Oblivion

Oblivion (2013), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Science-Fiction
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

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Oblivion Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Nach einer Apokalypse hat die Menschheit den Planeten Erde verlassen und lebt schon seit Jahrzehnten hoch über den Wolken. Der hoch spezialisierte Techniker Jack Harper (Tom Cruise) ist einer der wenigen Menschen, die noch auf der fast verwüsteten Erde stationiert sind. Es ist ein gefährlicher Ort. Nach jahrelangen Kämpfen mit furchterregenden alienartigen Lebewesen um lebenswichtige Ressourcen hat Jack seine Aufgabe nun erfüllt. Doch da entdeckt er auf einem Patrouillen-Flug in einem abgestürzten Raumschiff eine Überlebende. Dieser Vorfall löst eine Kettenreaktion höchst mysteriöser Ereignisse aus. Gibt es vielleicht noch weitere Lebewesen, die ihm bislang verborgen blieben?

Tom Cruise, Morgan Freeman und Olga Kurylenko | mehr Cast & Crew


Oblivion - Trailer


Oblivion - Trailer


Oblivion - Trailer 2


DVD und Blu-ray | Oblivion

Blu-ray
Oblivion Oblivion
Blu-ray Start:
15.08.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.
Oblivion - Steelbook Oblivion - Steelbook
Blu-ray Start:
15.08.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.
DVD
Oblivion Oblivion
DVD Start:
15.08.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

Filmkritik Oblivion

Filmwertung: | 9/10


Angesichts der Konkurrenz um den „Star Trek“ - Reboot (von J.J.Abrams), die kommende „Star Wars“-Trilogie (ebenfalls von J.J.Abrams, was ist hier eigentlich los?) oder die teure „Alien“-Beilage „Prometheus“ muss man als Fan kreativer Science-Fiction derweil berechtigte Angst vor den kreativen Fesseln der Franchisevermarktung haben. Durch zwei unverbrauchte Regisseure dürfen wir als Anhänger epischer Endzeitgeschichten jedoch wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken (im doppelten Sinne...höhö). Noch bevor Neil Blomkamp und Matt Damon ihren Reißer „Elysium“ ins Kino bringen, schwingen sich Regisseur „Joseph Kosinski und Überstar Tom Cruise in „Oblivion“ zu Höchstleistungen auf.

Um das Jahr 2070: Aus dem Off heraus erzählt uns Drohnen-Mechaniker Jack Harper (Tom Cruise) von der Zerstörung der Erde durch eine großangelegte Invasion der außerirdischen „Plünderer“. Der Mond wurde zerstört, Naturkatastrophen und Atomwaffen folgten. Jack und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) leben in einem Penthouse über den Wolken und gelten als zwei der letzten Menschen auf dem Planeten. In 14 Tagen beginnt der Ruhestand und das „effektive Team“ darf die Reise zur Kolonie auf dem Saturnmond Titan antreten. Im Verlauf stürzt ein altes Shuttle der Menschen ab. Es entsteigt die Frau, von der Jack seit langer Zeit träumt (Olga Kurylenko). Ihm kommen Zweifel an der ihm bisher bekannten Version der Vergangenheit.

Geschichte wird von Siegern geschrieben. Das berühmte Zitat beschreibt die zweite Hälfte des etwas zu lang geratenen Plots um Widerstandsgruppen, Lügen und erschütternde Wahrheiten, denen Jack Harper mit zweifelnder Miene begegnet. Dazwischen unaufgeregte Action und Olga Kurylenkos verzweifelte Schauspielversuche. Nichtsdestotrotz hält der von Regisseur Kosinski bereits vor Jahren auf wenige Seiten gebannte Komplott um die Rohstoffe der Erde unerwartet viele Wendungen und spannende Momente bereit. Interessant: Oblivion hat gerade einmal eine handvoll Sprechrollen anzubieten und wirkt inmitten der endlosen Wüsten, welche einst die US-Ostküste waren, wie ein intensives Kammerspiel.

Die misstrauische Anspannung des Films, ist einer postapokalyptischer Kulisse geschuldet, welche mit großartigen Panoramen beginnt und sich – im positivsten Sinne – einfach nicht erschöpfen mag. Mickrige Überreste des Empire State Building schauen es dem Staub hervor, die Freiheitsstatue liegt irgendwo in einem Canyon und durch Erdlöcher fällt Cruise in ein staubiges altes Anwesen. Dazu noch dieses unfassbar gut gestylte Loft in den Wolken, die schlichte Kleidung des Protagonisten und das funktionale sowie todschicke Flugzeug, indem sich Cruise fortbewegt. Joseph Kosinski lässt die Kreativität seines Architekturstudiums durch nahtlose CGI-Welten auf die Leinwand bannen und stilisiert den durch seinen Scientology-Quatsch vielgeschassten Tom Cruise noch einmal zur Ikone seiner Zeit. Als Irrläufer eines falschen Systems ist ihm zwar nicht jede Emotion, aber große Verwunderung und passender Schrecken vom Gesicht abzulesen. Jedoch bricht „Oblivion“ im Tonfall niemals aus: apathisch bereitet sich Cruise Charakter auf große Schlachten und vielleicht sogar den eigenen Tod vor.

Die Hysterie, in die aktuell jeder namenhafte Blockbuster im Verlauf seiner Actionfeuerwerke entwickelt, streicht „Oblivion“ von der Agenda. (Etwas zu viele) Trickreiche Wendungen und eine traurige Dreicksbeziehung bekommen den Vorzug vor dem 08/15-Plot um große Explosionen. Unkonventioneller auch der Verzicht auf den 3D Effekt: Um die schärfe des Bildes nicht zu gefährden, entschied man sich gegen eine Nachkonvertierung (Applaus bitte!). Etwas schade ist der fehlende Effekt aber dann doch. Fliegende Drohnen, wilde Luftmanöver und ein über den Wolken schwerelos scheinender Pool hätten mit etwas Tiefe bestimmt noch besser ausgesehen.

Was darf in einem Sci-Fi Film anscheinend nicht mehr fehlen? Genrereferenzen natürlich. Im Finale scheinen „Independence Day“, „Matrix: Revolutions“ und „2001“ zur gleichen Zeit im Bild. Kann man schön finden, den Designern aber auch Faulheit vorwerfen; das rote Auge, auf ewig belegt durch HAL 9000, ist auch in diesem Endzeit Sci-Fi omnipräsent und wirft die Frage auf, wie man eigentlich selbst einen Klassiker schaffen möchte, wenn man sich in Referenzen an alte althergebrachte klammert? Das Zeug dazu hätte „Oblivion“ allemal.
by Daniel Krüger

Bilder © Universal Pictures Intl.