Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst

Peggy Guggenheim: Art Addict (2015), USA / Italien / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Dokumentation
Kinostart Deutschland: - Verleih: NFP

Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst Filmplakat erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Der Dokumentarfilm PEGGY GUGGENHEIM: EIN LEBEN FÜR DIE KUNST von Lisa Immordino Vreeland zeichnet ein facettenreiches Bild der berühmten Kunst-Ikone: Ein Leben im kulturellen Umbruch des 20. Jahrhunderts, das von Affären und Beziehungen zu einigen der größten Künstler des letzten Jahrhunderts geprägt war. Peggy Guggenheim lebte und wirkte in London, Paris, New York, Venedig und zählte Marcel Duchamp, Max Ernst, Jackson Pollock, Yves Tanguy oder Samuel Beckett zu ihren Bekanntschaften. Ihre Leidenschaft ließ Peggy Guggenheim zu einer der einflussreichsten amerikanischen Kunstmäzeninnen, Sammlerinnen und Galeristinnen moderner Kunst werden.
Bisher verschwunden geglaubte Tonaufnahmen von Interviews mit Peggy Guggenheim bringen den sensiblen und temperamentvollen Charakter der schillernden Kunstfigur ans Licht. Ihre Erzählungen werden dabei von einem umfangreichen Foto- und Filmarchiv unterstrichen und von berühmten Persönlichkeiten wie Marina Abramović, Larry Gagosian, Dore Ashton, Hans Ulrich Obst oder Robert de Niro kommentiert.
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DVD und Blu-ray | Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst

DVD
Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst Peggy Guggenheim: Ein Leben für die Kunst
DVD Start:
08.09.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 92 min.

Info und Wissenswertes zum Film

Peggy Guggenheim: Ihr Leben und die Sammlung

Biographie
Als Tochter der wohlhabenden Familie Guggenheim wurde Peggy Guggenheim in die New Yorker High Society hineingeboren. Der unerwartete Tod ihres Vaters Benjamin im Jahr 1912 beim Untergang der Titanic brachte Peggy jedoch nur ein vergleichsweise kleines Erbe ein. Mit 22 Jahren begann Peggy eine Ausbildung im New Yorker Buchladen „Sunwise Turn“, wo sie mit vielen Künstlern und Intellektuellen in Kontakt kam. Bereits nach kurzer Zeit beschloss sie, nach Paris zu ziehen und konnte dort mit vielen Künstlern und Schriftstellern Freundschaft schließen.

1922 heiratete sie den französischen Künstler Laurence Vail, mit dem sie einen Sohn, Sindbad, und eine Tochter, Pegeen, bekam. Die Ehe wurde bereits nach wenigen Jahren geschieden.

Trotz der vielen Affären und Beziehungen mit verschiedenen Künstlern, so auch mit Samuel Beckett und Yves Tanguy, gab es für Peggy Guggenheim nur einen Mann, den sie als den wichtigsten in ihrem Leben bezeichnete: John Holms, ein britischer Literaturkritiker, mit dem sie von 1928 bis zu seinem plötzlichen Tod 1934 eine Beziehung führte.

1938 feierte sie die Eröffnung ihrer ersten Galerie in London, Guggenheim Jeune, für die sie von Marcel Duchamp beraten und von dem sie überhaupt erst in die moderne Kunst eingeführt wurde. Bereits ein Jahr später schloss sie die zwar bekannte, jedoch nur wenig gewinnbringende Galerie und ging mit dem Wunsch, ein Museum zu eröffnen, zurück nach Paris. Die Geschehnisse des 2. Weltkriegs veranlassten viele Künstler dazu, ihre Werke rasch und unter Wert zu verkaufen, da sie gezwungen waren, Europa schnellstmöglich zu verlassen. Peggy Guggenheim konnte so für einen äußerst geringen Preis die Basis ihrer Sammlung erstehen.

