Planet der Affen: Survival

War for the Planet of the Apes (2017), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Abenteuer
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Inhalt

In PLANET DER AFFEN: SURVIVAL, dem dritten Kapitel der hochgelobten Blockbuster-Franchise, werden Caesar und seine Affen in einen tödlichen Konflikt mit einer Armee von Menschen unter der Leitung eines rücksichtslosen Colonels getrieben. Nach schweren Verlusten auf Seiten der Affen kämpft Caesar mit seinen dunkleren Instinkten und beginnt seinen eigenen mystischen Kampf um Rache für die Seinen. Als Ceasar und der Colonel sich schließlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, beginnt ein epischer Kampf, der über das Schicksal beider Spezies und die Zukunft des Planeten entscheiden wird.

Woody Harrelson, Judy Greer und Andy Serkis | mehr Cast & Crew


Planet der Affen: Survival - Trailer




Filmkritik Planet der Affen: Survival

Filmwertung: | 9/10


Da haben wir ihn, den Abschluss der Prequel-Trilogie von Planet der Affen, wobei hier im Zeitalter der bestehenden und weiter aufploppenden Filmuniversen tatsächlich auch einmal inhaltlich von einer wahrhaftigen Trilogie gesprochen werden kann. Planet der Affen: Survival SzenenbildDenn dieser dritte Teil nimmt die den in Planet der Affen: Prevolution etablierten und in Planet der Affen: Revolution weitergeführten Handlungsbogen auf und führt ihn in konsequenter Art und Weise fort bzw. zu Ende. Im Original heißt der Film War for the Planet oft he Apes. Und dieser Name ist Programm. Die Affen rund um ihren Anführer Caesar befinden sich nun im Krieg mit den Menschen. Die Geschehnisse überschlagen sich und die Verluste wachsen auf beiden Seiten dramatisch an. Caesar muss sich entscheiden: stillt er seinen persönlichen Wunsch nach Rache oder wird er genau der Anführer, den die Affen in dieser Situation am dringendsten brauchen?

Dabei ist es im Grunde nicht wirklich eindeutig, welchem Genre man den Film zuordnen kann bzw. sollte. Auf der einen Seite handelt es sich ganz klar um einen Anti-Kriegsfilm, der ungeschönt die hässliche Seite des Krieges porträtiert. Auf der anderen Seite stellt sich der Film aber auch als eine Art Heldenreise Caesars heraus, der sich auf den Weg macht, um sich seiner Bestimmung endgültig klar zu werden und diese dann zu erfüllen. Es handelt sich hierbei also um einen Hybriden aus Anti-Kriegsfilm und Heldenabenteuer. Dabei sind die Geschehnisse so gekonnt ineinander verworren, dass die Übergänge in dem Maße fließend sind, dass man sie im Grunde gar nicht merkt.

Planet der Affen: Survival Szenenbild Gleich zu Beginn des Films wird den Zuschauern das Bild des Krieges vor Augen geführt. Dabei gelingt es jedoch sowohl die Hektik des Geschehens zu transportieren, sich jedoch gleichzeitig auch die Zeit nimmt, den Zuschauer als Beobachter so zu positionieren, dass man sich im Grunde machtlos fühlt. In dem Sinne machtlos, als dass man dem Geschehen schlichtweg kein Einhalt gebieten kann. Dieses Gefühl ergibt sich aus dem gekonnten Abwechseln dynamischer Kamerabewegungen und Schnitte, welche zwischendurch immer wieder durch eine statische Draufsicht abgelöst wird, sodass die Unübersichtlichkeit des Geschehens durch eine Außensicht demontiert wird und damit diese Machtlosigkeit auslöst. Diese Art der Präsentation sorgt für eine emotionale Befangenheit, noch bevor man als Beobachter erste Sympathien für die Figuren entwickeln kann.

Im Anschluss dazu reduziert sich die Geschwindigkeit des Films drastisch, schafft es jedoch im Gegenzug nicht langweilig zu werden. Im Gegenteil. Gerade im Blockbuster-Segment kann die Charakterzeichnung der Figuren zuweilen als problematisch angesehen werden. Im Gegensatz dazu nehmen sich Regisseur Matt Reeves und Drehbuchautor Mark Bomback reichlich Zeit, um die interessanten Charaktere näher zu beleuchten und konsequent miteinander interagieren zu lassen. Planet der Affen: Survival SzenenbildEs ist erfrischend mal wieder einen Blockbuster abseits der Comicverfilmungen zu sehen, dem das gelingt.

Dabei wird sich nicht nur Zeit für die Protagonisten genommen. Nein auch der von Woody Harrelson gespielte Colonel wird mit ausreichend Tiefe versehen, als dass dieser nicht als irgendein austauschbarer 0815-Antagonist daherkommt. Auch er bekommt seine Motivation für sein handeln und, gemäß den Wirren des Krieges, sind diese nicht vollständig unverständlich.

Der Handlungsaufbau ist dabei recht gradlinig, ohne dabei fade zu erscheinen. Obwohl die Plotstruktur durch die zahlreichen Heldenverfilmungen hinreichend bekannt sein dürfte, hat man hier nie das Gefühl, dass man das, was folgt, bereits im Vorfeld erahnen könnte. Das liegt sicherlich nicht an der Art und Weise, in welcher Reihenfolge das Geschehen präsentiert wird. Vielmehr ist es die emotionale Wucht, die einem hier geboten wird. Diese wird vor allem durch die hervorragende Kameraarbeit und der subtilen musikalischen Untermalung getragen. Zwar handelt es sich nicht wirklich um sehr eingängige Stücke, doch erfüllen sie ihren Zweck als emotionale Verstärker.

Planet der Affen: Survival Szenenbild Das Zusammenspiel von Figurentiefe, ästhetischer Ausgestaltung und musikalische Untermalung beschert uns einen äußerst starken Abschluss der aktuellen Planet-der-Affen-Trilogie, bei dem es fast nichts zu meckern gibt.

Dieses Meckern ist jedoch Meckern auf hohem Niveau! So ließe sich hier ins Feld führen, dass der Film hier und da ein wenig arrangiert wirken könnte, was heißt, dass die Figuren bzw. die Fraktionen zuerst strategisch positioniert werden, bevor das Geschehen weitergeht. Das wäre es dann aber auch schon mit den negativen Kritikpunkten.


Fazit:
Mit Planet der Affen: Survival erhalten wir einen höchst emotionalen Anti-Kriegsfilm, der einem die Konsequenzen eines Krieges deutlich zu machen und es vermag, einen sehr dicht an die Figuren zu binden, sodass es einem einfach nicht egal ist, was mit ihnen passiert.
by

Bilder © 20th Century Fox