Red Riding Hood

Red Riding Hood (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Warner Bros.

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Red Riding Hood Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

In „Red Riding Hood“ steht die schöne junge Valerie zwischen zwei Männern: Sie liebt den grüblerischen Einzelgänger Peter (Shiloh Fernandez), doch ihre Eltern haben bereits ihre Ehe mit dem wohlhabenden Henry (Max Irons) vereinbart. Valerie und Peter wollen ihre Liebe nicht aufgeben und planen eine gemeinsame Flucht, als sie erfahren, dass Valeries ältere Schwester von einem Werwolf umgebracht worden ist, der die Wälder in der Umgebung ihres Dorfes unsicher macht.
Jahrelang haben sich die Menschen mit der Bestie arrangiert – monatlich wurde ihr ein Tier geopfert. Doch unter dem blutroten Mond bricht der Wolf den Waffenstillstand, indem er ein Menschenleben fordert.

Die Dorfbewohner schwören Rache und bitten den berühmten Werwolfjäger Pater Solomon (Gary Oldman), das Untier zu töten. Doch Solomons Ankunft hat unvorhergesehene Konsequenzen, denn er berichtet, dass der Wolf tagsüber menschliche Gestalt annimmt – er lebt wahrscheinlich mitten unter den Menschen im Dorf.
Jeder Vollmond fordert ein neues Menschenopfer, und Valerie vermutet allmählich, dass der Werwolf ihr sehr nahe steht.


Gary Oldman, Amanda Seyfried und Shiloh Fernandez | mehr Cast & Crew


Red Riding Hood - Trailer




DVD und Blu-ray | Red Riding Hood

Blu-ray
Red Riding Hood Red Riding Hood
Blu-ray Start:
02.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.
DVD
Red Riding Hood Red Riding Hood
DVD Start:
02.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

Filmkritik Red Riding Hood

Filmwertung: | 7/10


In dem, von der Außenwelt abgeschirmten, mittelalterlichen Dorf Daggerhorn leben seit vielen Jahren verschiedene Generationen friedlich miteinander. Die Menschen haben sich mit dem Werwolf, der das Dorf bei Vollmond heimsucht, arrangiert. Durch Tieropfer können sie die Bestie besänftigen. Doch als der Mond sich blutrot färbt, verlangt der Wolf nach Menschenopfern und beginnt zu töten. Valeries Schwester ist sein erstes Opfer. Von dem Mord überwältigt, entschließt sich Valerie dazu, ihrer Familie beizustehen, statt mit dem Holzfäller Peter das Dorf zu verlassen. Ihre Eltern haben bereits die Hochzeit mit dem Schmied Henry vereinbart. Das Dorf schwört Rache an dem Wolf zu nehmen. Pater Solomon, ein Werwolfjäger, wird zur Hilfe gerufen. Er offenbart den Bewohnern, dass der Wolf tagsüber in menschlicher Gestalt unter ihnen lebt. Die Vermutung wird zur traurigen Gewissheit und die Verdächtigungen beginnen. Jeder wird fortan genau beobachtet. Als der Werwolf sich erkennbar für Valerie zu interessieren scheint und die sogar mit ihm reden kann, wird sie zur Hexe erklärt und dem Wolf als Opfer dargeboten. Durch die Hilfe ihrer zwei Verehrer gelingt ihr die Flucht. Auf sich allein gestellt, findet sie heraus wer der Wolf ist und tötet ihn. Dadurch nimmt ihre Zukunft eine unvorhersehbare Wendung.

Es war einmal….die Idee, auf der Grundlage des Grimmschen Märchens „Rotkäppchen“, eine neuartige, spektakuläre und beeindruckende Version zu konzipieren. David Leslie Johnson schrieb das Drehbuch und heraus kam der Film „Red Riding Hood“, der von Leonardo DiCaprio, Julie Yorn und Jennifer Davisson Killoran produziert wurde. Was als großartiges Vorhaben begann, endet in einem Leinwandspektakel mit parodistischen und satirischen Grundelementen, das trotz guter Schauspielerbesetzung schlecht ausgeführt ist. Die bekannten Fragen der Enkeltochter an die Großmutter alias „warum hast du so große Augen…[…]“ treiben die Handlung auf die Spitze. Die Regisseurin Catherine Hardwicke, die auch Twilight bereits auf die Leinwand brachte, versuchte mit diesem Film einen romantischen Thriller zu schaffen. Die Romantik ist jedoch nur ansatzweise thematisiert und von den Elementen eines Thrillers fehlt leider jede Spur. Das visuelle Design, dass bereits die Twilight-Vampire in den Vordergrund lockte, ist auch hier wiederzuerkennen. Auch wenn die Werwölfe, trotz der Computeranimation, nun weniger spektakulär daherkommen. Das Grundthema von dem unschuldigen Mädchen, dass sich in eine Bestie verliebt alias „Die Schöne und das Biest“ ist ebenfalls keine Neuerung.

