Nope

Nope (2022), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Horror / Mysterie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universal Pictures Intl.

Nope Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Em (Keke Palmer) und OJ (Daniel Kaluuya) sind die Eigentümer einer Farm für Hollywood-Filmpferde. Ihre kalifornische Haywood-Ranch, weitab von den ersten Anzeichen menschlicher Zivilisation, ist bereits seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Eines Nachts beobachten sie auf ihrem Land schockierende Phänomene, für die es keinerlei Erklärung zu geben scheint. Dabei ahnen sie nicht, dass es sich nur um die Vorboten eines grauenerregenden Geheimnisses handelt ...

Daniel Kaluuya, Keke Palmer und Steven Yeun | mehr Cast & Crew


Filmkritik Nope

Filmwertung: | 9/10


Als der sonst so lustige Gordan Peele ankündigte, dass er von dem humorvollen Fach zu etwas Ernsterem wechseln würde, dachte keiner so recht an ihn. Hat so ein Mann wirklich Ahnung von zum Beispiel dem Horrorgenre? Als dann aber "Get Out" erschien, zögerte niemand mehr an ihm und es war klar: ,,Oh ja, der kann das!". Nun sind wir schon beim dritten Film und die Messlatte ist demnach ziemlich hoch. Er muss sich also anstrengen, damit es nicht zum Einheitsbrei wird. Zum Glück tut er das und "NOPE" fühlt sich nun ganz anders an als seine anderen Werke, was aber nicht unbedingt schlechter bedeutet. Wer aber in den Film geht, für ein starkes Ende, was man so noch nie gesehen hat und was den Konsumenten mit einem mulmigen Gefühl entlässt, wird enttäuscht werden. Genau das hat dieses Projekt jetzt nicht mehr. Trotzdem wird er einem nur schwer aus dem Kopf gehen und es ist definitiv keine 0815 Kost. Im Kern geht es um OJ. Er hat die Farm seines Vaters geerbt. Auf der Farm leben Showpferde und OJ möchte seinem toten Vater beweisen, dass sie ihm wichtig sind, ganz anders als seine Schwester Emerald. Sie ist nicht der größte Fan von ihrem Vater und so haben auch Bruder und Schwester nicht den besten Draht. Als aber ein Ufo am Himmel zu sehen ist, müssen die beiden wohl oder übel zusammenhalten und herausfinden, was seine Absichten sind und vor allem auch, was es überhaupt ist.

Als die Trailer herauskamen, zeigten diese sehr viel und man hatte die Befürchtungen, den ganzen Film schon gesehen zu haben und in gewisserweise hat man das auch. Trotzdem schafft es ein Mann wie Peele perfekt mit diesem Gefühl zu spielen, es genauso zu lassen und einen doch zu überraschen. Er würde es nicht zulassen, dass sein Markenzeichen kaputt gemacht werden und dass man tatsächlich die Überraschung vorweg nehmen würde. So konnte man von dem Ufo im Trailer verwundert sein, doch wer sich mit dem Mann befasst, weiß, dass er gut darin ist, Geheimnisse für sich zu behalten und doch noch ein Ass aus dem Ärmel zu schütteln.

Das Gleiche gilt auch für das Genre. Man könnte denken, es ist ein klarer Horrorfilm, doch auch das macht er sich nicht so leicht und umfasst mehr als das. So können sich auch Menschen, die sonst vor allem Angst haben und Horrorfilme wirklich nicht mögen, dieses Werk sehr gut anschauen. Er verzichtet nämlich fast komplett auf Jumpscares, ist für ein breites Publikum und hält konstant Spannung aufrecht. 130 Minuten haben sich noch nie so kurz angefühlt. Er fängt nach ca. 15 Minuten an mit Tempo und hält dieses bis zum Ende konstant durch. So bleibt einem mehr als einmal der Mund offen stehen und man kann kaum glauben, was man dort sieht. Er hat sich ganz eindeutig an Klassikern orientiert und hat etwas vom "Weißen Hai" oder auch teilweise etwas vom T-Rex vom ersten "Jurassic Park" in sich. Diese Qualität schafft er zwar nicht zu erreichen und er wird auch nicht so viele Jahre wie sie überdauern, doch Fans solcher Projekte werden komplett auf ihre Kosten kommen und sehr glücklich. Zudem hatten die beiden Protagonisten eine gute Chemie und man hat ihnen die Bruder/Schwester Bindung geglaubt. Leider muss man aber zugeben, dass Peele schonmal besser war und er sich besonders am Ende hätte mehr trauen dürfen. Er wollte dort zwar recht viel, nur leider an den falschen Stellen. An diesen hätte es nicht unbedingt sein müssen, doch an anderen wäre es schön gewesen. Es ist etwas schwierig, es ohne Spoiler auszudrücken, doch jeder der den Film gesehen hat, wird es verstehen und sicherlich nachvollziehen können. Es ist aber auch kein Film, wo man groß darüber diskutieren und sich austauschen kann. Das haben die Vorgänger ebenfalls besser gemacht. Dafür ist der nun am Mainstreamigsten.

Fazit:
Ein unfassbar starkes drittes Projekt, das es schafft konstant die Spannung aufrecht zu halten und einem den Mund offen stehen zu lassen. Peele setzt sich hiermit neue Maßstäbe und bietet nicht nur den ersten IMAX Horrorfilm, sondern auch ein Werk, das sich an anderen Filmen orientiert und doch etwas ganz Eigenes macht und ein Projekt, wo der Trailer schon alles gezeigt hat und man doch so manche Überraschung bekommt. Das alles kann einfach nur Jorden Peele und man freut sich definitiv auf Film 4.
by Peter Brauer

Bilder © Universal Pictures Intl.


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