Planet der Affen: Prevolution

Rise Of The Planet Of The Apes (2011), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Science-Fiction / Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: 20th Century Fox

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Planet der Affen: Prevolution Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Will Rodman (James Franco) ist ein junger, engagierter Wissenschaftler, der zusammen mit seinem Vater (John Lithgow), ebenfalls ein Forscher, Heilmittel für Menschen erforscht. Ein vielversprechendes Mittel, in das Will viele Hoffnungen setzt, testet er in einem hochmodernen Labor an Affen. Ein besonderer Affe namens Caesar (Andy Serkis) wächst ihm dabei ans Herz. Das Mittel scheint zu funktionieren. Doch plötzlich ruft es noch ganz andere, unerwartete Reaktionen hervor...
Die Primatenforscherin Caroline (Freida Pinto) unterstützt Will auf der Suche nach den Ursachen – und den Folgen!


James Franco, Tom Felton und Freida Pinto | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Planet der Affen: Prevolution

Blu-ray
Planet der Affen: Prevolution Planet der Affen: Prevolution
Blu-ray Start:
09.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.
Planet der Affen: Prevolution (Collector's Edition) Planet der Affen: Prevolution (Collector's Edition)
Blu-ray Start:
09.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.
Planet der Affen: Prevolution (4K Ultra HD) Planet der Affen: Prevolution (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
29.06.2017
FSK: 12
DVD
Planet der Affen: Prevolution Planet der Affen: Prevolution
DVD Start:
09.12.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 101 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Planet der Affen: Prevolution

Filmwertung: | 7/10


Der Genetiker Will Rodman (James Franco) ist mit seinem Forschungsteam der Firma Gen-Sys auf der Suche nach einem Heilmittel gegen Alzheimer. Da sein eigener Vater Charles (John Lithgow) an eben jener Nervenkrankheit leidet, stellt Wills Arbeit für ihn nicht nur eine professionelle, sondern eine persönliche Herausforderung dar. Als das neue Mittel ALZ-12, welches Hirnstrukturen wieder aufbauen soll, erfolgreich an einigen Schimpansen getestet werden konnte, sieht sich Will beinahe am Ziel seiner Arbeit. Auf Grund eines Missverständnisses wird das Projekt jedoch eingestellt, bevor die Wirkung des neuen Medikaments am Menschen erforscht werden kann. Lediglich das Affenbaby Ceasar überlebt durch Wills Hilfe die Auflösung des Projekts und lebt fortan in der Obhut des Wissenschaftlers und seiner Freundin Caroline (Freida Pinto). Schnell wird klar, dass Ceasars Intelligenzquotient ungewöhnlich hoch für einen Affen ist, wurde er doch als Kind einer der im Forschungsprojekt verstorbenen Schimpansenmütter geboren, an denen das Anti-Alzheimer Medikament getestet wurde. Dieses zieht nun einen ungeahnten Effekt nach sich. Im Laufe der Jahre wird sich Ceasar immer mehr seiner eigenen Situation sowie der seiner Artgenossen bewusst. Eine Entwicklung, die schnell erhebliche Folgen für das Zusammenleben zwischen Tier und Mensch haben wird.

„Planet der Affen: Prevolution“ lässt sich sowohl als Prequel, wie auch als Reboot der bekannten Filmserie der 60er und 70er Jahre verstehen. So werden auf der einen Seite genügend Hinweise verstreut, die darauf schließen lassen, dass sich der Film des englischen Regisseurs Rupert Wyatt als direkte Vorgeschichte des Charlton Heston Klassikers „Planet der Affen“ (1969) versteht. Auf der anderen Seite bietet die Story und Umsetzung des Materials jedoch auch genügend Spielraum, um aus „Prevolution“ eine eigene neue Serie zu entwickeln. Sollte letzteres der Fall sein, hat man mit diesem Film einen durchaus soliden Startschuss gesetzt. Ähnlich wie das Original behandelt Wyatts Version des „Planet der Affen“ die klassischen Themen des Stoffes, wie Unterdrückung und Segregation, verbindet diese jedoch gleichzeitig mit aktuelleren Fragen nach ethischen und moralischen Folgen von Genforschung und Tierversuchen. Das Skript gibt dem Film dabei in der ersten Hälfte erfreulicherweise viel Zeit, die Beziehung zwischen dem Menschenaffen Ceasar und seinem Ersatzvater Will aufzubauen, werden eben genannte Themen doch gerade anhand dieser „zwischenmenschlichen“ Beziehungen verhandelt. Umso länger der Film andauert, umso mehr steht jedoch klar das persönliche Schicksal des (komplett computeranimierten) Schimpansen und dessen Frage nach seiner eigenen Identität im Vordergrund des Films. „Bin ich nur ein Haustier?“ fragt er Will mit Hilfe der ihm beigebrachten Zeichensprache, als er sieht, dass er, genau wie ein entgegenkommender Hund, eine Leine tragen muss.

