Raum

Room (2016), Irland / Kanada
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Raum Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

RAUM – ein Leben zu zweit auf 9m2. Es ist die außergewöhnliche Geschichte von Jack (Jacob Tremblay), einem lebhaften Fünfjährigen, um den sich seine liebende Mutter Ma (Brie Larson) kümmert. Wie jede Mutter will sie, dass Jack glücklich und sicher ist. Sie zieht ihn liebevoll auf, spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten – doch ihr beider Leben ist alles andere als normal. Sie sind gefangen in diesem Raum. Ma hat daher ein ganzes Universum innerhalb des Raums für Jack erschaffen und wird vor nichts Halt machen, um sicherzugehen, dass Jack auch in dieser tückischen Umgebung in der Lage ist, ein vollkommenes und erfülltes Leben zu führen. Aber als Jack immer mehr Fragen über ihre Situation stellt und Ma an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stößt, beschließen sie eine riskante Flucht. Erfolg oder Misserfolg hängen nun von Jack ab... | mehr Wissenswertes zum Film

Brie Larson, Jacob Tremblay und Sean Bridgers | mehr Cast & Crew


Raum - Trailer




DVD und Blu-ray | Raum

Blu-ray
Raum Raum
Blu-ray Start:
28.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.
DVD
Raum Raum
DVD Start:
28.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min.

Filmkritik Raum

Filmwertung: | 9/10


Mit Raum startet der letzte große Film aus der diesjährigen Oscarverleihung in den deutschen Kinos. Viermal wurde der Film für einen Oscar nominiert und dies in vielen wichtigen Disziplinen – Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch sowie beste Hauptdarstellerin. Brie Larson holte sich letztgenannten Oscar und das hat sie sich redlich verdient. Raum SzenenbildAuch die weiteren Nominierungen gehen völlig in Ordnung, denn auch wenn das Jahr noch jung ist, gehört Raum sicherlich bereits jetzt zu den besten Filmen des deutschen Kinojahres 2016.

9qm – nach besonders viel Platz klingt dies für die wenigsten. Doch genau so groß ist der Raum in dem der fünfjährige Jack mit seiner Mutter bisher sein ganzes Leben verbrachte. Die Welt draußen kennt er nicht. Genauer gesagt existiert für ihn draußen nichts. Der Grund warum Jack in diesem Raum mit seiner Mutter lebt, wurde ihm nicht mitgeteilt. Seine Mutter erfand verschiedene Geschichten, um ihn nicht mit der bitteren Realität zu konfrontieren. Während für seine Mutter, die Jack immer „Ma“ nennt, der Raum lediglich ein kleiner Ort ist, an dem sie seit 7 Jahren gefangen ist, ist Raum für Jack seine ganze Welt. Für ihn ist es nicht „der“ Raum oder „ein“ Raum, sondern einfach nur Raum. Doch nicht nur für Raum entfällt der Artikel. Für Jack sind sämtliche Gegenstände fast eine Art Freunde, die er jeden Morgen nach dem Aufstehen begrüßt. Man bekommt mit verschiedenen Details in der Inszenierung ein sehr spezielles Gefühl – das man schwer in Worte fassen kann – vermittelt, was es heißt die Welt nicht zu kennen.

