Projekt: Antarktis

Projekt: Antarktis (2018), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: 24 Bilder

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Inhalt

„Macht doch lieber was Vernünftiges!“ Diesen Satz bekamen Tim (24), Michael (29) und Dennis (25) seit der Schulzeit nicht nur einmal zu hören, wenn sie sich zu ihren Traumjobs bekannten: Künstler, Fotograf, Filmemacher. Die Antwort: Manche Träume müssten Träume bleiben, Arbeit müsse schließlich keinen Spaß machen, sondern vor allem genug Geld einbringen und sicher sein.
Einige Jahre später arbeiten die drei an ihrem Kinofilm, für den es zuerst keinen konkreten Abnehmer gibt, keine große Produktionsfirma und auch keinen Filmverleih… vernünftig ist wirklich etwas anderes. Sie setzen alles auf eine Karte und sind fest entschlossen, für ihr Ziel zwei Jahre Arbeitszeit zu investieren. Unbezahlt. Dabei geht es nicht um irgendein Ziel: Die drei wollen in die Antarktis reisen. Sie wollen herauszufinden, ob es möglich ist, auch die entferntesten Ziele zu erreichen, wenn man es nur doll genug will.
Zu Beginn stehen die drei Abenteurer vor der Frage, wie sich das Projekt „Eigener Kinofilm“ überhaupt umsetzten lässt. Wie soll der Film finanziert werden? Wie kommt man an antarktistaugliches Equipment und wie soll die Reise eigentlich ablaufen? Die Jungs entscheiden sich, das Abenteuer so aufzunehmen, wie es passiert: Mit allen Höhen und Tiefen. Mit zehn Kisten voller Equipment machen sie sich auf den 14 000 km weiten Weg in die Antarktis. Auf die Reise ihres Lebens.
Samstag: Ankunft in Buenos Aires – wo nur ein schneller Flughafenwechsel geplant ist, gibt es den ersten herben Rückschlag. Der Zoll beschlagnahmt ohne Angabe von Gründen das komplette Equipment. Das Expeditionsschiff legt aber schon in vier Tagen ab, in Ushuaia, mehr als 3000 km von Buenos Aires entfernt, egal ob mit den Jungs oder ohne. Ein Rennen gegen die Zeit und über die Hürden der argentinischen Dienstwege beginnt.
Mittwoch: Kurz vor dem Ablegen erreichen die drei das Schiff und die dreißigtägige Expedition beginnt. Die Nerven liegen immer noch blank vom unfreiwilligen Zwischenstopp in Buenos Aires und dem Bangen um das Equipment und somit um das ganze Projekt. Jetzt geht es direkt durch die stürmische Drake Passage mit Kurs auf die Antarktis, und leider bleiben nicht alle von Seekrankheit verschont.
Drei Wochen auf See. Jeder einzelne Tag bleibt den dreien als bedeutend in Erinnerung. Die unikale Tierwelt, die endlose Weite der eisigen Antarktis und die rohe Gewalt der Natur, die das filmische Abenteuer auf eine harte Probe stellen, prägen die Reise. Am Stimmungstief angelangt bleibt nur noch die Frage: „War es das wert?“ Oder hätten sie doch lieber „etwas Vernünftiges“ machen sollen?




Projekt: Antarktis - Trailer




Filmkritik Projekt: Antarktis

Filmwertung: | 8/10


Die drei jungen Bremerhavener Tim, Michael und Dennis haben lange Zeit von dieser Reise geträumt und hatten dabei nur ein Ziel: Eines Tages mit den eigenen Füßen auf dem Eis der Antarktis zu stehen und die Lebewesen zu bestaunen. Ohne konkrete Abnehmer konnten sie sich diese Reise aber nicht leisten. Doch das ließ die drei nicht von ihrem Traum abhalten und eines Tages fanden sie tatsächlich Sponsoren für ihre Reise. Doch auch wenn alle drei von ihnen Künstler, Fotographen und Filmmacher sind, stellte diese Reihe sie alle nochmal vor so manche Überwindung. Diese Dokumentation, die nochmal ein ganz anderes Publikum abholen kann als andere Filme des Genres, fängt kurz vor ihrem Abflug an und stellt sich direkt die Frage, was es mit drei jungen Männern und vor allem ihrem Umfeld eigentlich macht, wenn sie wissen dass sie mehrere Wochen - ohne Internet oder einer anderen Möglichkeiten Kontakt aufzubauen - von ihren Familien und Partnern getrennt sind und nicht wissen ob sie je zurück kommen werden.

