Morbius

Morbius (2020), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Sony Pictures

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Inhalt

In MORBIUS verkörpert Jared Leto („Blade Runner 2049“) eindrucksvoll eine der geheimnisvollsten Figuren im Marvel-Universum. In dem lang erwarteten Kinoereignis spielen unter der Regie des Visionärs Daniél Espinosa („Life“) in weiteren Rollen Matt Smith („Doctor Who“) als ehemaliger Verbündeter sowie Tyrese Gibson („Fast & Furious“-Reihe) als FBI-Agent und Verfolger des verwandelten Dr. Morbius. Adria Arjona („Pacific Rim 2: Uprising“) und Jared Harris („Chernobyl“) komplettieren den hochkarätigen Cast. Basierend auf der Geschichte von Roy Thomas („Captain Marvel“) und den Figuren von Gil Kane („Green Lantern“), stammt das Drehbuch aus den Händen des Duos Matt Sazama und Burk Sharpless (Netflix-Serie „Lost in Space“). Nach „Venom“, „Spider-Man: Far From Home“ und „Spider-Man: Homecoming“ produzieren Avi Arad und Matt Tolmach erstmals gemeinsam mit Louise Rosner („Die Tribute von Panem“-Reihe) und Lucas Foster („Jumper“).

Jared Leto, Matt Smith und Tyrese Gibson | mehr Cast & Crew


Morbius - Trailer




Filmkritik Morbius

Filmwertung: | 3/10


Nach endlichen Verschiebungen startet nun endlich der neueste Marvelfilm von Sony in den deutschen Kinos. Der im Venom-Universum angesiedelte Spider-Man Schurke hat damit erstmals einen Auftritt auf der großen Leinwand, auch wenn er dabei ohne die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auskommen muss. Der namensgebende Blutsauger wird dabei von niemand anderem als Jared Leto verkörpert. Doch bekommt der Oscar-ausgezeichnete Schauspieler nun nach dem Joker die Chance, seine Superheldenkarriere in eine positivere Richtung zu lenken oder erwartet uns nun wieder eine Enttäuschung mit Leto? Dies erfahrt ihr in meiner Kritik zu „Morbius“.

Doktor Michael Morbius leidet unter einer unerforschten Blutkrankheit. Daher hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich selbst und seinen besten Freund (Matt Smith), welcher ebenfalls von dieser betroffen ist, zu heilen. Morbius forscht daher mit Fledermausblut, um ein Gegenmittel herzustellen. Als er das geglaubte Heilmittel an sich selber austeste, musste er jedoch feststellen, dass ihn das Serum in einen Vampir verwandelt. Michael wird nun von dem Durst nach Blut getrieben und muss lernen, mit seinen neu erlernten Fähigkeiten, leben zu können. Jedoch ist Morbius nicht der Einzige, welcher sich mit dem Mittel infiziert hatte. Und so muss sich der lebende Vampir nun einem Gegner auf Augenhöhe stellen.

„Morbius“ startet erst einmal wie ein gewöhnlicher Superhelden Origin Film. So lernen wir im ersten Drittel den Charakter vor seiner großen Verwandlung kennen. Und damit startet schon leider das erste und sicherlich nicht letzte Problem des Filmes, man hat das Gefühl, den ganzen Ablauf schon einmal gesehen zu haben. Denn der Film verpasst es leider, das beständige Handlungskonstrukt mit kreativen Ideen zu erweitern. So folgen wir nur dem Arzt, welcher verzweifelt nach einem Heilmittel sucht. Da wir als Zuschauer natürlich schon wissen, dass sich Michael früher oder später eh in einen Vampir verwandeln wird, fehlt zusätzlich auch jegliche Spannung. Auch kauft man dem Darsteller Jared Leto die Rolle als hochintelligenter Arzt leider nicht wirklich ab. Sein Charakter bekommt auch nicht genügend Persönlichkeit, um unter den anderen vielen Superhelden hervorstechen zu können.

Sobald Michael dann endlich zum Vampir wird, tauscht der Film das ursprüngliche Problem jedoch gegen ganz neue aus. Und so verkommt „Morbius“ leider bis zum Ende wie ein undurchsichtiger Flickenteppich. Dies liegt unter anderem an dem sehr schwachen Drehbuch. Denn der Film macht leider nichts aus seiner Hauptfigur. Weder Fähigkeiten noch Persönlichkeit hebt sich hier in irgendeiner Weise ab. Morbius ist zwar auf dem Papier ein Vampir, doch richtig viel wird mit dieser Thematik nicht gemacht. Auch der Antagonist bleibt genauso belanglos wie seine Hauptfigur und so erwartet uns abermals ein Film, in welchem der Gegner ein schlechtes, identisches Abziehbild des Helden ist. Auch die anderen Schauspieler sowie Charaktere sind nicht der Rede wert, da man diese sowieso wieder sofort vergisst. Nicht eine nennenswerte Figur ist daher während den 2 Stunden hängengeblieben.

Die Geschichte macht dabei leider auch nicht wirklich viel in sich Sinn. So wirkt das ganze, als hätte man einfach mehrere Szenen willkürlich aneinander gehangen wodurch mehrere gravierende Logiklöcher entstehen. Auch die ganze Story hat nicht genug Abwechslung zu bieten, um den Zuschauer während der Laufzeit zu unterhalten. Ich hatte so verdächtig oft auf die Uhr geguckt, um zu schauen, wann der Film nun endlich vorbei ist.

Gepaart wird dies leider auch mit einer mittelmäßigen Inszenierung. Die Kamera ist so in vielen Momenten wackelig, wodurch eine Orientierung schwerfällt. Auch bleiben viele Szenen und besonders die Action hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zusätzlich fallen leider auch die Computereffekte negativ auf. Hier wurde sehr viel Potential verschenkt. Das gesamte Bild leidet auch unter dieser Einfallslosigkeit. So wirken die Farben alle sehr Kontrastarm und verkommen zu einem farblosen Look. Visuell kann man sich daher auch nicht an dem Film erfreuen.

Zum Schluss soll noch gesagt sein, dass jegliche Spider-Man Anspielungen aus dem Film entfernt wurden. Der Film hat so also rein gar nichts mit dem restlichen Marvel-Universum gemeinsam. Nur die Post-Credit Szene bietet eine komplett erzwungene Verbindung zu einem etablieren Charakter.

Fazit:
„Morbius“ enttäuscht so gut wie auf allen Eben. Vom mittelmäßigen Schauspiel bis hin zur langweiligen Story gibt es hier keinen einzigen positiven Lichtblick. Was bleibt ist ein belangloser Superheldenfilm, welcher sich wie aus den 2000er anfühlt. Selbst ein „Venom, welchen ich persönlich schon als sehr unterdurchschnittlich einstufen würde, schlägt hier „Morbius“ eindeutig im Schauwert. Es gibt daher für mich leider keinen rationalen Grund, sich den Film im Kino anzugucken. Man kann daher das Werk getrost überspringen ohne etwas zu verpassen. Leider schafft es Sony immer noch nicht, einen halbwegs vernünftigen Superheldenfilm auf die Leinwand zu bringen. Und „Morbius“ hat daran sichtlich nichts geändert.
by Phillip Schellenbach

Bilder © Sony Pictures


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