Mission: Impossible - Fallout

Mission: Impossible - Fallout (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 12 - Genre: Action / Thriller
Kinostart Deutschland: - Verleih: Paramount Pictures Germany

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Mission: Impossible - Fallout Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Manche Entscheidungen lassen Dich niemals los: MISSION: IMPOSSIBLE – FALLOUT zeigt Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein IMF-Team (Alec Baldwin, Simon Pegg, Ving Rhames) zusammen mit bekannten Verbündeten (Rebecca Ferguson, Michelle Monaghan) in einem Wettlauf gegen die Zeit nach einer missglückten Mission.

Tom Cruise, Simon Pegg und Rebecca Ferguson | mehr Cast & Crew


Mission: Impossible - Fallout - Trailer




DVD und Blu-ray | Mission: Impossible - Fallout

Blu-ray
Mission: Impossible 6 - Fallout Mission: Impossible 6 - Fallout
Blu-ray Start:
13.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 148 min.
Mission: Impossible 6 - Fallout (4K Ultra HD) Mission: Impossible 6 - Fallout (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
13.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 148 min.
DVD
Mission: Impossible 6 - Fallout Mission: Impossible 6 - Fallout
DVD Start:
13.12.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 142 min.

Filmkritik Mission: Impossible - Fallout

Filmwertung: | 10/10


Wenn zu Beginn des nun bereits sechsten Teils der – wie ihr Held – scheinbar unzerstörbaren Spionage-Action-Reihe „Mission: Impossible“ die düster-ominösen Klänge von Hans Zimmer-Protegé Lorne Balfe ertönen, spürt man bereits, dass dieser Film nochmal ganz neue Türen aufschlägt als seine Vorgänger. In einer Reihe, die sich von Film zu Film seit 1996 von Brian De Palma über John Woo, Brad Bird bis nun zu Christopher McQuarrie stets neu erfunden hat, sollte es eigentlich wenig überraschend sein, wie frisch und anders Ethan Hunts sechste Mission „Fallout“ nochmal wirkt. Doch McQuarries bereits zweiter „M: I“- Film bohrt inszenatorisch und thematisch nochmal tiefer als all die vorangegangenen Teile und bietet einen enorm wendungsreichen Spionage-Thriller der absoluten Extraklasse, der mit seiner schier grenzenlosen Ambition von der ersten bis zur letzten Kino wildes, umwerfendes, viszerales und adrenalindurchtränktes Überwältigungskino bietet.

Tom Cruise als Ethan Hunt in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT
Tom Cruise als Ethan Hunt in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved. Photo Credit: Chiabella James
Dass diese nun fünfte Fortsetzung schließlich so gut ist, wie sie ist, hätte man dann doch trotz hoher Erwartungshaltung kaum erwarten können. Denn Autor und Regisseur McQuarrie gelang mit dem überraschend erwachsenen und düsteren „Fallout“ schlichtweg eines der monumentalsten Actionwerke der Filmgeschichte, das sich in einer fast halluzinatorischen Art und Weise von unfassbarem Action-Set Piece zum nächsten wirft und mit seiner handgemachten und präzise choreografierten Art sämtliche CGI-Spektakel dieses Jahres wie Kinderkram aussehen lässt und um Längen schlägt.

Von einem aberwitzigen (in 106 (!) Durchgängen gedrehten) Halo-Jump aus 7.500 Metern Höhe über eine der brachialsten, schmerzhaftesten Badezimmer-Fights der Filmgeschichte (der auch in „The Raid” nicht fehl am Platz wäre) zu einer irrsinnig-rasanten Hetzjagd durch die stark befahrenen Straßen von Paris und einer nicht minder imposanten Verfolgung durch London bis zu einer kaum in Worte zu fassenden Helikopter-Sequenz mit abschließendem frenetisch-höhenangsterzeugenden Klippen-Finish - „Fallout“ toppt sich erstaunlicherweise immer wieder selbst mit todesmutigen, im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubenden Mini-Action-Meisterwerken in bildgewaltigen Settings, von denen selbst richtig gute Action-Filme vielleicht im besten Fall eine vergleichbare Sequenz bieten können. McQuarrie und sein Kameramann Rob Hardy inszenieren das Ganze mit größter, schnörkelloser Klarheit, chirurgischer Präzision und roher, spürbarer Gewalt, die in langen Einstellungen ohne störendes Schnittfeuerwerk zur Geltung kommt. Alle Vorgänger hatten ihre ikonischen Action-Höhepunkte, Teil Sechs bietet gleich mehrere davon und hat scheinbar die Absicht alles Vorangegangene nochmal zu übertrumpfen.

