Nur ein Tag in Berlin

Only One Day in Berlin (2018), Deutschland
Laufzeit: - Genre: Drama / Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: deja vu filmverleih

Nur ein Tag in Berlin Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Mia und Linda treffen sich nach Jahren in Berlin wieder. Beide wohnen nicht mehr dort. Mia hat große Schulden und plant den reichen Mann, mit dem sie seit Jahren eine Affäre hat, zu erpressen. Lindas Hochzeit mit Thomas steht vor der Tür, doch ihre Zweifel häufen sich. Ist ihre Zuneigung zu Mia rein freundschaftlich? Ist es möglich einen Mann, den man Jahre lang geliebt hat, zu erpressen? Oder gibt es eine ganz andere Lösung?

Bea Brocks, Sophie Reichert und | mehr Cast & Crew


Filmkritik Nur ein Tag in Berlin

Filmwertung: | 4/10


Der Film Nur ein Tag Berlin aus dem Jahr 2018 von Regisseur Malte Wirtz, war für mich leider eine schwere Enttäuschung.

Die Handlung ist simpel, aber nicht schlecht. Mia (Bea Brocks) und Linda (Sophie Reichert) sind zwei gute Freundinnen, treffen sich nach langer Pause- auch der Pause der Freundschaft – in Berlin und erleben einen turbulenten Tag in Berlin – so die Zusammenfügung zum Titel des Filmes. Man sieht während des Filmes Kurznachrichten erscheinen. Mia schreibt mit ihrer Affäre Jo und Linda schreibt mit ihrem „langweiligem“ Verlobten Thomas. Mia will sich an Jo rächen, ihn aufgrund eigener Geldsorgen erpressen. Linda entscheidet sich Mia zu helfen und der Film beginnt. Es handelt um Liebe und Freundschaft, Betrug, Leichtsinnigkeit und vorallem der Problematik der Social – Media Kommunikation.

Sophie Reichert und Bea Brocks in Nur ein Tag in Berlin
Sophie Reichert und Bea Brocks in Nur ein Tag in Berlin © déjà-vu film
Erstmals ausgestrahlt wurde der Film am 19. Februar 2018 bei der Boddinale in Berlin.
Wenn der Film Victoria nicht bereits ein Jahr früher erschienen wäre, würde ich wohl anders bewerten. Die Idee der Improvisation und des 24 Stunden Drehtages ist interessant, die Umsetzung weniger.
Die Idee mit der ständigen Social Media Kommunikation ist zwar ganz nett, doch nichts Neues und sollte langsam, meiner Meinung nach, kein zentrales Thema bei Filmen mehr sein, wenigstens das moralische Hinterfragen dessen nicht. Warum machen wir keinen Film, die mehr dystopisch handeln, weniger moralisierend sind? Die Technik des Filmes funktioniert, er lässt sich, trotz dieser grundlegenden Kritik gut ansehen. Die Kameraführung sowie die Regieanweisungen - interessanterweise nur in Form der Dialoge der Kurznachrichten des Freundes Thomas, vom Regisseur Malte Wirtz durchgeführt – funktionieren.

Sophie Reichert und Bea Brocks in Nur ein Tag in Berlin
Sophie Reichert und Bea Brocks in Nur ein Tag in Berlin © déjà-vu film
Zwei Filme fallen sofort ein, wenn man den Film ansieht, Victoria (2015), der aus einem One- Shot gedreht worden ist und leider aufgrund der schauspielerischen weitaus komplexeren Darstellung und auch der weitaus komplexeren Filmmusik eindeutig mehr liefert als Ein Tag in Berlin, sowie der Film Fear and Loathing in Las Vegas- ständiges Koksen, Feiern, es kreist sich um zwei Menschen. Doch Während Fear and Loathing in Las Vegas eine weitaus komplexere Geschichte darstellt, kreist sich leider nur ein Tag Berlin wirklich nur um Party, die Begegnung zweier Menschen, einen am Rande erwähnten Dritten, der Zukünftige einer Freundin, der dennoch nie erscheint. Die Dialoge sind zudem zu banal und alltäglich. Auch wenn sie improvisiert wurden, so fehlt die Komplexität der Figuren.


Fazit:
Wenn eine Alltäglichkeit im Film dargestellt, auf die Kinoleinwand gebracht werden soll, so muss doch zumindest die Einzigartigkeit des Alltags präsentiert werden. Was hat sonst der Kinobesuch für einen Mehrwert, als selbst den Alltag zu erleben – der zu oft genau diesen austauschbaren nicht einprägsamen Alltag darstellen wird? Wenn man sich über den Alltag Gedanken macht und diesen auf künstlerische Art erheben will, so soll doch versucht sein, die Einzigartigkeit zu zeigen, die den Alltag wieder zum Erstaunen bringen lässt.
by

Bilder © deja vu filmverleih


Cast und Crew

Darsteller:
Bea Brocks, Sophie Reichert

Regisseur:
Malte Wirtz

Produzent:
Malte Wirtz, André Groth

Kamera:
André Groth

Musik:
Sebastian Starke