Passion

Passion (2013), Deutschland / Spanien / Frankreich
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Special Interest / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

Passion Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Die elegante Karrierefrau Christine (Rachel McAdams) hat zwei große Leidenschaften: Macht und Geld. Mit kaltem Kalkül nimmt sie die ahnungslose und liebenswerte Kollegin Isabelle (Noomi Rapace) unter ihre Fittiche, um so ihre Position im Haifischbecken ihres Arbeitgebers, einem internationalen Großkonzern, zu festigen. Christine genießt das grausame Spiel, Isabelle mehr und mehr zu beeinflussen und zu kontrollieren und hat auch keinerlei Skrupel, die kreativen Ideen ihres jungen Schützlings als die ihren auszugeben.
Isabelle, die sich zunächst nicht wirklich zu wehren weiß, gerät dabei, ohne es zu merken, immer tiefer in einen Strudel aus gefährlichen Begierden und gemeinen Manipulationen. Als sie sich auf eine Affäre mit einem von Christines Liebhabern einlässt, begeht sie einen schweren Fehler, denn jetzt bricht ein offener Krieg zwischen den beiden Frauen aus. Und als Christine eines Tages eine anonyme Einladung für ein erotisches Treffen erhält und in ihrer Wohnung auf den mysteriösen Absender wartet, nehmen die Ereignisse eine blutige Wendung…


Rachel McAdams, Noomi Rapace und Karoline Herfurth | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Passion

Blu-ray
Passion Passion
Blu-ray Start:
19.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Passion Passion
DVD Start:
19.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

Filmkritik Passion

Filmwertung: | 6/10


Brian de Palma gilt als eine der Regie-Größen der Filmgeschichte. Bekannt wurde er mit Filmen wie „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ (1976) und „Scarface“ (1983). Den letzten Film vor „Passion“ (Originaltitel: „Passion“, DE/ES/FR/GB, 2012) drehte er 2007 und feiert mit diesem Film nun sozusagen ein kleines Comeback. Doch der neue Brian de Palma-Film scheint in vielen Dingen noch sehr in den 80er und 90er Jahren verhaftet zu sein.

Christine (Rachel McAdams) ist eine erfolgreiche Businessfrau in Berlin. Ihr treuste Untergebene Isabelle (Noomi Rapace) nutzt sie konsequent aus und spielt mit ihr. Langsam beginnt sich Isabelle, die auch eine Affäre mit Dirk (Paul Anderson), dem Liebhaber Christines, hat, gegen ihre Chefin, auch mit Hilfe ihrer Assistentin Dani (Karoline Herfurth), aufzulehnen. Ein gefährliches Spiel um Macht, Besitzansprüche, Liebe und Anerkennung wird dadurch entfacht.

Der Regisseur Brian de Palma hat seit 20 Jahren keinen Thriller mehr gedreht und wollte gerne wieder einmal einen Film, in diesem Genre ansiedeln. Das Drehbuch entwickelte er nach dem französischen Film „Liebe und Intrigen“ („Crime d’Amour“, 2010) von Alain Corneau. Das Resultat ist ein Thriller, der ständig versucht den Betrachter mit neuen Wendungen oder Irreführungen zu überraschen. Er spielt mit den beiden anfänglich gezeichneten Bildern der beiden Frauen. Nach und nach entpuppen sich die meisten Figuren nicht als das was sie zu sein scheinen. Hinzu kommt, dass man schwer zwischen Traum und Realität unterscheiden kann.
Für den Film arbeitete er mit dem Kameramann José Luis Alcaine, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Pedro Almodovar (Filme wie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ (1988) und „Volver - Zurückkehren“ (2006)) bekannt ist. Sie kreierten den Film als einen farbigen Film Noir, der viele stilisierte Bilder findet, um die Personen in ihrer Welt darzustellen. Auch in der Ausstattung wie der Kleidung und den Accessoires ist eine klare Charakterisierung auszumachen. Zudem versuchte de Palma ungewöhnliche Bildszenen einzubauen, die vor allem auch Frauen ansprechen sollen, indem er keine direkte Gewalt zeigt. So handelt es sich, nach eigener Aussage des Regisseurs, um einen Film über Frauen für Frauen.
Die Ästhetik des Filmes erinnert in vielen Belangen an seine frühen Werke. Viele Markenzeichen wie Doppelgänger, Masken und Verkleidungen werden verwendet. Aber auch der Stil und die Ausstattung scheinen trotz neuester Technologien rückwärtsgewandt. Zudem wirkt die Musik von dem Filmkomponisten Pino Donaggio, der bereits vor 20 Jahren sämtliche Musik für die Thriller de Palmas konzipiert hat, mehr unterhaltsam und altmodisch als spannungssteigernd (In den schlimmsten Momenten erinnert sich an die Untermalung softerotischer Werke der 80er Jahre). Der Stil, die Filmbilder und die Musik entsprechen laut einem Interview genau dem Geschmack da Palmas und zeigen so seine ästhetische Haftung in den letzten Jahrzehnten des 20 Jahrhunderts. Aufwertung erfährt der Film durch seine hochkarätige, internationale Besetzung. Die drei Frauenfiguren, die von der Kanadierin Rachel McAdams, der Schwedin Noomi Rapace und der Deutschen Karoline Herfurth verkörpert werden, besitzen die richtige Ambivalenz. Alle drei finden sich besonders gut in ihre Rollen ein und können so den Rollen Charakter und Leben verleihen. Bedauerlicherweise kann aber auch dieses Spiel nicht über die inhaltlichen Schwächen hinweg täuschen. Der Betrachter wird leider komplett im Dunkeln gelassen, was die Beweggründe der einzelnen Personen im Detail darstellen. Als einzige Antwort, dass es sich hierbei nur um Machtspielchen handelt, befriedigt vor allem auch ein weibliches Publikum wenig.

Fazit: Der neuste Film Brian de Palma ist solide, überstilisierte Unterhaltung, die mit keinen neuen Ideen aufwartet aber trotzdem Spannung bieten kann. An die Ästhetik muss man sich gegebenenfalls gewöhnen, weil sie dem Film etwas ungewolltes Komisches und vor allem einen altmodischen Charme verleiht.

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Bilder © Ascot Elite