Peggy Guggenheim leistete schließlich einigen berühmten europäischen Künstlern finanzielle Hilfe, um vor den Nazis zu fliehen. Selbst einer jüdischen Familie entstammend, musste auch Peggy Guggenheim Frankreich verlassen, jedoch nicht bevor auch der Transport ihrer mittlerweile beachtlichen Sammlung europäischer Kunstwerke nach Amerika geregelt war. Gemeinsam mit Max Ernst, den sie noch im gleichen Jahr heiratete, floh Peggy 1941 von Frankreich nach New York.

Im Jahr 1942 eröffnete Peggy Guggenheim dann ihre New Yorker „Art of This Century Gallery“, welche zugleich Galerie und Museum war und sowohl Kunst europäischer Emigranten als auch Werke neuer amerikanischer Künstler ausstellte, so zum Beispiel auch von Jackson Pollock.

1947 schloss Peggy Guggenheim die „Art of This Century Gallery“ und kehrte nach Europa zurück. Ein Jahr später schon hatte sie die Ehre, ihre Kunstsammlung auf der Biennale von Venedig ausstellen zu dürfen. Der Einzug in den Palazzo Venier dei Leoni im Jahr 1949 gab sowohl ihr als auch ihrer Sammlung schließlich den Rückzugs- und Ausstellungsort, an dem sie sich noch heute befinden. Peggy Guggenheim starb 1979 in Venedig, wo sie seither im Skulpturengarten des Palazzo neben ihren geliebten Hunden begraben liegt.

Die Sammlung
Peggy Guggenheims faszinierende Sammlung gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen an Werken moderner Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie vereint eine überwältigende Fülle an Meisterwerken aus Kubismus, Futurismus, europäischer abstrakter Kunst, metaphysischer Malerei, Surrealismus, Dadaismus und amerikanischem abstrakten Expressionismus. Unter den rund 200 Künstlern, deren Werke ihrer Sammlung angehören, sind Klee, Picasso, Mondrian, Braque, Duchamp, Kandinsky, Léger, Brancusi, Severini, Miró, Balla, Magritte, Delaunay, Pollock, Dalí, Kupka, Picabia, van Doesburg, Ernst, Giacometti, Rothko, Calder, Moore oder Marini. In ihrer späteren Wohnstätte im Palazzo Venier dei Leoni, die sie 1949 bezog, wird noch heute ihre umfangreiche Kunstsammlung ausgestellt.

Nicht aus Prestige- oder Modegründen, sondern frei nach ihren eigenen Überzeugungen erwarb Peggy Guggenheim ausgewählte Kunstwerke, weshalb ihre Sammlung ebenso Volkskunst und Werke weniger bekannter Künstler wie auch Gemälde Kandinskys, Man Rays, Rothkos oder Mondrians enthält.

Erst mit 40 Jahren steckte Peggy Guggenheim sich das Ziel, moderne Kunst ebenso wie die Künstler selbst zu sammeln. Mithilfe Marcel Duchamps eröffnete sie ihre erste Galerie, „Guggenheim Jeune“. Dort trug sie dazu bei, surreale Kunst in London zu fördern, indem sie der Londoner Kunstszene Künstler wie Cocteau, Kandinsky, Tanguy, Mondrian, Arp, Brancusi und Calder vorstellte. Zur gleichen Zeit begann sie Gemälde und Skulpturen zu kaufen und legte damit den Grundstein ihrer Sammlung.

In Paris entschied sie sich, täglich ein Kunstwerk zu kaufen, da Hitlers Truppen schon auf dem Weg nach Paris waren. So gelang es ihr, wichtige Werke des gesamten Spektrums europäischer Kunst – Arbeiten von Kubisten, Surrealisten, Expressionisten und Futuristen – zu erwerben. Als sie 1941 Frankreich schließlich verließ, hatte es sie es bereits zu einer äußerst beträchtlichen Sammlung gebracht.

Ihre faszinierende persönliche Geschichte sowie ihre Entschlossenheit ermöglichten es ihr, eine Sammlung aufzubauen, die sogar die Kunstwelt überraschen sollte. Ihr Erbe und ihre unaufhaltsame Energie trugen dazu bei, die Karrieren einiger der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts wie Max Ernst, Yves Tanguy, Wassily Kandinsky, Mark Rothko, Robert Motherwell und Jackson Pollock voranzubringen.