Nightmare Alley

Nightmare Alley (2021), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Thriller / Krimi
Kinostart Deutschland: - Verleih: Walt Disney

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Nightmare Alley Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Als der charismatische, aber vom Pech verfolgte Stanton Carlisle (Bradley Cooper) auf einem Jahrmarkt die Hellseherin Zeena (Toni Collette) und ihren Mann und Mentalisten Pete (David Strathairn) kennenlernt, wittert er seine Chance. Er nutzt die Gelegenheit, lernt von ihnen was er nur kann und nutzt sein neu erworbenes Wissen, um die wohlhabende Elite der New Yorker Gesellschaft der 40er Jahre auszunehmen. Mit der ihm treu ergebenen Molly (Rooney Mara), plant Stanton den gefährlichen Tycoon Ezra Grindle (Richard Jenkins) zu betrügen. Eine mysteriöse Psychiaterin (Cate Blanchett) soll ihm dabei helfen. Doch ausgerechnet sie könnte sich als seine bisher gefährlichste Gegnerin erweisen...

Bradley Cooper, Cate Blanchett und Toni Collette | mehr Cast & Crew


Nightmare Alley - Trailer




DVD und Blu-ray | Nightmare Alley

Blu-ray
Nightmare Alley Nightmare Alley
Blu-ray Start:
31.03.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 150 min.
Nightmare Alley (Steelbook) Nightmare Alley (Steelbook)
Blu-ray Start:
31.03.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 150 min.
DVD
Nightmare Alley Nightmare Alley
DVD Start:
31.03.2022
FSK: 16 - Laufzeit: 144 min.

Filmkritik Nightmare Alley

Filmwertung: | 9/10


Würde es einen Wikipedia-Eintrag für 'gelungene Mischung aus Fantasie und Realität' geben, so würde man wahrscheinlich ein Bild von Guillermo del Toro ("Pacific Rim") am rechten Bildschirmrand vorfinden. Was dieser Mann über die Jahre geschaffen hat - sowohl im Bereich des Indie-, als auch des Blockbuster-Kinos -, ist bemerkenswert. Bereits zu Zeiten von "Cronos" oder "The Devil's Backbone" war erkennbar, wo die Stärken des mexikanischen Regisseurs liegen: bei der Inszenierung, Visualität und insbesondere Brutalität unserer Realität. Auf die vermeintliche Spitze getrieben hat er dies im Jahr 2006 mit "Pans Labyrinth", beziehungsweise 2017 mit "Shape of Water", dem 'Bester Film'-Gewinner der entsprechenden Oscar-Verleihung, für welchen er zudem den Award für die 'Beste Regie' erhalten hat.

Szene aus Nightmare Alley
Szene aus Nightmare Alley © Disney
Nun ist Guillermo del Toro zurück und präsentiert uns in den Lichtspielhäusern Deutschlands "Nightmare Alley", seinen ersten Langfilm ohne irgendwelche Fantasy-Elemente, womit er bis zu einem gewissen Grad eines seiner Wiedererkennungsmerkmale ablegt. Es stellt sich nun also eine große Frage: funktioniert del Toro auch ohne Fantasy?

Stanton Carlisle (Bradley Cooper) ist eigentlich nur auf der Durchreise, als er auf einem Jahrmarkt das Angebot erhält dort Geld verdienen und wohnen zu können. Schon bald fasziniert ihn die Art, wie Zeena (Toni Collette) und Pete (David Stathairn) ihrem Publikum vorgaukeln, Gedanken lesen und Kontakt zur Nachwelt aufnehmen zu können. Nachdem Stan von Pete die Grundlagen seiner Arbeit beigebracht bekommen hat, strebt er nach mehr. Er sieht eine strahlende Zukunft vor sich und obwohl ihm von Zeena mithilfe von Tarot-Karten ein unheilvolles Ende vorhergesagt wird, zieht er mit seiner Geliebten Molly (Rooney Mara) in die Stadt, um das große Geld zu machen.


