My Week with Marilyn

My Week with Marilyn (2011), USA / Großbritannien
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Biographie / Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Ascot Elite

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My Week with Marilyn Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Im Sommer 1956 will der junge Oxford-Abgänger Colin Clark (Eddie Redmayne) in das Filmbusiness einsteigen und ergattert sich einen Job auf dem Set von "The Prince and the Showgirl" mit Marilyn Monroe (Michele Williams). Der Film basiert auf den Tagebüchern des Filmemachers Colin Clark, welche 40 Jahre nach den Ereignissen veröffentlicht wurden. In der ersten Fassung dieser Autobiografie fehlte eine Woche. Die Geschichte dieser Woche wurde später unter dem Titel MY WEEK WITH MARILYN publiziert und nun endlich verfilmt.

Michelle Williams, Kenneth Branagh und Eddie Redmayne | mehr Cast & Crew


My Week with Marilyn - Trailer




DVD und Blu-ray | My Week with Marilyn

Blu-ray
My Week with Marilyn My Week with Marilyn
Blu-ray Start:
06.11.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.
DVD
My Week with Marilyn My Week with Marilyn
DVD Start:
06.11.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik My Week with Marilyn

Filmwertung: | 9/10


„Wäre Marilyn noch am Leben, hätte ich diesen Bericht niemals so schreiben können. Möge er nun meine bescheidene Reverenz an einen Menschen sein, der mein Leben verändert hat.“ Wer könnte wohl besser beschreiben als Autor Colin Clark, was sein Roman „Meine Woche mit Marilyn“ ursprünglich zu vermitteln suchte. Es ist eine zutiefst intime und zeitlos dankbare Liebeserklärung an eine über die Maßen faszinierende und idealisierte, trotz dessen so grundlegend menschliche Frau. Die purste und ehrlichste, wohl wärmste Momentaufnahme einer Ikone aus der einzigartig unverfälschten, beinahe kindlich unschuldigen Sicht eines Mannes, der nicht ihre Oberfläche betrachtete, sondern vorurteilslos ihre Seele spüren wollte. Und tatsächlich ist es punktgenau das, was die Verfilmung von Clarks Roman zu transportieren vermag.

„My Week with Marilyn“ zeigt uns dabei anders als alle anderen Monroe Verfilmungen nicht den viel bewunderten, gottesgleichen Star Monroe, ja, im Grunde geht es nicht einmal um Marilyn selbst– könnte sie hier doch genauso ein anderer Mensch sein, weil es ihr Menschsein ist, was „My Week with Marilyn“ in scharf kontrastiven, dennoch warm dahinfließenden Bildern zeichnet. Weniger um äußerliche Handlung oder Erscheinung drehen sich der Film und seine Handlung. Was Kamera, Ton und Licht tatsächlich einfangen, sind unbezahlbar wertvolle und grenzenlos magische Aufnahmen von grenzüberschreitender Emotion und innerer Handlung eines Mannes, den sein Gefühl von und zu einem einzigartig bewegenden und wahrhaftig echten Menschen für die Ewigkeit prägte. So ist es Colin Clark, seine persönliche Perspektive und seine ganz eigene, hochsensible Wahrnehmung von der Ikone Monroe, was jedes Bild, jeden Kameraschwenk, jeden Schnitt zu führen scheint, bis nur mehr respektvoll faszinierte und vertraut innige Emotion wahrzunehmen ist und alles darum herum einfach so verschwimmt. Shallow focus, der abwechselnd entweder Colin oder Marilyn scharf in den Mittelpunkt rückt, während er den Rest des Bildes verblasst, lässt dem Zuschauer kaum eine andere Wahl als sich einzig auf die Gefühlsbewegung der Charaktere zu konzentrieren. Dazu lassen dutch tilts die Szenerie um die beiden hier und da vollständig zerlaufen, als vergäßen sie in all der Magie des Moments die gesamte Welt um sich. Auch die Lichtführung trägt ihren Teil dazu bei, dass man sich der allgegenwärtigen Emotion und Menschlichkeit, der besonderen Magie, zwischen Colin und Marilyn, kaum zu entziehen vermag. So setzen neben warmem Sonnenlicht direkte und indirekte Lense Flares punktuell besonders anmutende und seicht dramatische Akzente, wo auch immer die beiden die Exklusivität ihres Zusammenseins genießen. Doch dem nicht genug macht es dem Zuschauer das Framing der Kameraaufnahmen zunehmend leichter, sich in mitten der gegenwärtigen Zuneigung zu befinden: Mid Shots sorgen dafür, dass man sich fühlt, als stünden die Handelnden tatsächlich vor einem. Point of View Aufnahmen lassen durch ihre Augen sehen und Pull Backs sorgen immer wieder für den nötigen Abstand, nur um wenig später in Close Ups überzugehen und einen alleine durch Blicke emotional nur noch tiefer zu involvieren. Marilyns so menschliche Unsicherheit und Ängstlichkeit wird durch psychisch höchst wirksame high angles in Szene gesetzt, während immer länger werdende Takes und immer langsamerer Schnitt die paradiesische, magiegeladene Ruhe zwischen ihr und Colin vermitteln. Perfekt zu Colins Blick auf Marilyn kontrastiert, vermittelt der Film immer wieder das Bild, in das die Öffentlichkeit sie presst. Das Echte steht der Show gegenüber, Hektik unberührbarer Ruhe, warmes Gefühl wird in Kontrast zu dunkler Kälte gesetzt. Um Colins so private Wahrnehmung von Marilyn von der Welt des Showbiz und ihrer Rolle darin scharf abzuheben, dienen kaltes Licht, schneller Schnitt und Wide Shots, vermehrt dann, wenn Monroe sich in der Filmszene bewegt. Freezes transportieren ihr festgefahrenes, so unechtes, öffentliches Image, dazu setzt ein Film im Film dem emotionalen Kontrast von Wahrhaftigkeit und Show die Krone auf.