Simon Pegg als Benji Dunn in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT
Simon Pegg als Benji Dunn in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved. Photo Credit: Chiabella James
Immer wieder muss man sich bei diesem wahnwitzigen Monster von einem Film die Frage stellen „Wie in aller Welt haben sie das gemacht?” - Das wohl beste Lob, das man einem Actionfilm geben kann und zuletzt bei George Millers „Mad Max: Fury Road”, „The Raid 2” oder vielleicht „John Wick: Kapitel 2” angebracht war. Diesem absoluten Willen, dem Zuschauer ein bis tief ins Mark spürbares Action-Spektakel der alten Schule zu liefern und sich selbst immer neu herauszufordern, gewinnt schlicht ehrfürchtigen Respekt ab.

„Fallout“ ist zudem schmutzig, grobkörnig, grimmig und rau, hier tut jeder Schlag weh und es wird ein immenses Gefühl für Größe und Realismus erschaffen, das diese Reihe trotz aller wiederkennbaren Markenzeichen nochmal so anders erscheinen und seine Vorgänger teilweise fast schon alt aussehen lässt. J.J. Abrams hat mit seinem unterschätzten dritten Teil schon eine weit menschlichere Dimension für den zuvor kaum greifbaren Superagenten Ethan Hunt etabliert und ein Gespür für Gefahr aufgebaut (was größtenteils der grandiosen und ebenso immer noch unterschätzten Performance von Philip Seymour Hoffman zu verdanken war), doch McQuarrie geht nach ersten Ansätzen im starken Vorgänger „Rogue Nation“ noch einige Schritte weiter: Zum ersten Mal greift ein Teil dieser Reihe ernsthaft Handlungsstränge der Vorgänger auf und vertieft die verletzlichere und angreifbarere Figur von Ethan Hunt, der von McQuarrie konstant vor moralisch schwierige Entscheidungen gestellt wird.

Rebecca Ferguson als Ilsa Faust in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT
Rebecca Ferguson als Ilsa Faust in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved. Photo Credit: Chiabella James
Immer wieder steht Hunt hier vor der Verantwortung, sich für das Leben einer ihm nahestehenden Person oder für das von mehreren tausenden Menschen zu entscheiden. Mit der für die Reihe und das Genre üblichen doppelbödigen Prämisse, bei der man nie weiß, wem man vertrauen kann und welches Spiel gespielt wird, generiert McQuarrie meisterhafte Spannung, die derart packt, dass die 147 Minuten unglaublich rasant vergehen. Zwischenzeitlich weiß man sogar nicht mal, ob Hunt selbst das ist, was er vorgibt zu sein, womit McQuarrie für echte paranoide Stimmung beim Zuschauer sorgt. Diese verzwickt-ausgeklügelte und mit pikanten Konflikten vollgepackte Mission wirkt wirklich unvorhersehbar und ist mehr als ein reines Actionfeuerwerk. Selbst bei den gewohnten Maskeraden wird man hier als Zuschauer immer wieder so kalt erwischt wie die Figuren selbst.

„Mission: Impossible - Fallout“ ist also raffiniert konstruiert und konstant überraschend erzählt, darüber hinaus bietet der Film in seinem überhöhten Spiegelbild des gegenwärtig düsteren-unsicheren soziopolitischen Gefühls ebenso ungeahnten Tiefgang wie mit seinen facettenreich gezeichneten Figuren. So fasziniert die fabelhafte Rebecca Ferguson erneut als ambivalent und schwer einschätzbare MI6-Agentin Ilsa Faust, während der ebenfalls in Rogue Nation eingeführte anarchistische Syndikat-Anführer Solomon Lane (Sean Harris) selbst als Häftling für bedrohliches und unheimliches Unwohlsein sorgt. Ein echtes Highlight ist jedoch Serien-Neuling Henry Cavill als schnurbärtiger CIA-Dampfhammer August Walker, der Hunt bei einer Wiederbeschaffungsmission von gestohlenem Plutonium von der neuen CIA-Direktorin Erica Sloane (Angela Bassett) als Aufpasser zur Seite gestellt wird. Walker ist mit seinen rabiaten Methoden nicht nur das brutale Gegenstück zum filigraneren Ethan Hunt, er ist ebenso eine weitere uneinsichtige Figur, die zur zusätzlichen Verunsicherung des Zuschauers sorgt. Auch mehr als nur ein Augenfang: Die Briten Vanessa Kirby, die mit so verführerischem wie gefährlichem Gusto eine undurchsichtige Bondgirl-artige Femme Fatale in Form einer als „Weiße Witwe“ bekannten Waffenhändlerin gibt.

