Philomena

Philomena (2013), Großbritannien / USA
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film / SquareOne Entertainment

Philomena Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Als die junge Philomena Lee im streng katholischen Irland der fünfziger Jahre ein uneheliches Kind erwartet, wird sie von ihren Eltern verstoßen und ins Kloster geschickt, um der öffentlichen Schande zu entgehen. Doch Philomena trifft dort nicht auf Barmherzigkeit: Sie wird von den Nonnen genötigt, ihr Kind zur Adoption freizugeben und muss Jahre im Dienste des strengen Klosters verbringen, stets hoffend, dass sich keine Pflegeeltern für ihren Sohn Anthony finden werden und sie ihn irgendwann zu sich nehmen darf. Philomenas Hoffnung wird enttäuscht, als nach drei Jahren Anthony zu neuen Eltern in die USA gegeben wird.

Fünfzig Jahre lang schweigt Philomena Lee zu ihrer Vergangenheit, bis sie ihrer Tochter Jane ihr trauriges Geheimnis anvertraut, die daraufhin den arbeitslosen ehemaligen BBC-Korrespondenten Martin Sixsmith bittet, Philomena bei der Suche nach dem verlorenen Sohn zu helfen. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf eine erschütternde Geschichte – und einen unfassbaren Skandal…


Steve Coogan, Dame Judi Dench und Charlie Murphy | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Philomena

Blu-ray
Philomena Philomena
Blu-ray Start:
12.09.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Philomena Philomena
DVD Start:
12.09.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

Filmkritik Philomena

Filmwertung: | 8/10


Das Leben schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten. So beruht auch der neue Film "Philomena" (Originaltitel: "Philomena", UK/USA/Frankreich, 2013) von dem britischen Regisseur Stephen Frears (bekannt für seine Filme "Die Queen" (2006), "High Fidelity" (2000) und "Gefährliche Liebschaften" (1988)) auf wahren Ereignissen.

Nachdem Martin Sixsmith (Steve Coogan) seinen Job als Starjournalist und Spin Doctor unter Tony Blair verloren hatte, suchte er halb verzweifelt nach einem neuen Beschäftigungsfeld. Eine Lektorin legte ihm nahe, sich mit einem menschlichen Schicksal wieder einen positiveren Namen zu machen. Just in diesem Moment trat die Tochter von Philomena Lee (Judi Dench) an ihn heran und bat ihn, als Reporter für ihre Mutter zu recherchieren. Jene hatte vor 50 Jahren ein Kind geboren, was ihr von den Nonnen, weil es unehelich gezeugt wurde, genommen wurde. Darum bittet sie Sixsmith ihren Sohn ausfindig zu machen. Er wittert seine Chance und das ungleiche Paar begibt sich auf die Suche.

Im Jahr 2010 entdeckte der Schauspieler und Comedian Steve Coogan einen Online-Artikel im Guardian über das Schicksal der Irin Philomena Lee mit dem Titel „Die katholische Kirche hat mein Kind verkauft“. Es handelte sich dabei um ein Interview mit dem Reporter Martin Sixsmith, der diese Story in seinem Buch „The Lost Child of Philomena Lee“ (2010) verarbeitet hatte. Coogan erwarb sofort die Filmrechte, ohne auch nur ansatzweise das Buch gelesen zu haben. Zusammen mit dem Drehbuchautor Jeff Pope entwickelte er in über zwei Jahren die Story für den Film. Dabei war der Regisseur wie auch Sixmith selbst unterstützend beteiligt. Die entstandene Geschichte konzentriert sich nicht einzig auf das Schicksal Philomenas, so wie die Buchvorlage, sondern gestaltet die Geschichte in eine Art Roadmovie um. Die zwei sehr unterschiedlichen Charaktere von Martin und Philomena stehen dabei im Vordergrund. So schafft er es sich den Film über einen sanften Humor zu erhalten, der von der Gegensätzlichkeit der beiden Protagonisten lebt. Aber trotzdem behandelt er das ernste Thema Kindesentführung mit dem nötigen Respekt. Der Film besitzt so eine ausgewogene Balance zwischen Komik und Drama. Die beiden realen Personen, die beide noch leben und ihre Verfilmung daher eine besondere Sensibilität erforderte, sind mit dem Resultat zufrieden. Vor allem Philomena Lee ist begeistert, dass sie von Judi Dench verkörpert wird. Dench spielt die Rolle mit einer charmanten Leichtigkeit. Die ehrliche und herzliche alte Dame ist ein wunderbarer Kontrapunkt zu Coogans Figur Sixmith, der vor allem ehrgeizig und festgefahren ist. Zudem ist der Film bis in die Nebenrollen gut besetzt. Die Drehorte und die gesamte Ausstattung sowie die passende Musik runden den Film zu einem perfekten Kinoerlebnis ab. 

Fazit: Der Film „Philomena“ schafft es, die perfekte Balance zwischen Drama und Komödie herzustellen. So kann er den Zuschauer, der vom Schicksal der Hauptperson ergriffen ist, trotzdem erheitern. Mit grandioser Besetzung und grandiosen Dialogen erhielt er zu Recht eine Oscar-Nominierung für den besten Film.

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Bilder © Universum Film / SquareOne Entertainment