Quellen des Lebens

Quellen des Lebens (2012), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: X Verleih

Quellen des Lebens Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Deutschland 1949: Kriegsheimkehrer Erich fühlt sich fremd nach seiner Rückkehr in die noch junge Bundesrepublik. Mit ihm und den Generationen seiner Kinder und Enkel erleben wir die echten Meilensteine der Geschichte der Bundesrepublik: Die Ehefrau hat eine Geliebte, zur Mitarbeit am Wirtschaftswunder wird eine Gartenzwergfabrik gegründet, der Sohn wird Dichter, nur dichtet dessen Frau viel besser, und der Enkel, gestählt durch Gruppe 47 und freie Liebe, ist dann überraschenderweise in der Lage, die wahre, einzige, wirkliche Liebe zu finden und dann doch frohgemut in diesem Land der Narzissten, Neobourgeoisie und Ex-Nazis zu einem guten Menschen zu werden... Und sogar der Kriegsheimkehrer ist zu großen, seine Frustration überwindenden Taten fähig...

Jürgen Vogel, Meret Becker und Moritz Bleibtreu | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Quellen des Lebens

DVD
Quellen des Lebens Quellen des Lebens
DVD Start:
19.07.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 166 min.

Filmkritik Quellen des Lebens

Filmwertung: | 6/10


Nachdem sich der Regisseur Oskar Roehler bereits mit dem Film „Die Unberührbare“ (Deutschland, 2000) mit seiner Mutter Gisela Elsner, einer berühmten Schriftstellerin aus der Ära der Nachkriegsliteratur, beschäftigt hatte, erzählt er nun mit „Quellen des Lebens – Eine deutsche Familiengeschichte“ (Deutschland, 2013) eine komplexe Familiensaga, die nebenbei noch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der 50er bis 70er Jahre widerspiegelt.

Aus der Sicht Robert Freytags wird die Familiengeschichte von den Großeltern an erzählt. Großvater Erich Freytag (Jürgen Vogel) kehrt 1949 aus dem Krieg in die fränkische Provinz zu seiner Frau Elisabeth (Meret Becker) und seinen Kindern heim. Nach Anfangsschwierigkeiten baut er sich ein neues Leben und eine Gartenzwerg-Fabrik auf. Sein Sohn Klaus Freytag (in den Jugendjahren: Kostja Ullmann, danach: Moritz Bleibtreu) möchte Schriftsteller werden und verliebt sich in die emanzipierte und aus wohlhabenden Hause stammende Gisela Ellers (Lavinia Wilson), die ebenfalls Schriftstellerin werden möchte. Nachdem sie gemeinsam nach West-Berlin gezogen sind, trennen sich bald ihre Wege und sie vernachlässigen beide ihr gemeinsames Kind Robert. Dieser wird dann nacheinander zu den Großeltern beider Familien abgeschoben. Dort wächst er zu einem rebellischen Jugendlichen heran, welcher versucht mit sich und seiner Familie umzugehen und einen Platz im Leben zu finden.

Das Drehbuch zu „Quellen des Lebens“ ist zeitgleich mit dem autobiographischen Roman „Herkunft“ von Oskar Roehler (bekannt für Filme wie „Jud Süss – Film ohne Gewissen“(2010) und „Agnes und ihre Brüder“(2004)) entstanden und gibt ebenfalls die Familiengeschichte dessen wider. Der Film mit einer Länge von 174 Minuten beginnt seine Geschichte in den 50er Jahren mit den Kriegsheimkehrern. Hier schafft er es, ein interessantes und informatives Bild dieser Zeit zu liefern. Auch die Liebesgeschichte zwischen Klaus und Gisela zündet richtig, doch nach dem Umzug nach West-Berlin und mit der Geburt Roehlers Alter Ego Robert scheint der Filmemacher vor allem seine Eltern abstrafen zu wollen. Ein grausames Bild der Eltern, welches viele Filmminuten für sich beansprucht, wird gezeichnet und besitzt vermutlich viele Überspitzungen. Interessanter wird die Geschichte erst wieder, als Robert als Jugendlicher ins Internat kommt und auf seine Jugendliebe Laura trifft. Was der Film aber die ganze Zeit über schafft, ist es, das richtige Zeitkolorit einzufangen und die Stimmung der Zeit und der jeweiligen Region wiederzugeben. Der Film zeichnet starke Kontraste der unterschiedlichen Lebensweisen: So steht die ländliche Idylle Unterfrankens der Großeltern Freytag dem großbürgerlichen Leben der Ellers gegenüber. Nicht nur diese Gegensätze sind etwas zu stark überzeichnet, auch die Figurencharakterisierungen neigen zu Überspitzung. Dies steht im starken Gegensatz zum authentischen Gesamtbild der Geschichte. So scheint Roehler die Abrechnung mit seinen Eltern mit der Zeitgeschichte zu vereinen, was ihm nicht vollends gelingt und den Zuschauer zur Frage bewegt, welche Botschaft der Film vermitteln möchte. Nach eigenen Aussagen wollte er ein „reichhaltiges Kaleidoskop an Eindrücken“ erschaffen, was aber dazu führt, dass ein konsequent roter Faden nicht erkennbar ist, trotz des allseits begleitenden Off-Kommentars von Robert Freytag.
Der gesamte Film ist mit einer prominenten Schauspielerriege besetzt, die ihre einzelnen Rollen gut verkörpern. So arbeiten auch manche Schauspieler/innen wie Margarita Broich mit Überspitzungen, was ihren Figuren besonderen Charakter und Witz verleiht.

Fazit: Der Film „Quellen des Lebens“ liefert ein interessantes und realistisches Bild der 50er bis 70er Jahre im westlichen Nachkriegsdeutschland. Die Überspitzungen der Charaktere und bestimmter Situationen geben dem Film neben seinen ernsten Thematiken eine Brise Humor. Doch leider ist kein stringenter roter Faden erkennbar und dementsprechend zieht sich der Film zu sehr in die Länge.

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Bilder © X Verleih