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Szene aus Projekt: Antarktis © Projekt: Antarktis 2018
Das ist der erste Moment wo man sich als Zuschauer die Frage stellt, ob man genauso wie die drei bereit wäre sein gesamtes Leben zurück zu lassen und für seinen Traum an einen Ort zu gehen, wo es nicht ganz klar ist ob man ihn je wieder verlassen wird und auch danach stellt der Film den Zuschauer oft vor die Frage wie man sich selbst verhalten würde, in den einzelnen Situationen. Mit dem Flugzeug geht es, weiter in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Dort scheint ihre Reise aber arg gefährdet, als die drei sehr viele Stunden auf ihr – vom Zoll beschlagnahmtes – Kamerequipment warten und zwei Flüge canceln müssen. Doch irgendwann haben sie dann tatsächlich Glück und es steht nichts mehr zwischen ihnen und dem Boot zum ewigen Eis. Von nun an müssen sie vier Wochen auf dem Boot ausharren um die Antarktis zu entdecken. Doch diese Zeitdauer zahlt sich am Ende noch für sie aus, denn hätten sie es nicht durchgehalten, dann gäbe es jetzt nicht diesen großartigen Film.

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Szene aus Projekt: Antarktis © Projekt: Antarktis 2018
Die Dokumentation nimmt die Zuschauer dabei mit auf eine Reise ins ewige Eis und zeigt wie wichtig es wirklich ist einen Traum bis zum Ende durchzuziehen, egal wer oder was sich einem dabei vielleicht auch in den Weg stellt. „Projekt: Antarktis" zeigt, dass dies auch wirklich jeder schaffen kann. Er zeigt die Reise von drei ganz gewöhnlichen jungen Männern die mitten in ihrem Leben stehen und trotzdem an einen Ort gehen, wo man nicht mal so gerade hinkommt geschweige denn was man sich einfach leisten kann und doch haben die drei es geschafft, weil sie nicht aufgehört haben von ihrem Traum begeistert zu sein und stets überzeugt waren ihn umzusetzen. Damit sind sie ein weiteres Vorbild für so manchen jungen Menschen, der nicht daran glaubt, seinen Traum umzusetzen und davon gibt es heutzutage immer mehr, die zu früh aufgeben. All denen möchte der Film zeigen, egal ob finanzielle- oder vielleicht auch soziale Gründe gegen deine Umsetzung sprechen, wenn du etwas wirklich möchtest, dann wird dies auch gelingen und wenn nicht, dann solltest du es einfach weiter versuchen!

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Szene aus Projekt: Antarktis © Projekt: Antarktis 2018
Genau diese Weisheit wird hier auch im Film wirklich gut umgesetzt und dazu tragen die drei sehr sympathischen Antagonisten eindeutig bei. Man merkt zwar bei ihnen an mehreren Stellen, dass es keine geübten Schauspieler sind und sie noch nicht so viele Erfahrungen vor der Kamera sammeln konnten. Doch man nimmt ihnen in jedem Augenblick vollkommen ab, dass sie tatsächlich nichts mehr wollten als diese Reise zu machen und ihren Traum zu verwirklichen. Dem Film gelingt dazu ebenso bei dem Zuschauer das Gefühl zu erbringen, dass er sich so fühlt als sei er selbst ein Teil der Truppe und als würde er gemeinsam mit den dreien auf Reisen sein. Dabei fühlt sich “Projekt: Antarktis“ auch nicht an wie eine wirkliche Dokumentation, sondern viel mehr als würde man hier ein richtiges Tagebuch vor sich sehen, ein Tagebuch über eine sehr besondere Reise, mit drei überzeugenden Antagonisten und ein super eingefangen Antarktis.

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Szene aus Projekt: Antarktis © Projekt: Antarktis 2018
Für meinen Geschmack hätten es aber gerne noch ein paar mehr von den eigentlichen Arktisaufnahmen hätte geben können. Denn so lässt der Film sich zwar Zeit alles ausführlich zu erklären, wie die drei hergekommen sind, nur zeigt er sie kaum auf der wirklichen Eisoberfläche. Hinzukommt die Tatsache, dass der Film sich wirklich Zeit lässt alles sehr ausführlich zu beschreiben und man genügend Zeit sich an allen Eindrücken satt zu sehen, was an sich wirklich sehr schön ist. Jedoch ermüdet es sich sehr schnell und wird dann eher ein wenig zu langatmig.


Fazit:
Wenn man also Lust hat sich eine Doku anzusehen, die anders daher kommt wie gewöhnliche Filme des Genres, die Antarktis mag und drei überzeugende junge Männer sehen möchte die alles für ihren Traum machen, dann sollte man ihn nicht entgehen lassen. Er kann nämlich so einiges mehr als er vielleicht zu sein vermag.
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