Pride

Pride (2014), Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Senator Filmverleih

Pride Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Ein Handschlag hat schon vieles besiegelt. So auch die außergewöhnliche Liaison zweier Gruppen, die sich im Sommer 1984 in England gefunden haben: Bronski Beat trifft Gaelic Folk oder auch… eine ausgelassene Schwulen- und Lesbentruppe aus London trifft auf streikende Waliser Bergarbeiter. Irritationen beim ersten Aufeinandertreffen sind vorprogrammiert!
Doch spätestens als der exzentrische Jonathan den hüftsteifen Walisern zeigt, was echtes Disco-Feeling ist, scheint das Eis gebrochen… Doch nicht in jedem Waliser finden die couragierten Großstädter einen dankbaren Verbündeten und stellen so ein ganzes Dorf auf den Kopf. Die L.G.S.M. (Lesbians and Gays Support the Miners) sammelt für ihre Kumpel Geld in bunten Eimern und stellen sich damit farbenfroh der gnadenlosen Politik von Margaret Thatcher entgegen. Zwischen den neuen Komplizen entwickelt sich eine besondere Freundschaft, mit bis heute historischen Folgen...


Bill Nighy, Imelda Staunton und Ben Schnetzer | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Pride

Blu-ray
Pride Pride
Blu-ray Start:
13.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 120 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Pride Pride
DVD Start:
13.03.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 115 min.

Filmkritik Pride

Filmwertung: | 8/10


Pride ist der erste Kinofilm von Theaterregisseur Matthew Warchus seit fünfzehn Jahren. Bei den Internationalen Fimfestspielen von Cannes wurde Pride mit der Queer Palm ausgezeichnet. Zurecht, schließlich behandelt er ein wichtiges Thema der britischen Geschichte. Im Sommer 1984 liegen Veränderungen in der Luft. Margaret Thatcher, auch bekannt als „die eiserne Lady“ regiert mit harter Hand. Die Berg- und Minenarbeiter streiken. Es sollen Stellen gekürzt werden, dazu werden Langzeitstreikende mit dem Entzug von Elekrizität bestraft. Die Arbeiter sind deshalb auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Eine Gruppe um Mark Ashton (Ben Schnetzer) bietet bei mehreren Verbänden und Gewerkschaften Hilfe an. Sie werden abgelehnt, weil sie LGSM (Lesbian and Gays Support the Miners) heißen. Doch Mark, der neu dazugestoßene Fotograf Joe (George McKay), der gute Tänzer Jonathan (Dominic West), der Nordwaliser Gethin (Andrew Scott) und die freche Steph (Faye Marsay) wollen trotz aller Widrigkeiten helfen. Denn sie kennen die Probleme, die die Arbeiter im Moment haben. Polizeigewalt, Druck der Regierung, Verleumdung in der Presse. Als die gutmütige Oma Gwen (Menna Trussler) als einzige nicht auflegt, wird ein Treffen vereinbart. Dai (Paddy Considine) fährt nach London zu LGSM ohne deren Bedeutung zu kennen. Da sie sich gegenseitig überzeugen und schätzen lernen, nimmt Dai die Unterstützung im Namen seines Dorfes Onllwyn in Südwales an. Dorthin fahren die Mitglieder von LGSM. Bis auf Hefina (Imelda Staunton), Cliff (Bill Nighy) und Sian (Jessica Gunning) ist die Unterstützung anfangs sehr gering. Können sich die zwei verschiedenen Fronten zusammenraufen?

Diese lebendige Geschichte trägt den Film. Er wirbt für gegenseitiges Verständnis und Toleranz. Dank der herausragenden Darstellerriege entwickelt Pride Charme und kann bestens unterhalten. Zwei Nebendarsteller dürften dem Zuschauer dabei besonders in Erinnerung bleiben. Menna Trussler spielt die liebenswürdige Oma Gwen so erfrischend locker und anders, dass es eine wahre Freude ist, ihr zuzusehen. Dank der klugen Dialoge und dem Wortwitz generiert gerade diese Rolle viele warmherzige Lacher.
Als anpackende Frau, die etwas aus sich machen will bleibt Jessica Gunning, die Sian spielt, in Erinnerung. Diese zwei Schauspielerinnen und Rollen sind die heimlichen Stars des Filmes. Doch auch der Rest des Casts kann überzeugen. Weitere Pluspunkte sind die angenehm ruhige Kameraführung, die die verregnet-britischen Landschaften gekonnt einfängt und die witzig-atmosphärische Musikuntermalung. Außerdem sind die farbenfrohen Kostüme und die Maske sehr gelungen.

Doch der Film hat trotz der hervorragend umgesetzten Geschichte auch Schwächen. Einige Szenen sind in ihrer Art der Darstellung leider zu übertrieben geraten. Es wird nach einer einfachen Rede geklatscht, als wäre England aus dem Nichts Fußball-Weltmeister geworden. Dann singen alle gemeinsam einen Solidaritätssong. Hier wäre weniger mehr gewesen. Regisseur Warchus hätte sich dabei nur an den sonstigen Ton des Filmes halten müssen. Wer hier eine ernste Behandlung der damaligen Zeit erwartet, wird aufgrund seiner Erwartungen wohl leicht enttäuscht werden. Wer diesen Film allerdings als das nimmt, was er ist, nämlich eine lehrreiche, interessante Sommerkomödie, wird seinen Spass an Pride haben.
by Stefan Bröhl

Bilder © Senator Filmverleih