Molière auf dem Fahrrad

Alceste à bicyclette (2013), Frankreich
Laufzeit: - FSK: 0 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Alamode

Molière auf dem Fahrrad Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Einst war Serge Tanneur (Fabrice Luchini) ein gefeierter Schauspielstar, doch mittlerweile lebt er zurückgezogen in einem maroden Haus auf der Île de Ré und hat der Schauspielerei abgeschworen. Eines Tages taucht sein alter Weggefährte Gauthier Valence (Lambert Wilson) bei ihm auf. Gauthier plant eine Produktion von Molières Der Menschenfeind und will Serge unbedingt dabei wissen. Zwar gibt sich Serge zunächst unnachgiebig, doch ausgerechnet die Rolle des Alceste aus diesem Stück wollte er schon immer spielen und so lässt er sich zu gemeinsamen Proben überreden. Allmählich öffnet sich der einsiedlerische Serge, verbringt vergnügliche Stunden mit Gauthier und lernt dabei die hübsche Francesca kennen. Doch dann geraten das wahre Leben und die Welt des Theaters aneinander – Freundschaft trifft auf Eitelkeiten und Liebe auf Verrat.

Fabrice Luchini, Lambert Wilson und Maya Sansa | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Molière auf dem Fahrrad

DVD
Molière auf dem Fahrrad Molière auf dem Fahrrad
DVD Start:
15.08.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

Filmkritik Molière auf dem Fahrrad

Filmwertung: | 6/10


Den Anreiz zu dem Film „Moliere auf dem Fahrrad“  (Originaltitel: „Alceste à bicyclette“, Frankreich, 2013) des französischen Regisseurs Philippe Le Guay gaben wahre Ereignisse aus seinem eigenem Leben und die große Liebe des Schauspielers Fabrice Lucchini zu Molieres „Der Menschenfeind oder der verliebte Melancholiker“ (Originaltitel: „Le Misanthrope ou l'Atrabilaire amoureux“, 1666).

Der Schauspieler Gauthier Valence (Lambert Wilson), der vor allem als Fernseharzt zu großer Berühmtheit gelangte, reist auf die Insel Îl de Ré um seinen früheren Freund und Schauspielerkollegen Serge Tanneur (Fabrice Lucchini) aufzusuchen und ihm ein Angebot zu unterbreiten. Er möchte als Regisseur und Darsteller das berühmte Stück „Der Menschenfeind“ von Moliere in einem Pariser Theater inszenieren. Für dieses Projekt möchte er Serge gewinnen, doch dieser zieht die Einsamkeit und Abgelegenheit der Insel vor. Um ihn doch noch überzeugen zu können, bleibt Gauthier länger als geplant auf der Insel und die beiden beginnen zusammen den Text mit wechselnden Rollen zu proben.

Der Regisseur Philippe Le Guay und der Schauspieler Fabrice Lucchini arbeiten schon lange zusammen und sind darüber hinaus auch noch befreundet. Für den Film „Nur für Personal!“ (2010) begab sich der Regisseur auf die Insel Île de Ré, um dem dort lebenden Lucchini das Drehbuch dafür auszuhändigen. Mit dem Skript auf dem Gepäckträger machte er sich auf den Weg. Sein Freund Lucchini kam ihm ebenfalls mit dem Fahrrad entgegen. Auf den Vorwurf, dass er ein totaler Einsiedler sei, fing Lucchini an Moliere zu zitieren. So wurde die Idee für einen zukünftigen Film geboren. Dafür wurde einerseits von Le Guay, der auch das Drehbuch schrieb, „Der Menschenfeind“ nicht nur als Objekt des Films, sondern auch als grobes Grundgerüst verwendet. Molieres Stück, was wohl sein autobiographischstes Werk selbst ist, stellt die grundsätzlichen Fragen danach, wie viel Ehrlichkeit die Gesellschaft verträgt und wie viele Lügen notwendig sind, um das soziale Gefüge zu erhalten. Der Film übernimmt direkte Fragen und Motive der Vorlage. Vermutlich bedingt durch diese Übernahme, kann die Handlung leider nur mit den typischen Wendungen aufwarten. Zudem besitzt der Film durch wenig vorhandene Handlung einige Längen. Auf der anderen Seite baute Le Guay im Skript auch viele private Bezüge und Begebenheiten von sich und Lucchini ein. So sprüht der Film trotz des historischen Stoffes von lebendigem Witz, der den Zuschauer oft zum Schmunzeln bringt. Die Mischung aus Molieres Stück und den autobiographischen Anleihen schuf ein unterhaltsames Dialogkino, welches von der Gegensätzlichkeit, wie sie auch bereits im Stück gegeben ist, der beiden Hauptpersonen lebt. Die Wahl der beiden Hauptdarsteller war deshalb am wichtigsten. Lucchini war von Anfang an in das Projekt involviert und steckte auch viel von seiner eigenen Person in die Rolle. Wilson wurde von Le Guay wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten ausgewählt, um das Alter Ego des Regisseurs zu verkörpern. Beide Darsteller schaffen es, alle Facetten - von der Verletzlichkeit bis hin zu den egozentrischen Ausbrüchen - der Figuren gut darzustellen. Untermalt werden die rasanten Dialoge von einen guten Score. So schafft der Film im gesamten eine stimmige Atmosphäre und kann mit seiner Art gut unterhalten. Vor allem Freunde des französischen Kinos werden ihre Freude an dem Film haben.

Fazit: Der Film „Moliere auf dem Fahrrad“ ist gutes Schauspielerkino, das mit wenig Handlung und gutem Humor ausgestattet ist. Mit seinen ausgefeilten Dialogen, den guten Darstellern und einem soliden Gesamteindruck kann der Film unterhalten und weckt im besten Fall das Interesse an Molieres Stück.

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Bilder © Alamode