Renoir

Renoir (2012), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Arsenal

Renoir Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

1915 an der Côte d’Azur. An seinem Lebensabend leidet der große Maler Pierre-Auguste Renoir unter dem Verlust seiner Frau, den Schmerzen seiner Arthritis und darunter, dass sein Sohn Jean im Kriegseinsatz verwundet wurde. Aber als ein unkonventionelles junges Mädchen wunderbarerweise in seine Welt tritt, fühlt sich der betagte Maler mit einer neuen, ganz unerwarteten Energie erfüllt. Andrée wird sein letztes Modell: voller Leben und strahlend schön. Die rothaarige Schönheit verzaubert auch Jean und während er sich in sie verliebt, wird der Filmemacher Jean Renoir geboren.

Michel Bouquet, Christa Theret und Vincent Rottiers | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Renoir

Blu-ray
Renoir Renoir
Blu-ray Start:
13.09.2013
FSK: 0 - Laufzeit: 111 min.
DVD
Renoir Renoir
DVD Start:
13.09.2013
FSK: 0 - Laufzeit: 111 min.

Filmkritik Renoir

Filmwertung: | 6/10


Einige Maler wie Francisco de Goya, Rembrandt van Rijn oder Vincent van Gogh wurden schon mit Künstlerportraits in der Filmgeschichte – teilweise mit mehreren Filmen – gewürdigt. Der Film „Renoir“ (Originaltitel: „Renoir“, Frankreich, 2012) widmet sich nun dem Künstler Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), einem der wichtigsten französischen Impressionisten des 19. Jahrhunderts.

Auguste Renoir (Michel Bouquet) hat sich im hohen Alter an die Côte d’Azur zurückgezogen. Er leidet unter dem Tod seiner Frau und an Altersarthritis. Seine malerischen Energien erwachen erst wieder vollständig als die junge Frau Andrée (Christa Theret) in sein Leben tritt und für ihn Modell stehen möchte. Mit ihrer frechen und ungezwungenen Art begeistert sie nicht nur den Maler, sondern auch dessen jüngsten Sohn Jean (Vincent Rottiers), der gerade verwundet aus dem Krieg wiedergekehrt ist und seinen Platz im Leben sucht.

Der Film konzentriert sich auf die Altersjahre Renoirs und schafft damit ein eindringliches Portrait dieser Schaffensperiode. Diese ist gezeichnet durch sinnliche und friedliche Motive und extreme Farbigkeit, welche für den Künstler von großer Bedeutung war. Der Film zitiert mit seinen eigenen Bildern die Gemälde des Künstlers und übernimmt dessen Stil für die restlichen Filmaufnahmen. Die ganze Atmosphäre des Alterswohnsitzes an der Côte d’Azur ist von Schönheit und Ruhe gezeichnet. Und darin besteht die Stärke des Films: Er selbst scheint auch ein Gemälde Renoirs zu sein. Es ist immer alles ins richtige Licht getaucht und von unglaublicher Strahlkraft. Sogar in den Bildern, die von den kriegerischen Ereignissen geprägt sind, wurden der Schönheit und der Komposition viel Raum eingeräumt. Eine andere Stärke des Films ist die authentische Darstellung des damaligen Lebens. Detailliert erhält der Zuschauer Einblicke in die Arbeitsprozesse und auch in die Krankheit des Malers, sowie den Umgang mit dem Kranken, der zu diesem Zeitpunkt nur noch im Rollstuhl sitzen konnte. Der Kunsttheorie wird ebenfalls ein Platz im Film eingeräumt. Dem Künstler Renoir werden Aussagen in den Mund gelegt, die bedeutend und kennzeichnend für seine Kunstauffassung sind. Leider hinkt die Geschichte selbst den Bildern hinterher. Es ist kein stringenter roter Faden zu erkennen und dem Zuschauer ist nicht klar, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickeln soll. Der Regisseur Gilles Bourdos scheint sich nicht entscheiden zu können, auf welche Figur er seinen Fokus legen möchte. So erscheinen die Geschichten Andrées, Renoirs und Jeans unstimmig verknüpft. Die Themen, die der Film behandeln möchte, changieren zwischen der Kritik am Krieg, der Bedeutung von Musen, den Familienproblemen Renoirs, dem künstlerischen Schaffensprozess, der Emanzipation der Frauen und diversen Selbstfindungsprozessen hin und her. All das wird aber in ruhigen Bildern zusammenfügt und mit stimmiger Musik unterlegt. Die Darsteller wurden allesamt passend ausgewählt. Christa Theret als wunderschöne Muse und aufmüpfiges Mädchen fängt deren Wesen realistisch ein. Aber vor allem überzeugt Vincent Rottiers Darstellung des empfindsamen, seinen Weg suchenden Jean Renoir.

Fazit: Der Film „Renoir“ kann den Zuschauer mit stimmigen Bildern begeistern und einen guten Einblick in die letzten Jahres des Malers geben. Leider wirkt die Geschichte zu zerfasert und kann dadurch keine durchgehende Spannung aufbauen.

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Bilder © Arsenal