Die erste Stunde des Films ist unglaublich intensiv erzählt. Die Kamera ist meist sehr nah an Jack. Als Zuschauer nimmt man die Sicht des kleinen Jungen ein. So wirkt auch der Raum wesentlich größer als er tatsächlich ist. Es herrscht meist eine sehr bedrückende Atmosphäre. Ma wirkt auf den Zuschauer innerlich sehr schwach und seelisch stark geschädigt. Der Einzige, der ihr Lebensmut schenkt und ihr Hoffnung gibt, ist ihr Sohn Jack. Neben der Gefangenschaft ist die Liebe zwischen Mutter und Kind das zentrale Thema des Films. Raum SzenenbildHier muss man insbesondere auf die Performances der beiden Darsteller eingehen. Man kann hier viele Worte verlieren, aber man kann sich auch diesbezüglich kurz fassen. Jacob Tremblay zeigt die beste männliche Kinderperformance in diesem Jahrhundert. Tremblay – in Wirklichkeit 9 Jahre alt – bietet hier eine unbeschreibliche Performance. Diese geht dem Zuschauer extrem nah und rührt zu Tränen. Allgemein ist dieser Film in der ersten Hälfte alles andere als ein fröhlicher Film. Feuchte Augen werden hier die meisten Zuschauer bekommen. Besonders für Eltern, die ein Kleinkind haben, könnte Raum eine emotionale Achterbahnfahrt werden. Denn jene Kinobesucher werden sich diesen Film mit anderen Augen anschauen. Doch zurück zu den Performances. Tremblays Schauspiel ist extrem glaubwürdig und man merkt ihm die mangelnde Schauspielerfahrung nicht an. So wurde er von der amerikanischen Schauspielergewerkschaft für den prestigeträchtigen Screen Actors Guild Awards als bester Nebendarsteller nominiert. Eine Oscarnominierung blieb ihm verwehrt. Was die Leistung selbst angeht, ist dies eine Fehlentscheidung, doch nachvollziehbar ist diese Entscheidung in gewisser Weise schon. Die Academy wollte hier womöglich den medialen Hype um den Jungen dämmen, indem man ihn nicht nominierte. So nahm man von ihm auch viel Druck. Er steht trotz der Besuche bei den Talkshows von Jimmy Kimmel oder Ellen DeGeneres nach diesem Film nicht so stark in der Öffentlichkeit wie damals Haley Joel Osment. Viele werden heutzutage nicht mehr wissen wer dieser Schauspieler ist. Für die meisten ist er lediglich bekannt als „der Junge aus the Sixth Sense“. Damals nominierte die Academy ihn für einen Oscar. Eine große Schauspielkarriere folgte aber nicht. Hoffen wir, dass es bei Tremblay anders wird.

Brie Larson ist dem breiten Publikum ebenfalls nicht so sehr bekannt, doch hat sie eine Reihe an bekannten Filmen. Raum SzenenbildIn 21 Jump Street war sie die Freundin von Jonah Hill, in Don Jon hatte sie die Schwester von Joseph Gordon-Levitt gespielt, in Dating Queen die Schwester von Amy Schumer und in the Spectacular Now die Freundin von Miles Teller. Im Mittelpunkt stand sie aber in keinen dieser Filme. Ihre außergewöhnliche Performance im hochgelobten Short Term 12 wurde von vielen übersehen. Mit ihrer Leistung in Raum räumte sie dann aber sämtliche Preise ab, darunter auch die „Big 5“ unter den Awards – Oscar, Golden Globe, BAFTA, SAG und Critics Choice Award. Dabei setzte sie sich stets verdient gegen eine hohe Konkurrenz um Cate Blanchett und Saoirse Ronan durch. Larson spielt ihre Figur mit extrem viel Hingabe und verleiht dieser eine unglaubliche Tiefe. Man leidet von Beginn an mit ihr mit. Außerdem ist ihr Spiel mit Jacob Tremblay sehr emotional und lebhaft. Die Chemie zwischen den Beiden stimmt und man zweifelt keine Sekunde daran, dass man hier keine Mutter mit ihrem Kind ist. Schmerz, Angst, Verzweiflung aber auch Liebe und Zuneigung zu ihrem Sohn – diese ganzen Facetten strahlt Larson eindrucksvoll aus.

