanden mit dem Finger. Jeder kann sich auf seine Weise in Ruby verlieben und sie wie eine Seifenblase schweben sehen, in der Gewissheit, dass sie zerplatzen wird. Der Film unterwirft sich keinem zwingenden Gefälligkeitsdiktat wie die meisten US-Komödien, bleibt dicht bei seinen Protagonisten und führt das Experiment zu Ende. "Ruby Sparks" dürfte das Highlight unter den Independant-Komödien 2012 sein.

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Bilder © 20th Century Fox