Miss Sixty

Miss Sixty (2014), Deutschland
Laufzeit: - FSK: 6 - Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: - Verleih: Senator Filmverleih

Miss Sixty Filmplakat -> zur Filmkritik

erhältlich auf 4K UHD, Blu-ray und DVD

Inhalt

Auf Krawall gebürstet, sozial inkompetent und modisch nicht ganz up to date: Luise (Iris Berben) ist eine gefeierte Molekularbiologin, die außer ihrem Beruf und ihrer liebenswerten Mutter (Carmen-Maja Antoni) nichts und niemanden wirklich mag – womit sie auch in keiner Situation hinter dem Berg hält.

Als sie einer Kollegin im Affekt den Daumen bricht, beschließt ihr Chef und ehemaliger Liebhaber Prof. Bernhard Minsk (Götz Schubert), die anstrengende 60-Jährige elegant in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken.

Luise ist außer sich, doch das Ganze ist beschlossene Sache, sie muss ihren Arbeitsplatz räumen. Als sie dabei ist, ihre privaten Dinge im Büro zusammenzusuchen, überreicht ihr ausgerechnet die von ihr so verachtete Kollegin Luises vor Jahren im Rahmen eines Experiments eingefrorenen Eizellen. Und kann sich einen zynischen Kommentar nicht verkneifen: „Unbefruchtet und eiskalt – wie Sie!“. Luise kocht. Und die Ärgernisse hören nicht auf. Im Park wird sie von Frans angesprochen, der gerade beim Joggen von einem Hexenschuss niedergestreckt wurde. Ohne Luises Hilfe ist er nicht mehr in der Lage, auf die Füße zu kommen. Luise lässt sich erweichen und willigt ein, den hilflosen Frans ins Krankenhaus zu bringen. Bereits nach wenigen Minuten ist die gegenseitige Antipathie auf ihrem Höhepunkt. Luise ist empört, was ihr der eitle, dem Jugendwahn verfallene Galerist alles an den Kopf wirft. Die beiden gehen im Streit auseinander und sind fest entschlossen, die Existenz des anderen sofort und für immer zu vergessen.

Luise hat sowieso keine Zeit für derlei Belanglosigkeiten, denn sie hat eine gewagte Entscheidung getroffen: Mit Hilfe der noch intakten Eizellen will die kinderlose Frührentnerin nun doch noch Mutter werden.

Zu ihrem Glück fehlt nur noch der geeignete Samenspender, nach langer Recherche wird Luise fündig: Max (Björn von der Wellen) ist der in ihren Augen ideale Vater ihres zukünftigen Kindes. Er ist jung, gut aussehend und intelligent und eigentlich steht einem erfreulichen neuen Lebensabschnitt jetzt nichts mehr im Wege. Doch es gibt Dinge, die Luise noch nicht weiß. Und so nehmen turbulente Ereignisse, die das Leben aller Beteiligten ordentlich durcheinander wirbeln wird, ihren Lauf…


Iris Berben, Björn von der Wellen und Jördis Richter | mehr Cast & Crew


DVD und Blu-ray | Miss Sixty

Blu-ray
Miss Sixty Miss Sixty
Blu-ray Start:
07.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min.
DVD
Miss Sixty Miss Sixty
DVD Start:
07.11.2014
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

Filmkritik Miss Sixty

Filmwertung: | 4/10


Mutter mit 60? Ein Thema, das in unserer Gesellschaft schon lange nicht mehr ungewöhnlich ist. Denn generell werden Mütter bei uns im Schnitt ja immer älter. Doch wo zieht man die Grenze und gibt es überhaupt eine? Dabei sollte man sich so einige Gedanken machen, wenn man einen solchen Schritt jenseits der "Torschlusspanik" wagen möchte. Genau damit befasst sich, auf eine elegante und humorvolle Weise, "Miss Sixty".