Trotz derart perfekter Inszenierung und durchweg schlüssiger, zielgerichteter Filmtechnik, sollte der emotional so intensive Effekt, den „My Week with Marilyn“ im Zuschauer auslöst, ohne die durchgehend stimmige und faszinierend leidenschaftliche schauspielerische Seite kaum möglich gewesen sein. Michelle Williams (Brokeback Mountain, Blue Valentine) stellt sich als der Oscarnominierung absolut würdig heraus und beweist sich zwischen allgegenwärtiger Eleganz, seidener Zerbrechlichkeit und glitzernd kindlicher Verspieltheit als eine der wohl besten Schauspielerinnen ihrer Generation. Gehüllt in einen dichten Schleier atmosphärischer Anziehungskraft wirkt ihre Präsenz zuweilen engelsgleich, zuweilen hypnotisierend wie ein Aphrodisiakum auf den Betrachter und nimmt ihn vollkommen in sich gefangen. Daneben gelingt es Eddie Redmayne (Das Gelbe Segel, Black Death) durch einen bezaubernden Charme von infantiler Wahrhaftigkeit und frischer Naivität, die Szenerie ununterbrochen in endlos warmer, echter Zuneigung und tiefster Bewunderung pulsieren zu lassen. Auch Kenneth Branagh (Thor, Henry V) zeigt, dass er seine Oscarnominierung in der Tat verdient hat, wenn er in absolut gegenteilige Emotionen leidenschaftlicher nicht hätte explodieren, zuweilen implodieren können und seinem Charakter neben scharfer, hitzköpfiger Würze am Ende genau das richtige Maß milder Authenzität verleiht.

Was also bleibt an „My Week with Marilyn“ zu kritisieren – letztendlich nicht viel. So ist der Film ein hochelegantes Diamantencollier, ein Zusammenschluss aus fragil erscheinenden, strahlend reinen und zeitlosen, einfach unbezahlbaren Unikaten, die derart kunstvoll miteinander verbunden scheinen, dass nicht der geringste Kantenpunkt mehr zu erkennen ist, sodass sie perfekt miteinander wirken und ein Endbild wundervoll funkelnder Schönheit erwirken.

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Bilder © Ascot Elite