Mütter und Töchter

Mother and Child (2010), USA / Spanien
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Drama
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

Mütter und Töchter Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Los Angeles. Drei Frauen. Drei Schicksale. Physiotherapeutin Karen (Annette Bening) leidet bis heute unter dem Verlust ihres Kindes, das sie als 14-Jährige nach einer ungewollten Schwangerschaft zur Adoption hatte freigeben müssen. Elizabeth (Naomi Watts) ist eine erfolgreiche, ambitionierte Anwältin, die alles unter Kontrolle hat und die Erinnerung an ihre Vergangenheit unter Arbeitswut und Sex, etwa mit ihrem aktuellen Chef Paul (Samuel L. Jackson) vergräbt. Lucy (Kerry Washington) wünscht sich nichts sehnlicher als ein Baby, doch sie und ihr Mann können keine Kinder bekommen. Sie entscheiden sich für eine Adoption, aber die schwangere Frau hat immer wieder Zweifel, ob die beiden die Richtigen sind. Drei Frauen und drei Schicksale, die mehr miteinander verbindet, als zunächst angenommen.

Annette Bening, Eileen Ryan und Samuel L. Jackson | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Mütter und Töchter

Blu-ray
Mütter und Töchter Mütter und Töchter
Blu-ray Start:
16.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.
DVD
Mütter und Töchter Mütter und Töchter
DVD Start:
16.09.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

zur DVD Kritik

Filmkritik Mütter und Töchter

Filmwertung: | 8/10


Die Physiotherapeutin Karen leidet seit dem 14. Lebensjahr unter dem Verlust ihres Kindes, das sie nach der Geburt zur Adoption freigeben musste. In den vergangen 37 Jahren hat sie jeden Tag an ihre Tochter gedacht und ihr in Tagebüchern alles mitgeteilt. Erst nach dem Tod ihrer Mutter, die sich ihr Leben lang nicht verzeihen konnte, dass sie ihre Tochter zu der Adoption zwang, ist sie dazu bereit ihr eigenes Leben zu führen. Nun ist sie in der Lage, Nähe von anderen Mensch zu zulassen. Sie heiratet den verwitweten Paco, der ihr dabei hilft, nach ihrer Tochter zu suchen. Als sie sie gefunden hat, ist es für ihre Beziehung leider schon zu spät.
Elisabeth, die als erfolgreiche Anwältin ziellos durchs Land reist, wurde nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Sie versucht den Verlust der leiblichen Mutter und ihre daraus resultierende Einsamkeit, nach dem Tod des Adoptivvaters, durch wechselnde Männerbeziehungen zu entgehen. Sie lässt sich auf den viel älteren Chef ein und beginnt eine Affäre mit ihm. Als sie ungewollt schwanger wird und ihr Leben sich damit entscheidend verändert, versucht sie sich auf ihre Wurzeln zu besinnen und ihren Ursprung ausfindig zu machen. Doch ihr Leben endet zu früh.
Die afroamerikanische Lucy wünscht sich sehnlichst ein Baby. Da sie auf natürliche Weise keine Kinder kriegen kann, entschließt sie sich für eine Adoption. Kurz vor der Geburt des ausgewählten Kindes, trennt sich ihr Mann Joseph von ihr. Lucy, die als Konditorin arbeitet, entschließt sich alleine für das Baby zu kämpfen. Als ihr die Adoption des Jungen durch die leibliche Mutter verwehrt wird, bekommt sie unerwartet die Chance ein Mädchen zu adoptieren, dessen Mutter bei der Geburt gestorben ist...

Zu Beginn des Film wird das Leben der drei Frauen Karen, Elisabeth und Lucy betrachtet, die alle ihr eigene Einstellung zum Thema Babys haben. Was die eine bereits verloren hat, wünscht sich die andere um so mehr. Und die dritte von ihnen bekommt es unerwartet und kann es doch nicht erleben. So unterschiedlich diese drei Frauen aus sein mögen. Das Schicksal verbindet sie unbewusst miteinander.
Rodrigo Garcia erkundet mit diesem Film das Seelenheil seiner drei Hauptprotagonistinnen. Damit knüpft er an seinen Erfolg von „Gefühle, die man sieht“ aus dem Jahr 2000 an. Innerhalb von 29 Tagen drehte er den Film in Los Angeles.

Annette Bening („Hallo Mr. President“), die selbst vierfache Mutter ist, verkörpert die Sehnsucht, die Karen seit den Verlust ihrer Tochter empfindet sehr authentisch. Der Kinobesucher kann sie und ihre emotionalen Zustand verstehen. Naomi Watts („Mulholland Drive“) spielt die im Grunde verängstige Elisabeth, die sich in Nacktszenen und bei ihren Gefühlsausbrüchen immer wieder überraschend wendet und ihrem Charakter dabei neue Züge verleiht. Durch diesen Wechsel und die Eigenschaft unterschiedliche Rollen meisterhaft darzustellen, hebt sich Naomi immer wieder aus der breiten Masse von Schauspielerinnen ab. Da sie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten tatsächlich schwanger war, ist ihre Rolle so realistisch. Kerry Washington („Fantastic Four“) bringt viel von ihrem eigenen Wesen in die Rolle der Lucy ein. Beide Frauen haben feste Vorstellungen von ihren Wünschen und handeln perfektionistisch, um diese Realität werden zu lassen.
Schwester Joanne, die in der katholische Adoptionsvermittlung arbeitet, wird sehr herzlich von Cherry Jones verkörpert. Durch sie werden die drei Frauen zusammengeführt. Sie gibt Karen den Rat einen Brief an ihre Tochter zu schreiben, vermittelt Lucy ein Treffen mit einer potenziellen Schwangeren, die ihr Kind zu Adoption freigeben will und sorgt letztendlich dafür, dass Elisabeth´ Kind zu ihr kommt. Sie übernimmt unbewusst die Rolle der Vermittlerin zwischen den drei Frauen und führt ihre Schicksale mit Ella zusammen. Die gesamte Handlung, die sich nach und nach entwickelt und immer mehr die Lösung aller Dinge zu erkennen gibt, ist zum Ende hin leider etwas zäh. Und auch wenn der Tod von Elisabeth zum Bestandteil des Plots gehört, wird gerade diese Szene bei den meisten Zuschauern bedauern auslösen, auch wenn dadurch erst die weiteren Handlungen möglich sind.

Die Männer werden in diesem Film als schlichtes Beiwerk betrachtet. Karen hat ihren Paco, Elisabeth teilt sich das Bett mit ihrem Chef und nebenbei mit dem Nachbarn und Lucy hat ihren Ehemann. Aber alle drei Männer befinden sich stets nur neben den Frauen und werden nicht in ihre Sorgen, die stets der Lebensmittelpunkt sind, mit einbezogen.

Fazit: Ein Film über die Schicksale dreier Frauen, die sie am Ende zusammenführen. Nur durch die Geburt eines Kindes und durch den Tod einer der dreien, gelingt es den anderen beiden, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Der Verlust der einen wird somit zum Gewinn der anderen. Ein sehr emotionaler Film, der das Thema Kinderkriegen und dem verwehrten Wunsch dessen in den Mittelpunkt stellt und zeigt, wie man mit diesem „Schicksal“ umzugehen hat. Sehenswert!
by Sandy Kolbuch

Bilder © Universum Film