Luise Jansen (Iris Berben) ist renommierte Molekularbiologin, im Umgang mit Menschen ist sie jedoch eine Katastrophe. Der Job kam für sie immer an erster Stelle, doch aufgrund ihrer sozialen Inkompetenz wird sie an ihrem 60. Geburtstag vorfristig von ihrem Chef in den Ruhestand geschickt. Ein Schockmoment, denn von nun an wird sich ihr Tagesablauf drastisch verändern. Als sie sich allerdings erinnert, dass sie im Zuge eines Forschungsprojekts ihre Eier hat einfrieren lassen, kommt ihr zum ersten Mal der Gedanke Mutter zu werden.
Leider wird bei "Miss Sixty" nicht ganz klar, auf was der Film abzielt, beziehungsweise welche Aussage er treffen möchte. Soll er lehrreich sein, soll er eine Meinung vertreten oder doch am Ende nur unterhalten und belustigen? Eine klare Richtung ist auf jeden Fall schwer zu finden, denn letztlich steht eins definitiv fest: Die Zielgruppe ist stark begrenzt. Man kann sich "Miss Sixty" auch anschauen, ohne sich je mit dem Kern der Geschichte befasst zu haben. In diesem Falle bleibt dann leider nur eine süße und ehrliche Geschichte übrig, der es an Tiefgang fehlt und die einen Hauch zu viel Sarkasmus aufweist. So werden insgesamt fast ausschließlich Frauen angesprochen und diese sollten im Grunde ebenfalls einen gewissen Zugang zur Thematik haben. Es ist eine Gradwanderung hierbei nicht ins Lächerliche abzudriften, vor allem wenn es um ein eigentlich bedeutsames Thema, wie die Geburt eines Kindes, geht. Doch das hat Regisseurin Sigrid Hoerner, die mit "Miss Sixty" ihr Debüt als Spielfilmregisseurin feiert, sehr souverän gelöst. Dass der Film an dieser Stelle so gut funktioniert, ist vor allem der Besetzung zu verdanken.
Allein Luises Mutter, Doris Jansen (Carmen-Maja Antoni), ist für "Miss Sixty" echtes Gold wert. Nicht nur, dass sie eine starke und authentische Schauspielerin ist, sie gibt dem Film auch das "gewisse Etwas" und ist gleichzeitig witzig und unglaublich süß. Für diese Rolle hätte man wahrlich keine Bessere wählen können. Iris Berben (Die Kronzeugin-Mord in den Bergen, Anleitung zum Unglücklichsein) hat ihre Rolle voll im Griff, manchmal irgendwie zu gut - denn die sarkastische Art von Luise Jansen wirkt teilweise ein wenig aufgesetzt. Natürlicher spielt Edgar Selge (Feuchtgebiete, Ludwig II.) den Galeristen Franz Winther. Er ist facettenreich sowie charmant und das tut dem Film sehr gut. Was man allerdings mit der Rolle von Romy, gespielt von Jördis Richter (Nur eine Nacht), bezwecken will, ist etwas fraglich. Sie ist eine Studentin, die gerne mit alten Männern "vögelt". So weit so gut. Ihr Charakter ist aber dermaßen konfus, dass sie durch ihre bizarre Art mehr irritiert, als dass sie in irgendeiner Weise amüsant oder außergewöhnlich erscheint.
Immerhin funktioniert das Zusammenspiel des Ensembles tadellos. Und nur so am Rande: Es fällt vielleicht nicht jedem auf, doch auch mit kurzweiliger Bildunschärfe ist hier zu rechnen.

Fazit: Es war wohl der Versuch, auf eine unterhaltsame und authentische Weise zu demonstrieren, wie schwierig es als Frau ist, Erfolg im Job und Familiengründung überein zu bekommen. "Miss Sixty" ist zwar charmant, lustig und unterhaltsam, aber gleichzeitig wieder zu extravagant und etwas künstlich. Schade, denn unbedingt sehen muss man ihn nicht.
by Aline Nickel

Bilder © Senator Filmverleih


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