Henry Cavill als August Walker, Tom Cruise als Ethan Hunt und Rebecca Ferguson als Ilsa Faust in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT
Henry Cavill als August Walker, Tom Cruise als Ethan Hunt und Rebecca Ferguson als Ilsa Faust in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved. Photo Credit: Chiabella James
Doch der Mann und treibende Motor, der diese Reihe und das Mainstream-Kino der letzten 30 Jahre so entscheidend geprägt hat, darf hier natürlich nicht unerwähnt bleiben: Tom Cruise, der sich immer weiter pusht und auch mit nun 56 Jahren immer noch so toll rennt wie kein zweiter, übertrifft sich hier wieder selbst und bietet in einem einzigen Film so viele ehrfurchterweckende Stunts, die die meisten anderen nicht mal in ihrer gesamten Karriere schaffen. Doch auch abgesehen von seiner imposanten und todesmutigen Stuntarbeit, bei der man oft gar nicht glauben kann, dass Cruise diese Sachen wirklich selbst gemacht hat, brilliert er in den durchaus vorhandenen leiseren Momenten mit der schauspielerischen Finesse, die ihn eben zu so viel mehr als einem reinen Actionstar, sondern zum vielleicht vollständigsten Akteur der Filmgeschichte machen. Ein überraschender Moment zwischen Cruise und einer Pariser Polizisten zieht einem sogar regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Überhaupt wird deutlich, gerade, wenn man alle Teile Revue passieren lässt, dass Cruise seine Figur überaus human anlegt und immer nur dann tötet, wenn es gar keinen anderen Ausweg gibt. Diese schwergewichtige moralische Seite baut McQuarrie in „Fallout“ nochmal eindrucksvoll aus.

Tom Cruise als Ethan Hunt in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT
Tom Cruise als Ethan Hunt in MISSION: IMPOSSIBLE - FALLOUT © 2018 Paramount Pictures. All rights reserved.
Doch trotz der im Vergleich zu seinen Vorgängern düstereren Tonalität darf nicht verkannt werden, dass „Fallout“ einfach ein unfassbar wilder und grenzenlos rasant-unterhaltsamer Ritt ist, auf den man schlichtweg nicht vorbereitet sein konnte. Hier präsentiert sich ein filmischer Ritt, der quasi von Anfang bis Ende ausschließlich aus orgasmischen Hochs besteht, der mit vielen seiner irrsinnig-wilden Momente gefühlt alles in den Schatten stellt und einen neuen Standard für das Actionkino aufstellt. Das klingt nach übertriebenem Lob, doch dieser Eindruck stellt sich tatsächlich schon sehr früh ein und der Film wird nur noch furioser, aggressiver und schließlich regelrecht rauschartig. McQuarrie packt hier ganz fest zu und lässt nicht mehr los, dass man am Ende euphorisiert aus dem Kino taumelt. Wie dieser monumentale Film in einer weiteren Fortsetzung jedoch noch zu toppen sein könnte, scheint diesmal wirklich eine unmögliche Mission zu sein, wer auch immer sie annehmen mag.


Fazit:
Wild, aggressiv, frenetisch, brachial, düster und absolut irrsinnig - „Mission: Impossible – Fallout“ ist das größte Kinospektakel des Jahres 2018 und nichts Geringeres als einer der besten Actionfilme aller Zeiten. Autor-Regisseur Christopher McQuarrie hält seinen wendungsreichen und doppelbödigen Plot mitreißend, zeichnet seine Figuren erstaunlich ambivalent und komplex und toppt sich mit einer atemberaubenden und todesmutig durchgeführten Actionsequenz nach der anderen konstant selbst.
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Bilder © Paramount Pictures Germany