Ostwind - Der Große Orkan

Ostwind 5 (2020), Deutschland
Genre: Abenteuer / Familie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Constantin Film

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Inhalt

Ein heftiger Sommersturm treibt eine reisende Pferde-Zirkus-Show nach Kaltenbach. Ari (Luna Paiano), die sich mittlerweile gut auf dem Gestüt eingelebt hat, wird von der faszinierenden Welt des Kunstreitens magisch angezogen und will mit dem Zirkusjungen Carlo (Matteo Miska) und Ostwinds Hilfe einem alten Showpferd helfen. Doch als der fanatische Zirkusdirektor Yiri (Gedeon Burkhard) ihren waghalsigen Plan enttarnt, gerät Ostwind in Gefahr. Im letzten Moment kehrt Mika (Hanna Binke) aus Kanada zurück, denn nur mit vereinten Kräften kann es Mika und Ari gelingen, ihren geliebten Ostwind zu retten …

Luna Paiano, Hanna Binke und Marvin Linke | mehr Cast & Crew


Ostwind - Der Große Orkan - Trailer




Filmkritik Ostwind - Der Große Orkan

Filmwertung: | 8/10


Nach dem eher enttäuschenden vierten Teil war ich sehr skeptisch, was eine weitere Fortsetzung angehen würde. Würde ein fünfter "Ostwind" wirklich besser werden und was bedeutete in dem Zusammenhang überhaupt das Wort "Finale"? Wie würde es ausfallen? Ich wusste es nicht, konnte mich aber sehr neutral ins Kino setzen und wurde tatsächlich noch überrascht. Der Film ist weder eine komplette Neuerfindung der Reihe, noch seines Genres. Trotzdem macht er das Beste aus dem Bekannten und ist sich dessen bewusst, was er sein möchte. Er ist ein Projekt für Fans und ist genau das, was sie sehen wollen. Natürlich kommen aber auch Neueinsteiger auf ihre Kosten und verstehen die benötigten Zusammenhänge. Es ist zwar gut, wenn man das Wissen der letzten Filme hat, es ist aber keine Voraussetzung für eine gute Zeit im Kino. Dafür könnte aber auch die Tatsache sorgen, dass der Film wieder klar etwas macht, was ich auch schon in den anderen Teilen mochte. Pferdeabenteuer sind (laut der Reihe) nämlich nicht nur etwas für kleine Mädchen! Er ist weit weg von einem stumpfen "Kinderfilm" und kann die ganze Familie glücklich und zufrieden stellen. Alles fühlt sich nach einem Finale an, alles so als wäre hiernach die Reihe tatsächlich vorbei und das ist auch gut so. Einen weiteren Film bräuchte ich nicht mehr und auch wenn der Film wieder erfolgreich laufen wird, sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist.

In dem Film geht es um Arielle (kurz Ari), die noch immer auf dem Reiterhof Kaltenbach wohnt und das Leben dort sehr schätzt. Eines Tages öffnet aber in der Nähe des Reiterhofs eine Art Zirkus. Dafür wird sie für eine Show eingeladen und auch wenn sie sich erstmal drauf freut, bemerkt sie schnell, dass das kein Leben für Pferde ist und vor allem der alte Hengst "Der große Orkan" darunter sehr leidet. Sie überlegt nicht sehr lange und tauscht ihn gegen ihren Hengst Ostwind aus. Was erstmal wie ein guter Plan klingt, hat schnell böse Folgen und sie muss einsehen, dass sie vielleicht doch länger über den Plan hätte nachdenken sollen. Wird es ihr gelingen, alles wieder gerade zu biegen?

Die deutsche Reihe, rund um den Hengst "Ostwind", begann im Jahre 2013 und hat sich in den letzten 8 Jahren wohl zu einer der größten deutschen Kinoreihen entwickelt. Wer hätte das damals erwarten können? Umso schöner ist es aber, dass es tatsächlich funktioniert hat. Nun ist das Finale gekommen und auch wenn es nicht so episch ist wie bei anderen Reihen, war die Erwartung der Fans groß. Ein letztes Mal würden sie Hanna Binke in ihrer Paraderolle der Mika sehen können. Ein letztes Mal Ostwind in Aktion, ein letztes Mal das schöne Kaltenbach. Auch die Fans haben sich in den letzten Jahren mitentwickelt und das Abenteuer beschritten. Nun müssen sie das Bekannte abschließen und stellen sich dabei nur eine letzte Frage: Ist das Finale gelungen und war es das Ende jetzt wirklich wert? Für mich definitiv. Auch das Filmteam war sich seiner Aufgabe und den Erwartungen der Fans bewusst und hat eine gute und angemessene Lösung gefunden. Es macht einen einfach glücklich zu sehen, wie diese Reihe ihr Ende findet und es gibt quasi nichts zu bemängeln.

Das Einzige, was etwas schwierig ist, ist, dass man erneut Luna Paiano als Arielle in den Vordergrund stellt und sie den Film tragen muss. Die 15-Jährige spielt wirklich nicht schlecht, macht ihre Sache gut und man sieht ihr an, dass es ihr auch Spaß bereitet. Jedoch tut sie sich schwer, als Hauptrolle zu bestehen und ich verstehe nicht, wieso man Mika in diesem Film erneut so sehr in den Hintergrund schiebt. Im vierten Teil war sie ebenfalls nicht wirklich da und das hat sich nicht richtig angefühlt und nun sind wir bei dem Finale IHRER Reihe angekommen und schon wieder bekommt sie nichts zu tun. Es ist traurig zu betrachten, dass man eine Hauptfigur aus den ersten drei Teilen (Ohne die die Reihe nicht so geworden wäre, wie sie nun ist) einfach so zur Seite rückt. Das wird den Fans der ersten Stunde nicht gerecht und das enttäuscht vermutlich nicht nur mich.

Fazit:
Ein gelungenes Finale, das diese besondere Reihe perfekt abschließt. Die Fans bekommen ein letztes Mal was sie wollen und man hätte diese 8 Jahre und 5 Filme nicht besser beenden können. Ein großes Dankeschön für diese Reihe.
by Peter Brauer

Bilder © Constantin Film