Das Dorf Daggerhorn, das dem Mittelalter nachempfunden ist, erinnert an „Asterix und Obelix“. Die allererste Kamerafahrt über die schneebedeckten Berge bis hin zu dem malerischen Dorf und dem daran anschließenden Wald, wirkt mit dem weißen Kaninchen beinahe kitschig, was dem märchenhaften Hintergrund des Films jedoch positiv zugute kommt. Im Zentrum der Handlung steht die aufkommende Sexualität der jugendlichen Hauptdarsteller.
Die Hauptrolle der Valerie übernahm Amanda Seyfried, die mit „Mamma Mia!“ bekannt wurde. Sie verkörpert ihre Figur mit viel Ergeiz und Ernsthaftigkeit und einem roten Cape. Stets bemüht die Angst vor dem Wolf darzustellen und ihre Trauer über den Tod der Schwester zu offenbaren, verliert sie nie die Sicht fürs Wesentliche oder schweift ab. Seit der Kindheit gehört ihr Herz dem Baumfäller Peter, der von Siloh Fernandez („Skateland) verkörpert wird. Ebenfalls sehr ernsthaft und authentisch spielt er seine Figur. Er versucht Valerie vor dem Werwolf zu retten und ist sogar dazu bereit sie freizugeben, um ihr durch die Heirat mit Henry ein besseres Leben zu ermöglichen. Nach dem Biss des Werwolfes, wendet er sich von Valerie ab, um sie nicht zu gefährden. Er verspricht jedoch ihre Liebe aufrecht zu erhalten und eine Lösung zu finden, um trotz der neuen Identität, ein gemeinsames Leben zu führen. Zu Valeries Ehemann, von den Eltern bestimmt, ist Henry auserkoren. Max Irons mimt den schüchternen aber durch aus resoluten, jungen Schmied. Ebenfalls sehr natürlich und überzeugend, versucht auch er Valerie zu beschützen. Obwohl er in seiner Ehre tief verletzt ist und den Tod des Vaters, durch den Wolf nicht verkraften kann, gelingt es ihn seine Gefühle gegenüber seiner Angebeten zu neutralisieren und sie für ihre wahre Liebe freizugeben. Pater Soloman, der zur Hilfe eilt, um das Dorf vor der Bestie zu retten, wird von dem Oscar-Preisträger Gary Oldman gespielt. Während er bei „Harry Potter“ in der Rolle des Sirius Black, der sich in einen Hund verwandeln konnte, für Begeisterung sorgte, agiert er nun als Werwolfjäger. Gut inszeniert. Ebenfalls in der gleichen Kategorie ist auch Julie Christie angesiedelt, die die Großmutter verkörpert. Ihr Verhalten, sowie ihre Art und Weise deuten immer wieder darauf hin, dass sie der Werwolf ist. Sie ist es leider nicht, aber die Verbindung zu dem wilden Tier lassen sich dennoch nicht leugnen.

Der Kinobesucher wird durch Valeries Blick auf die Geschehnisse geleitet. Durch sie nimmt er die weiteren Protagonisten genau in Augenschein, wodurch Peter, Henry, Prudence und sogar die Großmutter als Werwolf in Betracht gezogen werden. Am Ende entlarvt der Wolf sich selbst. In seiner menschlichen Gestalt hätte man ihn nicht erkannt und auch nicht damit gerechnet, dass er es ist. Die Überraschung ist somit gelungen. Alles andere wäre auch zu offensichtlich gewesen.

Fazit: Wer märchenhafte Verfilmungen mag und für diese nur einen geringen Anspruch erhebt, wird bei diesem Film seinen Spaß haben. Vor allem Mädchen, die sich in Valeries Schwärmereien für Peter und das wachsende Interesse für Henry verlieren können, werden begeistert sein. Wer jedoch, wie angekündigt von einem blutrünstigen Thriller ausgeht, wird zwar amüsiert, aber dennoch enttäuscht das Kino wieder verlassen.
by Sandy Kolbuch

Bilder © Warner Bros.