Diese und andere Vorfälle, wie ein Zusammenstoß mit dem wenig verständnisvollen Nachbarn Wills, führen im weiteren Verlauf des Films zur im Titel implizierten Affenrevolution, die Ceasar von einem Tierheim aus anführen wird. Dass dieses Heim aus Sicht der Affen eben nicht als zu Hause, sondern als (klassisches Film-) Gefängnis inklusive Insassen misshandelnder Wärter, präsentiert wird, ist zwar selbst keine revolutionär neue Inszenierungsstrategie, wurde aber durchaus spannend umgesetzt und arbeitet gleichzeitig erfolgreich auf den mit Action geladenen Endspurt hin. Ob der Film letztendlich funktioniert, hängt vor allem von der Fähigkeit des Publikums ab, sich mit der Figur des Menschenaffen Ceasar identifizieren zu können. Alle im Film gezeigten Affen stammen direkt aus dem Computer und trotz fortgeschrittener Technik sieht man ihnen ihre digitale Herkunft fast jederzeit an. Weta Digital und besonders Andy Serkis, der für Ceasars Performance verantwortlich ist, haben es jedoch gleichzeitig geschafft, den Figuren eine großes Maß an Leben einzuhauchen. Wobei besonders die Gesichtsanimationen der nicht-menschlichen Protagonisten beeindruckend sind und gleichzeitig auch notwendig waren, um die Geschichte erfolgreich erzählen zu können.

Auf der menschlichen Seite des Films schwächelt dieser dagegen ein wenig. Francos Performance als Wissenschaftler mit Gewissen ist zwar solide, aber leider relativ schlicht gehalten, was dem Oscar-Nominee wenig Räume für nachhaltig wirkende Szenen gibt. Die Nebenfiguren wie Wills Freundin Caroline und Vater Charles, aber auch der Gen-Sys Chef Steven Jacobs (David Oyelowo) oder der affenquälende Dodge Landon (Harry Potter Ekel Tom Felton) sind ausschließlich völlig eindimensional geraten und nerven schon mal durch ihre von Clichés geprägten Handlungsweisen. Ein Wermutstropfen, den man wohl ertragen muss, in einem Film, in dem eben nicht die eigene Spezies im Vordergrund steht. Etwas Tiefe hätte man einigen menschlichen Charakteren aber doch gewünscht. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, dem abschließenden Showdown noch einen Schuss mehr Spannung zu verleihen. Technisch beeindruckend, fehlt diesem lediglich ein wenig Nervenkitzel, was auch daran liegt, dass die Affenrevolution eine ungewöhnlich unblutige ist. Ein Fakt, der wohl leider mal wieder der Veröffentlichungspolitik der Studios zu schulden ist (FSK 16 würde den Verlust von Millionen von Zuschauern bedeuten) und die Darstellung des Kampfes zwischen Mensch und Tier durch seine Harmlosigkeit stellenweise weniger glaubwürdig werden lässt. Gleichwohl ist Regisseur Wyatt mit „Planet der Affen: Prevolution“ ein unterhaltsamer Blockbuster gelungen, der neben seinen tollen Effekte auch mal wieder mit einer kohärenten, wenn auch leicht vorhersehbaren, Story überzeugt und der den bisher sehr schwachen Kinosommer im Blockbusterbereich klar aufwertet.

by

Bilder © 20th Century Fox