Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Nightcrawler (2014), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) lebt zurückgezogen in Los Angeles und hält sich mehr schlecht als recht mit kleineren Diebstählen über Wasser. Nach erfolglosem Bemühen um einen anständigen Job, beginnt Lou als freier Kameramann für einen TV-Nachrichtensender zu arbeiten. Sein Spezialgebiet: lokale Verbrechen und Unfälle. Dabei muss er nicht nur möglichst als erster am Tatort sein, je näher und schonungsloser er mit seiner Kamera das Geschehene dokumentiert, desto besser kann er die Bilder verkaufen. Der äußerst ehrgeizige Lou lernt schnell und findet zusehends Gefallen an dem skrupellosen Geschäft der "Nightcrawler", bei dem jedes gefilmte Verbrechen bares Geld bedeutet und Opfer Mittel zum Zweck werden. Die Nachrichtenchefin Nina (Rene Russo) ist begeistert von dem Einsatz des neuen Freelancers. Doch sie ahnt nicht, wie weit Lou - in seinem Drang nach Anerkennung - bereit ist zu gehen.

Jake Gyllenhaal, Rene Russo und Bill Paxton | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Blu-ray
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
Blu-ray Start:
26.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 118 min.
DVD
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
DVD Start:
26.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Filmwertung: | 9/10


Das Regiedebüt von Drehbuchautor Dan Gilroy (Real Steel, Das schnelle Geld, The Fall) ist einer der besten Thriller des Jahres. Als tragende Säule dieses Ausnahmefilmes fungiert dabei einmal mehr Jake Gyllenhaal (Brothers, Prince of Persia: The Sands of Time, Brokeback Mountain). Den 33-Jährigen als Thriller-Experten zu bezeichnen, ist eine glatte Untertreibung. In Zodiac – Die Spur des Killers zeigte der 33-Jährige erstmals, wie gut er einen spannenden Film tragen kann. Auch in dem Entführungsthriller von Gavin Hood – Machtlos – spielte Gyllenhaal stark. Zuletzt tat er mit dem verschachtelten Source Code, im harten, dem packenden Cop-Film End of Watch und in Prisoners, wo es vor allem um Moral ging, sehr gute Griffe. Der in Los Angeles geborene Gyllenhaal ist trotz seines jungen Alters ein alter Hase. Seine vielschichtigen Fertigkeiten stellt der „Oscar“-nominierte Schauspieler in Nightcrawler einmal mehr unter Beweis. Denn seine Rolle ist schwierig, weil durchweg unsympathisch. Denn seine Rolle ist schwierig. Er spielt den Herumtreiber Lou Bloom. Der hält sich mit kleineren Diebstählen über Wasser, bis er durch Zufall auf die „Nightcrawler“, die Nachtschwärmer von Los Angeles aufmerksam wird. Diese sind Menschen, die nachts mit dem Auto unterwegs sind, dabei den Polizeifunk hören und mit Kameras bewaffnet auf eine Straftat oder einen Unfall hoffen, um zu filmen. Das Material wird dann an den höchstbietenden Fernsehsender verkauft. Lou ist begeistert und sieht seine Chance. Anfangs hat er gegen den mit 14 Jahren Erfahrung ausgestatteten Chris Day (Bill Paxton) und dessen erstklassige Ausstattung keine Chance. Doch Lou lernt schnell. Denn sein Motto lautet: Gute Dinge passieren nur Leuten, die sich den Ar... aufreißen und Menschen, die den Gipfel erreichen, schaffen das nicht durch einen Zufall. Wenn man in der Lotterie gewinnen will, muss man das Geld haben, sich ein Ticket zu kaufen.
Lou stellt den obdachlosen Rick (Riz Ahmed) als Gehilfen ein und verkauft seine ersten Aufnahmen an Nina Romina (Rene Russo). Lou wird immer skrupelloser. Geht er zu weit?

Medien sind sensationsgeil. Medien lassen ihren Protagonisten kein Privatleben. Medien sind reißerisch. Diese Vorwürfe von Kritikern wiederholen sich oft. Ein Fünkchen Wahrheit steckt auf jeden Fall in diesen Sätzen. In den USA nochmal eine Stufe mehr, als hier in Deutschland.

Denn die im Film gezeigten Protagonisten sind keineswegs unrealistische Karikaturen. In den USA gehören live gefilmte Verfolgungsjagden ebenso zum Alltag, wie blutige Videos von Straftaten. Daher ist dieser Film durchaus nah an der Wahrheit dran, auch wenn er selbige etwas überspitzt.
Die Geschichte weiß von Beginn an mit ihrer Skrupellosigkeit zu fesseln. Nightcrawler stimmt dadurch an vielen Stellen nachdenklich und regt zum Reflektieren an. Denn Moral und Ethik und das Nicht-Vorhandensein dieser Werte zugunsten einer Medienkarriere spielen eine große Rolle. Wie weit würde man gehen, um besser zu sein, als jemand anderes? Was ist moralisch und ethisch noch vertretbar bzw. gesetzlich erlaubt? Diese Fragen stellt der Film und zeigt auf, dass jeder seine subjektive Sichtweise darauf hat. Vor allem die Hauptfigur entfernt sich im Laufe der Handlung immer weiter von ethischen Grundsätzen, die jede zivilisierte Gesellschaft zusammenhalten. Diese Unterschiede machen Nightcrawler aus. Dazu ist Plot ist spannend, packend, mitreißend und fesselnd erzählt und bleibt durchgehend nachvollziehbar. Die Charaktere sind interessant und vielschichtig gezeichnet.
Der Schnitt ist intelligent und hält den Zuschauer bei der Stange, ist unterhaltsam und kurzweilig.
Auch die dynamische Kameraführung, die herrlich-düsteren und abwechslungsreichen Locations, die stimmige Musikuntermalung und die erstklassige Ausstattung können überzeugen. Auch der Cast neben Gyllenhaal ist stark. Sowohl Rene Russo (Thor, Schnappt Shorty, Das schnelle Geld), Bill Paxton (Edge of Tomorrow, Titanic, Apollo 13) als auch Riz Ahmed (Unter Beobachtung, Trishna, Black Gold) können ihren Figuren eine beachtliche Tiefe verleihen.

Ein starker, bestens unterhaltender Thriller, der auch noch viele schwierige Fragen in der mediatisierten Welt aufwirft und behandelt.

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Bilder © Concorde Filmverleih GmbH