Noah

Noah (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Fantasy / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

Noah Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf Blu-ray und DVD

Inhalt

Die Erde ist dem Untergang geweiht – verurteilt zur Zerstörung durch eine gigantische Sintflut. Nur einer ist von Gott auserwählt, das Unmögliche zu schaffen und alles irdische Leben vor der Apokalypse zu retten. Er ist dabei erhaben über Naturgewalt, menschliche Verschwörungen und Hoffnungslosigkeit. Sein Name: Noah!
Doch das Ende der Welt ist für Noah (RUSSELL CROWE), seine Frau Naameh (JENNIFER CONNELLY), seine Söhne Ham (LOGAN LERMAN) und Shem (DOUGLAS BOOTH) sowie ihre Freundin Ila (EMMA WATSON) erst der Anfang eines epischen Abenteuers auf der Suche nach einem Zeichen am Horizont, das neues Leben verspricht.


Russell Crowe, Emma Watson und Anthony Hopkins | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Noah

Blu-ray
Noah Noah
Blu-ray Start:
28.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 138 min.
Noah (3D Blu-ray) Noah (3D Blu-ray)
Blu-ray Start:
28.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 138 min.
DVD
Noah Noah
DVD Start:
28.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 132 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Noah

Filmwertung: | 6/10


Im Alten Testament der Bibel findet man im ersten Buch Mose (Genesis) die Gesichte von Noah, dem zehnten Urvater nach Adam. Dieser zeugte im Alter von 500 Jahren die Söhne Sem, Ham und Jafet, aus denen die drei Völkerschaften Semiten, Hamiten und Jafetiten hervorgingen. Heute ist der gläubige Mann Noah, der von Gott auserwählt wurde, um die Arche zu bauen, Christen sowie Nicht-Christen bekannt. Mit eigenen Händen errichtete Noah das gewaltige Boot, auf dem er von jeder Tierart ein Paar, vor der Sintflut Gottes in Sicherheit brachte.

Regisseur Darren Aronofsky, der seit seinem dreizehnten Lebensjahr fasziniert von der Figur Noah ist, greift die Bibelgeschichte viele hunderttausend Jahre auf und inszeniert die Entstehung der Arche als bildgewaltigen Bibelepos. Basierend auf dem 2011 erschienenen Grafic Novel „Noé: Pour la cruauté des hommes“, das in Zusammenarbeit von Nico Henrichon mit Darren Aronofsky entstand, erarbeitete Ari Handel das Drehbuch. Die zugrunde liegende Bibelgeschichte wird durch moderne Elemente ergänzt. Riesige Steinwesen, die Parallelen zu „Die unendliche Geschichte 3“ erkennen lassen, dienen als Aufpasser Gottes. Als eine Art auktoriale Erzähler agieren sie für den Zuschauer als Fremdenführer durch die Entstehungsgeschichte der Welt. Gemeinsam mit der Hauptfigur und dessen Kommentaren auf dem Off werden die wichtigsten Geschehnisse der Bibel zusammengefasst und mit wirkungsvollen Zeitrafferaufnahmen präsentiert. Die gigantischen Landschaftsaufnahmen von Kameramann Matthew Libatique („Black Swan“) verleihen dem Bibel-Epos eine zusätzlich bodenständige Natürlichkeit. Stets im Fokus bleibt jedoch das menschliche Drama, das sich sowohl innerhalb der Familie, als auch in der Auseinandersetzung mit Tubal-Kain (Ray Winstone) und seinem Stamm zuspitzt. Der Verweis auf die Gegenwart, wo der Mensch sich immer wieder auf die spirituelle Suche nach Gott begibt, ist wie zuletzt bei „Life of Pi“ gegeben. Doch zwischenzeitlich schleichen sich immer wieder Momente ein, in dem die religiösen Gefühle von einer ungewollten Komik überschattet werden.
Mit Hilfe moderner 3D-Technik soll der Kinobesucher die Sintflut am eigenen Leib miterleben. Doch leider werden die Effekte an vielen Stellen verschenkt. Die gigantischen Ausmaße der Arche werden wirkungsvoll in Szene gesetzt. Und auch das Ausbrechen der Sintflut kann zu Beginn mit einem effektvollen Look dargestellt werden. Doch nachdem sich Noah und seine Familie ins Innere der Arche retten konnten, verbleibt auch der Fokus innerhalb der selbsterbauten Rettungsinsel. Nun wenige Male erhascht der Zuschauer einen Blick auf die tobenden Fluten. Wesentlich beeindruckender präsentieren sich die komplett CGI-animierten Tiere, die in Heerscharen die Arche stürmen. Doch auch hier wirken die Effekte überwiegend in der dargestellten Masse. Nur wenige Geschöpfe werden im Detail der Kamera eingefangen. Von vorneherein mit Kräutern zur Beruhigung eingenebelt, bilden die vielen unterschiedlichen Tierarten eine schlafende Einheit, die Böden, Regale und teils Wände der Arche einnimmt. Dadurch werden die einst wichtigsten Figuren in der Bibelgeschichte auf ein Minimum degradiert und dienen nur als schmückendes Beiwerk am Rande.
Russell Crowe („Man of Steel“) verkörpert die Titelfigur Noah zwischen Opferbereitschaft, Hingabe und völliger Hilflosigkeit. Hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, den Auftrag Gottes zu erfüllen und gleichzeitig seine Familie vor eben jenen zu schützen, wird immer wieder deutlich. An seiner Seite agiert Jennifer Connely („Love Stories“) als seine treue Ehefrau Naameh, die ihm den Rücken stärkt, letzten Endes jedoch über sich hinauswächst und sich gegen ihn stellt. Emma Watson („Harry Potter“) erscheint als jene Tochter, die Noah nie selbst zeugen konnte. Doch als vollwertig akzeptiertes Mitglied der Familie versucht sie ihren Platz zu finden - als Adoptiv- oder Schwiegertochter. Logan Lerman („Percy Jackson“) findet als Sohn Ham nur am Rande Beachtung. Mit dieser Rolle bleibt er weit hinter seinen Fähigkeiten zurück. Das gleiche Schicksal ereilt auch Douglas Booth und Leo McHugh Carroll, die ebenfalls als Söhne der Familie nur am Rande agieren dürfen. Wesentlich souveräner fällt Anthony Hopkins’ („Hitchcock“) Schauspiel aus, da er als gottähnliche Figur Methuselah und Urvater der Familie die Geschichte vorantreibt und mit Hilfe seiner Fähigkeiten lenkt.

Fazit: Mit „Noah“ bringt Darren Aronofsky einen bildgewaltigen Epos auf die Kinoleinwand, der die Bibelgeschichte opulent in Szene setzt. Aufgrund der zahlreichen Verfilmungen der Thematik liefert der Film kaum neue Aspekte, sondern verweist in vielen Szenen auf bereits bekannte Facetten anderer Produktionen.

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Bilder © Paramount Pictures Germany