Mile 22

Mile 22 (2018), USA
Laufzeit: - FSK: 16 - Genre: Action
Kinostart Deutschland: - Verleih: Universum Film

-> Trailer anschauen

Mile 22 Filmplakat -> zur Filmkritik

Inhalt

Sie arbeiten außerhalb staatlicher Grenzen, in einer Welt ohne greifbare Gegner. Für die Regierung sind sie „Geister“ – unsichtbar erledigen sie alle Jobs, bei denen Diplomatie und militärische Lösungen versagen. Elite-Agent James Silva (Mark Wahlberg) wird in die Botschaft eines südostasiatischen Landes einberufen, um eine gefährlich hohe Menge an verschwundenem radioaktiven Material wiederzubeschaffen, das mehrere Großstädte weltweit auslöschen könnte. Als plötzlich der mysteriöse Spion Li Noor (Iko Uwais) James Silva und seiner Spezialeinheit einen Deal vorschlägt, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Denn es gibt eine Bedingung für den Geheimnisaustausch: Li Noor will schnellstmöglich außer Landes gebracht werden. Diese Mission entpuppt sich als hochgradig brisant und ruft zahlreiche Gegner auf den Plan, welche den Weg zum Flughafen zur heißen Kampfzone machen. Vor Silva und seinem Team liegen nur 22 Meilen…

Mark Wahlberg, Lauren Cohan und Iko Uwais | mehr Cast & Crew


Mile 22 - Trailer




Filmkritik Mile 22

Filmwertung: | 8/10


In „Mile 22“ geht es um den Elite Agent James Silva (Mark Wahlberg). Er ist Teil der sogenannten Overwatch, eine Spezialeinheit die außerhalb staatlicher Grenzen und ohne greifbare Gegner agiert. Für die Regierung existieren sie nicht. Unsichtbar erledigen sie jeden Job bei dem andere versagen. Als James Team jedoch gezwungen wird mit dem mysteriösen Spion Li Noor, der als einziges weiß wo sich eine hohe Menge sehr gefährliches radioaktives Material befindet, zusammen zu arbeiten, ahnt James nicht auf was er sich eingelassen hat. Ihm ist bewusst, dass das Material in den falschen Händen mehrere Großstädte auslöschen könnte und versucht daher möglichst schnell aus Li etwas heraus zu bekommen. Dieser jedoch stellt Forderungen. Er möchte für die Preisgabe des Codes, zu Ortung des Materials, aus dem Land geschafft werden. Widerwillig kommt James dieser Forderungen nach. Vor ihm liegen nur 22 Meilen, doch schon bald wird der Weg zur heißen Kampfzone und zu einem sehr riskanten Plan.

Dem Feind auf den Fersen: Elite-Agent James Silva (Mark Wahlberg)
Dem Feind auf den Fersen: Elite-Agent James Silva (Mark Wahlberg) © Universum Film
Nachdem “Mission Impossible: Fall Out” Anfang August bewiesen hat, wie ein guter handgemachter Actionfilm im Jahre 2018 auszusehen hat, zieht dieser Film nun nach. Er kommt dabei zwar nicht ganz an die Qualität von “Mission Impossible“ heran, ist aber allemal sehenswert und macht wirklich großen Spaß. Nach drei sehr gelungenen Filmen ist dies bereits die vierte Zusammenarbeit aus Mark Wahlberg als Hauptrolle und Peter Berg als Regisseur. Die beiden sind ein sehr eingespieltes Team, das auch wirklich gut zusammen passt und wo ich sehr gespannt bin wie es in Zukunft mit ihnen weitergeht. Doch durch die zwei stark geschriebenen und tiefsinnigen Filme “Hell or High Water“ (2017) und “Wind River“ (2018) bewies Berg aber, dass er so starke Filme auch ohne Mark gut umsetzen kann. Dieser verhilft ihm jedoch mehr Besucher ins Kino zu locken, da er eine sehr große Fangemeinde hat und Bergs Filme es nur sehr selten schaffen die breite Masse der Zuschauer zu begeistern und ins Kino zu locken.

