Paulette

Paulette (2012), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Neue Visionen

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Paulette Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Paulette (Bernadette Lafont) ist eine ruppige 80-jährige Dame, die weiß, was sie will – und auch, was sie nicht will. Dass sie ganz allein in einem zwielichtigen Pariser Vorort lebt, kann sie nicht schrecken. Nur ihre allzu schmale Pension bringt Paulette immer wieder auf die Palme. Als ihr eines Abends beim Müllrausbringen ein Päckchen Marihuana in den Schoß fällt, beschließt Paulette, ihrer Geldmisere ein Ende zu machen. Paulette wird Haschisch-Dealer! Als ehemalige Konditor-Meisterin bringt sie für diesen Job neben einem ausgeprägten Geschäftssinn und echten Giftzwerg-Qualitäten auch grandiose Back-Künste und hilfreiche Freundinnen vom Nachmittagstee mit – Vorteile, die ihrer Lederjacken-tragenden Konkurrenz im Viertel eindeutig abgehen. Plötzlich gibt es nicht nur einen neuen Dealer im Quartier. Paulette wird bald zur unbezwingbaren Königin des kultivierten Drogenhandels. Erst als die mächtigen Hintermänner der lokalen Drogenversorgung Paulettes Talent für sich nutzen wollen und sogar ihren Enkelsohn als Geisel nehmen, wird die Sache ungemütlich. Doch Paulette und ihre Freundinnen haben da eine Idee, wie man sich die garstigen Mafiosis vom Hals halten kann, bevor irgendjemand ins Gras beißt...

Bernadette Lafont, Carmen Maura und Dominique Lavanant | mehr Cast & Crew


Paulette - Trailer


Paulette - deutscher Kinotrailer


DVD und Blu-ray | Paulette

Blu-ray
Paulette Paulette
Blu-ray Start:
22.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 87 min.
DVD
Paulette Paulette
DVD Start:
22.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 84 min.

Filmkritik Paulette

Filmwertung: | 8/10


Filme wie „Grasgeflüster“ (2000) oder die US-amerikanische Serie „Weeds – Kleine Deals unter Nachbarn“ (2005-2012) zeigen Menschen, die aus der Not heraus anfangen, Haschisch zu verkaufen. Auch existieren bereits Filme, die sich mit der Altersarmut und Illegalität im Alter auseinander setzen, wie beispielsweise der deutsche Film „Jetzt oder nie - Zeit ist Geld“ (2000). Trotz vieler bekannter Vorgänger schafft es „Paulette“ (Originaltitel: „Paulette“, FR, 2012) mit den gleichen Themen sich einen verdienten Platz in dieser Reihe von Filmen zu erkämpfen.

Paulette (Bernadette Lafont) lebt mit einer kargen Rente in einem der Banlieues, den berüchtigten Pariser Vororten. Nachdem sie ihre Konditorei und ihren Mann verloren hat, wurde sie zu einer ständig bösartigen und griesgrämigen Person. Sie ist rassistisch und möchte deswegen nichts mit ihrem Schwiegersohn Osman (Jean-Baptiste Anoumon) und ihrem Enkel Leo (Ismaël Dramé) zu tun haben. Auch zu ihren Freundinnen Maria (Carmen Maura), Lucienne (Dominque Lavanant) und Renee (Françoise Bertin), die sie Alzheimer nennt, sowie zu ihrem Verehrer Walter (André Penvern) ist sie alles andere als nett. Nachdem ein Räumungskommando ihr fast alle Möbel weggenommen hat und ihr der Strom abgestellt wurde, beschließt sie etwas zu ändern. In ihren Viertel betreibt ein Mann namens Vito (Paco Boublard) ein lukratives Haschisch-Geschäft. Sie bietet sich als Drogendealerin an und erhält ihre Chance, wobei ihre Verbindung zur Polizei, ihr Alter und ihre Backkünste ihr zu Gute kommen. Diese neue Job bringt natürlich allerhand Schwierigkeiten mit sich.
Im Oktober 2012 wurde eine ältere Dame, die in einer Hochhaussiedlung lebte, wegen Drogenhandel zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Studentin an der Pariser Filmhochschule, Bianca Olsen, fand, dass diese Lokalnachricht eine gute Grundlage für ein Drehbuch wäre. Zusammen mit ihrem Lehrer Jérôme Enrico, der bisher bei einem Kinofilm namens “L’Origine du Monde“ (2001) Regie geführt hat, und zwei weiteren Studentinnen entwickelten sie bei einem Schreib-Workshop das Drehbuch. Das Ergebnis birgt zwar nicht viele Neuheiten oder überraschende Wendungen, kann sich aber durch seinen exzellenten Humor wirklich sehen lassen. Der Witz entsteht vor allem durch die Exzentrik der Hauptperson. Mit ihrer blinden Wut, ihrem ständig grummeligen Auftreten und das sie nie ein Blatt vor dem Mund nimmt, kann sie den Zuschauer ständig unterhalten. Ihre Art ist realistisch und so basieren viele der Witze auf Alltags- und Situationskomik. Ihre Entwicklung von der bösartigen Frau zur sich sorgenden Oma liegt dann aber eher im Bereich des Märchenhaften. Dies zerstört aber auf keinen Fall die Stimmung des Films, sondern trägt zum Wohlgefallen bei. Dem Regisseur und den Drehbuchschreibern ist es gelungen einen warmherzigen Film auf Grundlage ernster, realistischer Themen wie Drogenmilieu, Altersarmut und Rassismus zu kreieren. Dabei behandelt der Film diese Problematiken nicht respektlos, sondern möchte darauf hinweisen. Dies schafft er, ohne dabei moralisierend oder aufdringlich zu werden. Die für die Geschichte geschaffenen Filmbilder sind ebenfalls sehr realistisch: Angefangen beim Wohnraum, dem Kleidungsstil, der Sprache und dem Umgang der Menschen miteinander. Dies unterstützt die Wirkung des Films perfekt.
Die Besetzung kann sich bis in die kleinsten Nebenrollen sehen lassen. Auf der einen Seite stehen die Rentner- und Rentnerinnen, die allesamt hochkarätig besetzt wurden. Mit Bernadette Lafont in der Hauptrolle ist ihnen die bestmöglichste Besetzung gelungen. Sie schafft es alle Facetten, vor allem auch die bösen Seiten, perfekt darzustellen. Die Sympathienträger sind in diesem Film vor allem die lebensbejahenden Freundinnen von Paulette, verkörpert von Carmen Maura, Dominque Lavanant und Françoise Bertin, und Paulettes Schwiegersohn Osman (Jean-Baptiste Anoumon) mit seinem nicht auf den Kopf gefallenen Sohn Leo (Ismaël Dramé). Auf der anderen Seite stehen die Darsteller, welche Vito und sein Gefolge darstellen. Sie wirken allesamt authentisch und sind so perfekt für die Rollen ausgewählt worden.

Fazit: Trotz bekanntem Sujet schafft der Film „Paulette“ es, den Zuschauer wunderbar zu unterhalten. Die hochkarätige Besetzung und die witzigen Dialoge tragen viel zu dieser Wirkung bei. Der Film schafft es aber auch, immer wieder geschickt den Blick auf die ernsten Themen zu lenken, was aber nie zu schwermütig und grau daher kommt. Im Gesamten handelt es sich um einen Wohlfühlfilm, der den Betrachter immer wieder zum Schmunzeln bringen kann.

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Bilder © Neue Visionen