Parked - Gestrandet

Parked (2011), Irland / Finnland
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Barnsteiner

Parked - Gestrandet Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Fred (Colm Meaney) ist aus dem sozialen Netz heraus gefallen. Er lebt in seinem Auto, auf einem Parkplatz direkt an der irischen See. Denn weil er keinen festen Wohnsitz hat, bekommt er keine Sozialunterstützung und weil er die nicht hat, auch keine Wohnung.
Fred versucht, sich mit der Situation zu arrangieren – bis ihm ausgerechnet der junge Junkie Cathal (Colin Morgan), der im Nachbarauto „einzieht“, neue Perspektiven eröffnet. Vor allem als Fred die einsame Musiklehrerin Jules kennenlernt, die bei ihm unerwartete Gefühle auslöst. Die Nachbarschaftshilfe der beiden Gestrandeten entwickelt sich zu einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft, die jedoch durch die anhaltenden Drogenprobleme Cathals bald zu zerbrechen droht.


Colm Meaney, Colin Morgan und Milka Ahlroth | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Parked - Gestrandet

DVD
Parked - Gestrandet Parked - Gestrandet
DVD Start:
21.06.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Parked - Gestrandet

Filmwertung: | 8/10


„Parked - Gestrandet“ (Originaltitel: “Parked”, Irland/ Finnland, 2011) besitzt eine interessante, neuartige Grundlage und baut darauf einen warmherzigen Film über Freundschaft auf.

Fred Daly (Colm Meaney) ist nach seiner Rückkehr nach Dublin arbeits- und wohnungslos. Weil er keinen festen Wohnsitz hat, bekommt er auch keine Sozialunterstützung und lebt deshalb in seinem Auto. Auch der 21jährige Cathal (Colin Morgan) lebt in seinem Wagen und wird ein Parkplatz-Nachbar von Fred. Zwischen dem arbeitslosen Uhrmacher und dem drogensüchtigen, lebensfrohen, jungen Mann, der von seinem Vater verstoßen wurde, entsteht eine Freundschaft. Aber während Fred wieder den Weg zurück in das als normal angesehene Leben findet, verliert sich Cathal immer mehr.

Der irische Regisseur Darragh Byrne liefert mit „Parked“ ein packendes Sozialdrama, dass berechtigter Weise auf vielen Festivals ausgezeichnet wurde. Die Schilderung dieser unerwarteten und besonderen Männerfreundschaft ist ergreifend. Dabei schafft es der Regisseur, die Geschichte nie rührselig werden zu lassen. Er inszeniert die Begegnungen der beiden Männer und auch das Kennenlernen zwischen Fred und Juliana (Mika Ahlroth), in die sich der Hauptprotagonist später noch verlieben wird, authentisch und mit leisem Humor. Der Realismus nimmt in dieser fiktionalen Geschichte einen wichtigen Stellenwert ein. Die Drehorte zeigen eine wirkliche, ungeschönte Welt. Auch die Dialoge wurden lebensnah geschrieben. Die sprachliche Umsetzung dessen, vor allem durch die unterschiedlichen Sprechweisen und Dialekte, für die Colin Morgan beispielsweise extra Sprachtraining genommen hatte, unterstützen diese Wirkung. Zudem weist der Film auf die Schwachstellen einer zu stark bürokratisierten Gesellschaft mit ihrem starren Sozialsystem hin. Die Inszenierung zeigt deutlich die Nähe zu Filmen wie „21 Gramm“ (Alejandro Gonzáles Inárritu) oder „The Wrestler“ (Darren Aronofsky). In einem Interview erzählt der Regisseur, dass er während der Dreharbeiten speziell diese beiden Filme immer wieder gesehen hat und dass sie ihn maßgeblich beeinflusst haben. Und in diesem Sinne entfaltet das Drama „Parked“ in ruhigen Bildern seine volle Wirkung.
Getragen wird der Film von seinen ausgezeichneten Darstellern. Besonders sticht Colin Morgan hervor, der zur Vorbereitung auf seine Rolle mit der Aids Alliance in Dublin zusammengearbeitet hat. Er schafft es den Drogenabhängigen überzeugend darzustellen. Er zeigt die schleichende Verschlechterung des psychischen sowie physischen Zustands sehr intensiv und realistisch.

Fazit: „Parked“ ist ein gelungener Debütfilm, der auf der einen Seite eine leise Anklage an gesellschaftlichen Systemen übt, und auf der anderen Seite dem Zuschauer eine bewegende und leise Geschichte über Freundschaft erzählt.

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Bilder © Barnsteiner