Neben dem Schauspiel und der Grundthematik ist das Drehbuch eine weitere große Stärke des Films. Emma Donoghue schrieb sowohl den Roman auf den der Streifen basiert als auch das Drehbuch zu dem Film. Diese unglaubliche Geschichte erinnert hierzulande schnell an den Fall Natasha Kampusch. Gewisse Parallelen gibt es auf jeden Fall, doch Raum basiert auf keiner wahren Begebenheit. Während Raum in der ersten Hälfte ein sehr emotional aufwühlender und bedrückender Film ist, bei dem der Zuschauer stellenweise schwer schlucken muss, ist der Film in der 2. Hälfte – in dem es um den Hauptaspekt des Filmes geht, nämlich die Entdeckung der Welt durch Jack und das Leben in der Welt nach jahrelanger Isolation – ein lebensbejahender und sehr schöner Film, welcher ebenfalls einen wundervollen Soundtrack enthält. Raum SzenenbildMan lernt als Zuschauer die Welt draußen zu schätzen. Der Film zeigt auf einer wirklich natürlichen Art und Weise zum einen wie schön das Leben ist ohne kitschig zu werden, zum anderen wie schwierig es ist, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Man wird nicht vom einen auf den anderen Moment glücklich, nachdem man in Freiheit ist. Die psychischen Schäden belasten insbesondere Ma weiterhin und auch für Jack ist es schwierig mit den ganzen Reizen in der Welt draußen, mit denen er konfrontiert wird, zurecht zu kommen. Das Drehbuch ist rundum gelungen mit glaubwürdigen Charakteren, tollen Dialogen und einer wundervollen Geschichte, die einige Gänsehaut-Momente bereit hält und bei der kein Auge trocken bleiben wird. Die Höchstbewertung erhält Raum dennoch nicht. Viel kritisieren gibt es aber auch nicht. Zu erwähnen wäre lediglich, dass die Intensität und Spannung in der Erzählweise während der 2. Hälfte nicht mehr so hoch ist, wie in der ersten Stunde des Films.


Fazit:
Bei diesem Film auf den Punkt zu kommen ist sehr schwierig. Der Film bietet so viele Themen und Emotionen und ist äußerst facettenreich, dass es schwer ist dies alles in wenige Zeilen zu packen. Der Film ist ein Stück Leben, der den Zuschauer berührt, nachdenklich macht und schließlich ein schönes Kinoerlebnis beschert. Es sind die grandiosen Darsteller und die packende Inszenierung einer besonderen Geschichte über die Bindung einer Mutter zu ihrem Sohn, die sich kein Kinobesucher entgehen lassen sollte.
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Bilder © Universal Pictures Intl.


Info und Wissenswertes zum Film

Raum - Über die Besetzung

Brie Larson (Ma) hat sich eine beeindruckende Karriere, als eine der vielseitigsten jungen Schauspielerinnen heutzutage, aufgebaut. Sie erhielt 2014 viele Auszeichnungen und Nominierungen als beste Schauspielerin für ihre Rolle in Short Term 12 – Stille Helden, unter der Regie von Destin Daniel Cretton. Für ihre Rolle als Grace, Leiterin einer Pflegeeinrichtung, erhielt sie die Preise als beste Schauspielerin beim Filmfest Locarno und den Gotham Awards und war für den Critis‘ Choice Award nominiert.
Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Larson die weibliche Hauptrolle in Universal/ Legendary Pictures‘ Kong: Skull Island übernimmt. Nach _RAUM, für den sie, Gerüchten zu folge, in der Award-Saison einige Preise bekommen wird, soll sie in Martin Scorseses produzierten 70er Jahre Thriller Free Fire, an der Seite von Sharlto Copley, Cillian Murphy und Armie Hammer, zu sehen sein.
Zuletzt war Larson in der erfolgreichen Sommerkomödie Dating Queen, an der Seite von Amy Schumer zu sehen. Im letzten Dezember spielte sie neben Mark Wahlberg in Spieler ohne Skrupel.