 Auf Mission: Alice Kerr (Lauren Cohan)
Auf Mission: Alice Kerr (Lauren Cohan) © Universum Film
Mark ist dabei ein sehr wandelbarer Schauspieler, der wirklich in sehr verschiedenen Rollen perfekt aufgeht. Egal ob in derben Komödien wie “Ted“ und dessen Fortsetzung “Ted 2“ (2012/2015), Horrorfilmen wie “The Happening“ (2008), Dramen wie “The Fighter“ (2010) oder Actionfilmen, in denen er am meisten zu finden ist. In „Mile 22“ spielt er eine Person, die zwar sehr kompromisslos ist und keine Scheu hat sich die Finger schmutzig zu machen, die aber scheinbar auch eine Art Behinderung hat und von Kindheitstagen an ein Außenseiter ist. Sie ist im Film ständig genervt und fährt sehr schnell aus ihrer Haut, wenn sich jemand gegen sie und ihre Meinung stellt. Ebenso weiß sie nicht wie sie mit anderen umzugehen hat und sagt ihnen auch gerne mal ihre ganz ehrliche Meinung, ganz ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Die Figur ist ganz klar keine angenehme, er schafft es aber trotzdem sie sehr gut und glaubhaft zu verkörpern. Neben ihm ist mir aber auch noch seine Kollegin Lauren Cohan (The Walking Dead) sehr positiv aufgefallen. Ich kannte diese Schauspielerin vorher nicht und wurde direkt sehr von ihr begeistert. Auch sie spielt eine Figur, die keine Grenzen kennt und eindeutig zu ihrer eigene Meinung steht. Dabei ist es ihr egal wer sich ihr dabei entgegenstellt. Doch auch sie besitzt, durch ihre Familiensituation, einen sehr weichen Kern und man merkt ihr an, dass sie selbst nicht immer weiß was eigentlich die beste Entscheidung für sie ist.

 Spion mit undurchsichtigen Plänen: Li Noor (Iko Uwais)
Spion mit undurchsichtigen Plänen: Li Noor (Iko Uwais) © Universum Film
Beide Figuren wirken durch ihre Probleme sehr realistisch und man kann sich gut mit ihnen infizieren und mit ihnen mitfühlen. Die Kamera fängt am Anfang des Films, trotz erster Actionsequenz, sehr ruhig und sauber an und wird dann immer dreckiger und dunkler. Der Film ist knallhart und schmutzig inszeniert und liefert neben spektakulären Kampfchoreos und bombastischer Action eine sich sehr echt anfühlende und spannende Geschichte. Er hält zudem in seinen Kampfszenen lange drauf und zeigt, für meinen Geschmack, viel Blut. Musik hat der Film allerdings keine die irgendwie positiv oder negativ auffällt. Sie untermalt den Film zwar ganz solide, fällt aber nicht weiter auf und wenn man sich an den Film zurückdenkt, dann ist die Musik nicht der Punkt der einem im Kopf bleibt.

Jedoch sind mir bei dem Film auch zwei Dinge aufgefallen, die die Produzenten hätten verbessern können. Zum einen lässt der Film zwischenzeitlich mit seiner enorm hohen Qualität leider deutlich nach und zum anderen ist die Rolle des Spions Li Noor etwas zu oberflächlich. Ihm hätte noch mehr Tiefe gut getan. Ebenso lässt der Film den Zuschauer, vor allem durch sein Ende, letztendlich mit einigen Fragezeichen zurück.


Fazit:
Wer Lust drauf hat Mark Wahlberg nochmal in einem gut gemachten Actionthriller zu sehen, der komplett auf CGI verzichtet und an vielen Stellen wirklich heftig anzusehen ist, der sollte sich „Mile 22“ auf keinen Fall entgehen lassen. Er ist soviel mehr als man es nach seinem Titel und Trailer vermuten lässt und ist nicht einfach nur ein 0815 Actionthriller. In Zeiten wo das Popcornkino durch Superheldenfilme immer dominanter wird und immer weniger Filme neben dem Mainstream zulässt, tun solche Filme einfach gut sich anzusehen.
by

Bilder © Universum Film