Prince Avalanche

Prince Avalanche (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Kool

Prince Avalanche Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Alvin und Lance haben das Vergnügen, eine schier endlose Straße durch abgebrannten Wald mit gelben Mittelstreifen zu verzieren. Alvin schätzt die Natur und schreibt Freundin Madison lange Briefe. Lance hasst den Job und die einsame Gegend und sehnt das Wochenende herbei, um in der Stadt zu feiern und Mädels aufzureißen. Schon bald kabbeln und balgen sich die beiden kauzigen Typen ... Eine lakonische Komödie über Männer, denen die Frauen fehlen - von David Gordon Green mit poetischen Bildern in surrealer Landschaft inszeniert.

Paul Rudd, Emile Hirsch und Lance LeGault | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Prince Avalanche

Blu-ray
Prince Avalanche Prince Avalanche
Blu-ray Start:
31.01.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.
DVD
Prince Avalanche Prince Avalanche
DVD Start:
31.01.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

Filmkritik Prince Avalanche

Filmwertung: | 6/10


Man spricht von Lakonie, wenn man eine knappe, aber treffende, trockene, schmucklose Ausdrucksweise umschreiben will, und möchte man dies in filmischer Umsetzung sehen, sollte man sich "Prince Avalanche" von Regisseur David Gordon Green nicht entgehen lassen. Der in Arkansas geborene Green ist nach seinem erfolgreichen Ausflug ins Reich der Mainstream-Komödie mit seinem Film "Ananas Express" von 2008 nun zu seinen Indie-Wurzeln zurückgekehrt. Nach seiner Premiere auf dem diesjährigen Sundance Film Festival, lief "Prince Avalanche" im Februar auf der Berlinale und gewann dort den silbernen Bären für die beste Regie.

Es geht um die zwei Durchschnittstypen Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch), die im Sommer 1988 in einem von Bränden zerstörten, menschenleeren Waldgebiet den monotonen Auftrag haben, die Fahrbahnmarkierungen der kilometerlangen Landstraße zu erneuern. Alvin ist ein verantwortungsbewusster, ehrgeiziger und monogamer Typ, während Lance eher ein Bruder Leichtfuß mit einer Vorliebe für Mädchen und Partys ist, weshalb er unter der Isolation in der Natur auch leidet. Lances große Schwester ist Alvins Freundin, der er auch immer leidenschaftliche Briefe schreibt. Doch anstatt sie in seiner freien Zeit zu besuchen, treibt er sich in einer Art Selbstfindungstrip lieber in den Wäldern herum, was der Beziehung nicht gut tut. Das Mittelstreifenpinseln muss immer weiter gehen und die beiden schlichten Gemüter streifen mit ihrem kleinen Bauarbeitergefährt durch die Wälder. Dabei treffen sie einen witzigen versoffenen Truckfahrer, eine traurige ältere Lady und kabbeln sich hin und wieder gewaltig, vertragen sich jedoch immer wieder.

Die Geschichte erinnert in Humor und Grundkonstellation eher an skandinavisches Kino, was nicht verwunderlich ist, versteht sich "Prince Avalanche" doch als Remake des isländischen Films "Either Way" von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson aus dem Jahre 2011. Zur Besetzung ist zu sagen, dass Paul Rudd und Emile Hirsch Kumpels von Regisseur David Gordon Green sind und beide Lust hatten, für eine Weile mit Kameras in den Wald zu gehen und zu schauen, was daraus wird. Und dies taten sie im Mai 2012 für insgesamt 16 Drehtage im texanischen Bastrop State Park, der tatsächlich von einem Waldbrand verwüstet wurde und dadurch mit seinen verbrannten Bäumen die angemessene Kulisse für einen solch seltsamen Ort mit sonderbarer Stimmung bot. Neben diesem einzigartigen Look kann sich der Zuschauer auch in die erholende Natur von Basttop versetzen und geschäftige Ameisen, bunte Raupen, bachabwärtsfließende gelbe Farbe oder einen Skunk, der an einem überfahrenen Tier schnüffelt erfreuen.

David Gordon Green gelingt eine menschliche Studie über das stete Bemühen, das eigene Schicksal zu meistern, die aber auch eine Hommage an die achtziger Jahre ist, einer uns heute so fremd erscheinenden ruhigen Zeit vor Handys und Computern. Eigentlich passiert ja nicht viel, doch der Reiz besteht darin, wie dieses Nichts in Bilder und Dialoge gefasst wird. Alvin lernt im Hinblick auf eine geplante Deutschlandreise mit Sprachkassetten Deutsch, was ein witziges Element und gleichzeitig eine kleine Perspektive in der Einsamkeit darstellt, wobei er sagt, dass Einsamkeit und alleine sein zweierlei Dinge seien. Am Ende müssen sich beide Protagonisten eingestehen, auf der Flucht vor der Verantwortung zu sein. Und dass der Zuschauer angesichts dieser doch sehr einfachen Geschichte, die ihn an den Rand des Einschlafens führen könnte, nicht auf der Flucht aus dem Kino ist, verdanken wir eben Rudd und Hirsch, die sich durch ihr rührendes Gemenschel improvisieren.

"Prince Avalanche" ist ein ausgesprochen minimalistischer Film, der getragen von seinen Charakteren ein herzliches Ergebnis erreicht. Der Zuschauer sollte Indie-Filme mögen und bereit sein, sich auf dieses gespielte Nichts mit den künstlerischen Einfällen von Paul Rudd und Emile Hirsch einzulassen.

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Bilder © Kool