Jacob Tremblay (Jack) wurde in Kanada geboren und begann 2010 mit der Schauspielerei, als er in verschiedenen nationalen und internationalen Werbespots zu sehen war. Im Alter von fünf Jahren wechselte er zur Kinoleinwand über, als er nach seinem ersten Vorsprechen für Film und Fernsehen gebucht wurde und in Raja Gosnells Die Schlümpfe 2 besetzt wurde. Im Film spielt Jacob den jungen Sohn von Neil Patrick Harris und Jayma Mays.
Nach Die Schlümpfe 2 bekam er Nebenrollen in der TV-Serie Motive, von ABC und Mr. Young, von Disney sowie eine Hauptrolle im TV-Film My Mother’s Future Husband.
Derzeit dreht der Achtjährige zusammen mit Vera Farmiga Burn your Maps. Anfang des Jahres erhielt er neben Naomi Watts eine Hauptrolle in Shut In.
Nach RAUM wird Jacob auch in Before I wake, neben Kate Bosworth und Thomas Jane zu sehen sein. Jacob spielt hier einen jungen Waisen, dessen Träume und Alpträume sich in der Wirklichkeit manifestieren, wenn er schläft.

Die dreifach Oscar®-nominierte Schauspielerin Joan Allen (Nancy) ist derzeit im bevorstehenden ABC Drama The Family mit Rupert Gaves, Alison Pill, Zach Gilford und Andrew McCarthy zu sehen. Allen spielt in der Serie, entwickelt von Jenna Bans, die Bürgermeisterin Claire Warren, dessen Familientragödie ihren politischen Aktivismus antreibt.
Allen spielte kürzlich in der TV-Serie The Killing neben Mireille Enons und Joel Kinnaman auf Netflix. Sie war außerdem in David Milch und Michael Manns HBO Serie Luck, mit Dustin Hoffmann, zu sehen. 2009 spielte sie die Hauptrolle in Lifetime Televisions Biopic Georgia O’Keeffe, an der Seite von Jeremy Irons. Als Titelrolle und auch als ausführende Produzentin bekam sie eine Emmy-, SAG- und eine Golden Globe-Nominierung für die Kategorien beste Nebenrolle in einer limitierten Serie oder in einem Film und TV-Film. 2001 spielte sie die Hauptrolle in der TNT Miniserie Die Nebel von Avalon, an der Seite von Angelica Houston und Julianna Margulies, für die sie für den Emmy Award in der Kategorie beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder einem Film nominiert wurde.
Allen erhielt ihre erste Oscar®-Nominierung für ihre Rolle in Oliver Stones Nixon, für die sie außerdem Preise von einigen Kritikerverbänden, beispielsweise von der Los Angeles Film Critics Association und der National Society of Film Critics bekam. Sie erhielt SAG-Nominierungen in den Kategorien Beste Darstellung einer Schauspielerin in einer Hauptrolle und Beste Darstellung einer Besetzung in einem Kinofilm.
Allen erhielt ihre zweite Oscar®-Nominierung als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in Arthur Millers Hexenjagd. Sie war außerdem hier für einen Golden Globe nominiert.

William H. Macy (Grandpa Robert) ist ein Oscar®- und Golden-Globe-nominierter Schauspieler, ein SAG und Emmy Award Gewinner sowie Autor für Theater, Film und Fernsehen. Derzeit spielt er in der Showtimes Serie Shameless die Hauptrolle. Kürzlich war für die Darstellung des Patriarchen als Frank Gallagher für einen zweiten Emmy Award nominiert.
Seine Filmcredits sind: Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg, The Cooler – Alles auf Liebe, Magnolia, Boogie Nights, Jurassic Park III, Fargo, TNTs Door to door und Born to be wild – Saumäßig unterwegs. Macy hatte sein Kinospielfilmdebüt als Regisseur mit Rudderless, der Abschlussfilm des Sundance Filmfestivals 2014 war und später von Paramount/ Goldwyn herausgebracht wurde. Macy ist außerdem ein Gründungsmitglied des Atlantic Film Theatres.