Szene aus Nightmare Alley
Szene aus Nightmare Alley © Disney
Auf dem gleichnamigen Roman von William Lindsay Grasham basierend, ist "Nightmare Alley" die zweite Verfilmung des Stoffes nach dem Noir-Klassiker "Der Scharlatan" aus dem Jahr 1947 - und das merkt man. Guillermo del Toro geht kaum andere Wege als Edmund Goulding ("Auf Messers Schneide"), der Regisseur der ersten Verfilmung von Grashams Roman. Zudem orientiert er sich inszenatorisch häufig stark an den typischen Elementen des Film noir. Der 'American Dream', die Femme fatale und ein starkes Spiel mit Licht und Schatten: all dies und mehr findet seinen Platz in dieser Geschichte um den Aufstieg und Fall von Stanton Carlisle. Das Fehlen sämtlicher Fantasy-Elemente kommt del Toro in diesem Fall besonders zugute.

Denn auch wenn sie zweifellos eine seiner größten Stärken sind, hilft es, dass er sich hier voll und ganz auf DIE größte Stärke seiner Filme konzentrieren kann: das Monster im Menschen. Besonders in der ersten Hälfte bekommen diejenigen ihr Fett weg, die sich am Leid anderer ergötzen. Die Inszenierung der auf dem Jahrmarkt stattfindenden Freakshows ist schmerzhaft, in seiner Härte jedoch notwendig und folglich schlichtweg grandios. Mit dem Wechsel in die Großstadt, rückt die negative Entwicklung von Stan in den Vordergrund, welche einem zunehmend Bauchschmerzen verleiht. Zu diesem Zeitpunkt ist man bereits so sehr von seinem Charme und seiner Fähigkeit, sich aus jeder kniffligen Situation zu befreien, eingenommen, dass man ihm gar nicht zwingend schlechtes wünschen möchte - die Kunst des Film noir. Einen großen Beitrag dazu leistet natürlich insbesondere Bradley Cooper ("A Star Is Born").

Szene aus Nightmare Alley
Szene aus Nightmare Alley © Disney
Seine zunächst stets charmante Art kann einen zu jeder Sekunde in den Bann ziehen, was in der Kombination mit dem 'American Dream' eine Art tödliche Waffe ist. Stanton Carlisles Figur handelt dreckig, aber irgendwo nachvollziehbar. Besonders deutlich wird dies in der zweiten Hälfte des Films, wenn durch das Zusammenspiel mit der Psychiaterin Lilith Ritter (Cate Blanchett) mehr Informationen über seine Vergangenheit ans Tageslicht befördert werden. Auch sie wird grandios von Cate Blanchett ("Carol") porträtiert. Ein Blick auf den Rest des Casts dürfte genügen, um sich ein Bild davon zu machen, wie "Nightmare Alley" auf schauspielerischen Ebene abliefert.

Das alles wird dann noch mit einer dynamischen Kameraarbeit, welche hervorragende Bilder kreiert, und wunderbar stimmiger Musik von Nathan Johnson ("Knives Out") verziert und voilà: fertig ist das nächste Meisterwerk aus dem Hause del Toro.

Fazit:
Durch seine düstere Inszenierung, die fabelhaften Darsteller:innen und seine Audiovisualität zieht Nightmare Alley sein Publikum zu jeder Sekunde voll und ganz in seinen Bann und haut einen spätestens mit der letzten Szene, welche den Bogen zum Anfang der Geschichte schlägt, von den Socken. Die Abwesenheit von Fantasy-Elementen tut del Toro merklich gut und funktioniert noch viel besser, als man es hätte erwarten können. Fans der Personen vor und hinter der Kamera, sowie des Genres, werden mit diesem Film mit Sicherheit vollends zufrieden sein.
by Tim Gertz

Bilder © Walt Disney


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